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Mary Roos: Alle Infos zur Schlagersängerin – ihre Karriere und größten Hits

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Schlagersängerin Mary Roos
Schlagersängerin Mary Roos © Hendrik Schmidt / dpa

Mary Roos absolvierte zahlreiche berufliche Stationen. Unter anderem vertrat sie Deutschland zweimal beim Eurovision Song Contest (ESC), der seinerzeit Grand Prix d‘Eurovision hieß. Alle Infos über ihren Lebenslauf und ihre Karriere.

Hamburg – Mary Roos kam unter ihrem Mädchennamen Rosemarie Schwab am 9. Januar 1949 in Bingen am Rhein zur Welt. Bereits als Kind führte sie ihr Talent ausgiebig spazieren. Wiederholt trat sie im Hotel ihrer Eltern auf, um die Gäste singend zu unterhalten. Schon bald vergrößerte sich ihr Wirkungskreis – und ihre Fangemeinde, denn als Neunjährige durfte Rosemarie 800 Zuhörerinnen und Zuhörer unterhalten. Als Hintergrund diente das anberaumte Sommerfest eines Karnevalsvereins. Es war der Startschuss zu ihrer öffentlichen Karriere. Mary Roos hat den Süden der Republik inzwischen gegen den Norden eingetauscht. Sie lebt seit vielen Jahren in Hamburg.

Schlagersängerin Mary Roos: Ihr Lebenslauf

Der Lebenslauf der Schlagersängerin Mary Roos ließ die kleine Rosemarie regelmäßig das Mikrofon in die Hand nehmen. Bei einem ihrer breitenwirksamen Auftritte war ein Schallplattenproduzent zugegen, der sie unter Vertrag nahm. Die erste Single veröffentlichte sie 1958: „Ja, die Dicken sind ja so gemütlich.“ Vom Jahr 1961 an nahm Rosemarie weitere Platten auf, bei denen es sich zumeist um Coverversionen bekannter Volkslieder handelte. Eine eigene Identität als Künstlerin blieb der Jugendlichen zunächst verwehrt, was sich mit zunehmendem Alter änderte. Doch zunächst musste Rosemarie weiterhin kindliches Terrain beackern, wie ihre erste Langspielplatte untermauerte.

„Die kleine Stadt will schlafen gehen“ (1968) verriet ihre Zielgruppe bereits im Titel. Bei der Aufnahme stand Rosemarie Schwab der aus Dresden stammende Mozart-Chor zur Seite. Es folgten Interpretationen bekannter Kinderlieder und eingesungene Märchenthemen, die ein musikalisches „Erwachsenwerden“ der Sängerin fürs Erste verhinderten – bis zum Jahr 1970, als ihr der Durchbruch gelang. Diesmal unter dem Künstlernamen Mary Roos, der ein internationales Publikum ansprechen sollte. Bezeichnenderweise besaß auch ihr erster Charterfolg einen englischen Titel. Übrigens können die Aufnahmen aus den frühen Jahren der Künstlerin inzwischen käuflich erworben werden. Zusammengefasst sind sie unter dem (ironischen) Titel „Jugendsünden“.

Schlagersängerin Mary Roos: Die Karriere

Die eigentliche Karriere der Schlagersängerin Mary Roos begann mit der Veröffentlichung der Single „Arizona Man“ (1970). Das Lied machte sie schlagartig bekannt, unter anderem, weil es das erste war, bei dem nachweislich ein Synthesizer zum Einsatz kam. Michael Holm und Giorgio Moroder zeichneten verantwortlich für die Produktion, der mehrere Langspielplatten und Singles folgten. Mary Roos arbeitete seinerzeit mit Starproduzenten wie Dieter Bohlen und Michael Kunze zusammen. In diese Zeit fielen auch ihre beiden Auftritte beim Grand Prix beziehungsweise ESC. Der erste erfolgte im Jahr 1972, als Mary Roos ihr Heimatland vertrat – durchaus mit Erfolg, denn „Nur die Liebe lässt uns leben“ eroberte einen beachtlichen dritten Rang. Beinah wäre Mary Roos bereits zwei Jahre zuvor zum Grand Prix gefahren, doch ihre klingende Bewerbung „Bei jedem Kuss“ landete beim Vorentscheid lediglich auf Platz zwei.

