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Mario Barth lässt einen Kalauer schützen

Uschi-Patent: Mario Barth lässt Kalauer schützen

Berlin/Köln - Der Comedian Mario Barth beansprucht die Markenrechte an einem Kalauer. Wer's nicht akzeptiert, riskiert eine Abmahnung. Nur: Oliver Kalkofe benutzte den Witz schon vor 20 Jahren.

“Kein Witz...“ pflegt Mario Barth seine Witze einzuleiten, und “Kein Witz...“ könnte auch die Überschrift zu seiner neuen Geschäftsidee lauten. Der Meister der nicht ganz so raffinierten Pointe hat den Spruch “Nichts reimt sich auf Uschi“ beim Marken- und Patentamt angemeldet und lässt nun abmahnen. Mehrere Zeitungen, darunter die “Neue Westfälische“ in Bielefeld, erzählten bereits die komische Geschichte.

Ein T-Shirt-Hersteller hat von der Jonas-Rechtsanwaltsgesellschaft in Köln eine solche Abmahnung erhalten. Die Argumentation lautet: Nur Mario Barth hat das Recht, den Spruch auf T-Shirts zu drucken, da er ihn erst so richtig bekanntgemacht habe. Als Abmahnkosten für das Anwaltsbüro soll der T-Shirt-Hersteller 1780,20 Euro bezahlen.

Ist das eine neue Stufe der Comedy-Kommerzialisierung? Jeder monopolisiert seine besten Sprüche - oder was er dafür hält. Eine Nachfrage beim Patentamt ergibt: “Ja, es ist eingetragen worden, und es ist, denke ich, auch vertretbar, das einzutragen.“ So die Einschätzung des Regierungsdirektors Jörg-Eckhard Dördelmann, juristischer Prüfer beim Deutschen Marken- und Patentamt in München.

Barth hat sich den Spruch in Verbindung mit bestimmten Produkten schützen lassen, darunter “Juwelierwaren, Schmuckwaren, Edelsteine, Porzellan und Steingut, Kämme und Schwämme, Sparbüchsen (nicht aus Metall), Bettwäsche, Handtücher, T-Shirts, Schuhwaren, Kopfbedeckungen, Fußmatten...“ Der Spruch hat offenbar noch großes, um nicht zu sagen größtes Geschäftspotenzial.

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Ob Barth mit der Anmeldung nun wirklich auch das exklusive Nutzungsrecht erworben hat, kann Dördelmann nicht beurteilen: “Wie das Schicksal der Marke in Zukunft aussehen wird, das lässt sich heute noch nicht vorhersagen.“

Für den Anwalt des T-Shirt-Verkäufers, Dennis Breuer, ist das Vorgehen “rechtlich äußerst fragwürdig“ und vom gesunden Menschenverstand her sowieso abwegig: “So'n Spruch wird nicht als Marke wahrgenommen.“ Er will sich jedenfalls zur Wehr setzen.

In der Kölner Anwaltskanzlei von Barth gibt man sich zugeknöpft. Anwalt Torben Düsing verweist auf Barths Sprecher Heiko Neumann: “Der wird Ihnen möglicherweise mehr sagen, weil ich nicht weiß, was ich sagen darf.“ Neumann sagt aber auch nichts: “Ich kann dazu nur sagen, dass in dem Fall die Anwälte miteinander reden. Mehr kann ich nicht sagen.“

Ein Wörtchen mitzureden hat möglicherweise noch das “Frühstyxradio“ von Radio ffn, das bereits vor 20 Jahren T-Shirts mit der jetzt umkämpften Aufschrift anbot. Oliver Kalkofe und Dietmar Wischmeyer gingen Anfang der 90er Jahre sogar unter diesem Motto auf Tournee.

Dass der 38-jährige Barth den Spruch nun als Marke reklamiert, kommentiert Kalkofe so: “Wenn man es schon schafft, erfolgreich einen alten Witz zu klauen, muss man ihn auch mit allen Mitteln des Gesetzes verteidigen, dafür habe ich volles Verständnis.“ Und: “Wir haben noch kistenweise alte Kalauer, die wir bedürftigen Komikern gern für ihre Vermarktung zur Verfügung stellen.“

dpa

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