Der italienische Designer Giorgio Armani (M) umringt von seinen Models. Foto: Matteo Bazzi
1 von 7
Der italienische Designer Giorgio Armani (M) umringt von seinen Models. Foto: Matteo Bazzi
Ein Model präsentiert Mode von Moschino. Foto: Luca Bruno
2 von 7
Ein Model präsentiert Mode von Moschino. Foto: Luca Bruno
Trendsetter: die neue Kollektion von Prada bei der Fashion Week in Mailand. Foto: Luca Bruno
3 von 7
Trendsetter: die neue Kollektion von Prada bei der Fashion Week in Mailand. Foto: Luca Bruno
Smarter Einfall: Prada in der Sprechblase. Foto: Luca Bruno
4 von 7
Smarter Einfall: Prada in der Sprechblase. Foto: Luca Bruno
Mäntel sind das große Thema bei Prada - und das in allen Variationen. Foto: Luca Bruno
5 von 7
Mäntel sind das große Thema bei Prada - und das in allen Variationen. Foto: Luca Bruno
Die Designerin Miuccia Prada hat die Comic-Welt der Pop Art für sich entdeckt. Foto: Luca Bruno
6 von 7
Die Designerin Miuccia Prada hat die Comic-Welt der Pop Art für sich entdeckt. Foto: Luca Bruno
Unübersehbar: die Tasche ist von Prada. Foto: Luca Bruno
7 von 7
Unübersehbar: die Tasche ist von Prada. Foto: Luca Bruno

Mailänder Modewoche

Mailänder Designerdefilees: Der Nebel des Schauens

Mailands Modewoche hat einen fulminanten Auftakt mit Superheldinnen, einer Fürstin - und der Frage: Wie wichtig bleibt die Mode in all dem Wirbel?

Mailand (dpa) - War es ein Versehen oder Teil seines Konzepts? Alessandro Michele schickte seine Gucci-Models im halbdunklen Nebel über den Laufsteg. In zuckenden Lichtblitzen waren nur Konturen erkennbar.

Die Kritiker waren frustriert, die Fotografen erst erleichtert, nachdem sie das Ergebnis auf dem Display gesehen hatten. Und schon hatte die Mailänder Modewoche mit den Trends für Frühjahr/Sommer 2018 gleich am ersten Tag eine Grundsatzdiskussion: Wie wichtig ist hier eigentlich noch die Mode?

"Die Kleidung hilft mir, meine Geschichte zu erzählen, so wie jedes Element der Show: die Bühne, das Make-up..." So zitiert die renommierte Modekritikerin Bridget Foley den Gucci-Kreativdirektor im US-Branchenblatt "Women's Wear Daily". Ihre Rezension würzte sie mit viel Ironie über die Art, wie Alessandro Michele die Mode zu einem Aspekt von vielen degradierte.

Nur, spricht er nicht einfach aus, was längst Realität ist? Menschen, die andächtig das Geschehen auf dem Laufsteg verfolgen - wie lange ist das denn her? Heute geht es um das schnellste Posting auf Instagram. Botschaft: Ich bin live dabei. Betonung auf dem Ich. Und vor dem Eingang tobt der Blogger-Inszenierungs-Wahnsinn.

Der aktuelle Gucci-Hype beruht auch darauf. Alessandro Michele hat die Mechanismen durchschaut und baut daraus ein Gesamtkunstwerk. Um ein Teil davon zu sein, reisen alle schon am ersten Tag der Mailänder Modewoche an. Vor seinem Amtsantritt bei Gucci vor zwei Jahren reichte es vielen, einen Tag später hier zu sein - für die Prada-Show.

Miuccia Prada ist nun in der für sie ungewohnten Situation, nicht mehr die alleinige Lichtgestalt der Mailänder Modewoche zu sein. Sie will über die Mode immer auch ein Stück die Gesellschaft verändern. Ihre Agenda: die Gleichstellung der Frau. Ihr Konzept für die nächste Saison: Superheldinnen. Denn Comics sind das Mustermotiv ihrer neuen Kollektion. Konkret: Frauen gezeichnet von Frauen. Denn Pradas Umsetzung ist nie banal.

Wer es ganz böse mit der Mailänder Mode meint, sagt: Prada und Gucci, mehr muss man hier nicht gesehen haben. Galanter formuliert: Es fehlt seit langem an Dynamik. Viele Labels (Byblos, Genny) zehren allein von den Erfolgen der Vergangenheit. Die neuen Designer wie Fausto Puglisi oder Francesco Scognamiglio erleben kometenhafte Aufstiege - und werden dann doch nicht der nächste Armani.

Eine Show im Nebel? Für Giorgio Armani wäre so etwas undenkbar. Er ist noch ein Designer der alten Schule und lebt vor allem für das Produkt. Doch hat er oft die größten Stars in der ersten Reihe sitzen - am Freitag waren Charlène von Monaco und Cate Blanchett da. Sie sahen einen Armani, der mit frischen Farben und sommerlichen Drucken in die neue Saison geht. Das Image, dass er nur Grau und Beige kann, hat er schon lange abgelegt. Zu sehen waren etwa kurze, wippende Röcke zu perfekt sitzenden Jacken. Dem schwarzen Abend-Outfit gibt ein transparenter Schleier eine mystische Aura.

Bei Fendi hat sich die kreative Doppelspitze Silvia Venturini-Fendi und Karl Lagerfeld auf sehr geometrische Formen konzentriert, mit Taillenbetonungen, freigelegten Schultern und variantenreichen Ausschnitt-Interpretationen. Muster wechseln von Streifen in eine tropische Flora. Letzteres, das zeichnet sich schon nach zwei Tagen ab, wird einer der Haupttrends aus Mailand werden.

Dazu passt, dass die ganze Veranstaltung "grüner" werden soll. So wird am Sonntag erstmals der "Green Carpet Fashion Awards" für nachhaltiges Design verliehen - in der legendären Scala. Ethik und Eleganz, vielleicht liegt ja hier die Zukunft der Mailänder Mode.

Camera nazionale della moda italiana

Fendi

Giorgio Armani

Gucci

Prada

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Schuhmode für die kalten Tage
Sie heißen Sock Boots, Slouch Boots und Western Boots - die Trendstiefel der Saison. Aber keine Sorge, in der englischaffinen Modebranche entwickelt sich im Herbst und …
Schuhmode für die kalten Tage
Federn werden zum Hingucker
Beiwerk ist fast schon der falsche Begriff für diesen Trend: Federn am Schmuck, an Schuhen, an Taschen und nicht zuletzt als Zierde an Kleidern, Mänteln und Oberteilen …
Federn werden zum Hingucker
Eine Million Fans bei der Street Parade in Zürich
Die Street Parade ist eine der weltgrößten Musik-Parties. Die Besucher zeigten auch dieses Jahr viel Glitzer und Haut. Doch hinter der schrillen Party steckt auch eine …
Eine Million Fans bei der Street Parade in Zürich
Frauen sollen Statements setzen
Die aktuelle Mode appelliert an das Selbstbewusstsein der Frauen und lädt sie ein, bei der Auswahl von Kleidung noch mutiger zu werden. Dazu holt sie Elemente aus den …
Frauen sollen Statements setzen