Enge Verknüpfung mit dem ESC

Zwischen dem ersten und zweiten Grand-Prix-Auftritt lagen zwölf Jahre, dauerte es doch bis 1984, ehe Mary Roos abermals ihre Farben vertreten durfte. „Aufrecht geh‘n“ war ein nationaler Hit, schaffte bei der internationalen Endrunde aber lediglich Platz 13. Im Anschluss wurde Mary Roos immer wieder in den Expertenrat des ESC berufen. Zunächst im Jahr 2010, als Hape Kerkeling sie in die Jury der deutschen Delegation holte. Auch im Jahr 2013 war Mary Roos Teil der Jury, die den deutschen Beitrag für den ESC auswählte. 2018 grüßte sie gar als Präsidentin und Vorsitzende der Jury. Als Gast begleitete Roos das vergleichbare „Festival International“ im brasilianischen Rio. Bei der UNICEF-Gala im japanischen Osaka vertrat sie den europäischen Kontinent.

Fünf Jahre Babypause

Ihre aktiven Teilnahmen beim Grand Prix machten Mary Roos auch außerhalb der deutschen Grenzen bekannt. So zog es die Wahl-Hamburgerin immer wieder nach Frankreich, wo sie mehrfach im Pariser Unterhaltungstempel Olympia auftrat. Kooperationen mit französischen Sängern befeuerten den frankophilen Erfolg, der 2009 in einem entsprechenden Album mündete. „Amour Toujour“ vereint Aufnahmen aus dem Zeitfenster zwischen 1972 und 1975. Nach der Veröffentlichung des Albums „Leben spür‘n“ im Jahr 1987 unterbrach Mary Roos ihre Karriere für fünf Jahre. Grund: Sie war schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Mit dem Jahr 1992 kehrte Roos auf die Bühne und ins Aufnahmestudio zurück. Diverse Alben wurden eingesungen und im Anschluss live präsentiert.

Nutten, Koks und frische Erdbeeren

Ihre musikalische Bandbreite vergrößernd, publizierte Mary Roos 2013 einen Longplayer, der nichts mit dem Schlagerfach zu tun hatte. Vielmehr präsentierte die blonde Entertainerin portugiesische und französische Chansons. Die im Anschluss an die Veröffentlichung unternommene Club-Tour ging vor vollbesetzten Rängen über die Bühne. Was abermals belegt, dass Mary Roos keine reine Schlagerinterpretin ist, sondern auf vielen Terrains eine gute Figur macht. Unter anderem im Kabarettbereich, den Roos im Jahr 2015 für sich entdeckte. Gemeinsam mit dem Kleinkünstler Wolfgang Trepper nahm sie das Schlagerfach satirisch aufs Korn. Mit durchschlagendem Erfolg. „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ provozierte vier Jahre lang ausverkaufte Hallen. Die Show soll im Jahr 2022 fortgesetzt werden, was insofern ungewöhnlich wäre, da Mary Roos sich mittlerweile von der Bühne zurückgezogen hat – zumindest als Sängerin.

Schlagersängerin Mary Roos: Ihre größten Hits

Blickt man ausschließlich auf die Chart-Platzierungen, bleibt festzustellen, dass der größte Hit der Schlagersängerin Mary Roos mehr als fünf Jahrzehnte zurückliegt. „Arizona Man“ erreichte in der deutschen Hitparade Platz 9. Weitere Hits aus dem Oeuvre von Mary Roos sind:

Der Grand-Prix-Erfolg „Nur die Liebe lässt und leben“ existiert zudem in französischer und englischer Sprache. Bei dem Lied „Ich werde geh‘n heute nacht“ handelt es sich um eine deutsche Interpretation der von Cliff Richard eingesungenen Nummer „We don‘t talk anymore“ (1979). „Lady“ ist eine Kooperation mit dem Deutsch-Amerikaner David Hanselmann. Mary Roos hat bis heute keine ihrer Singles in den Top 100 der Schweizer beziehungsweise der österreichischen Hitparade platzieren können.

Schlagersängerin Mary Roos: Diskografie

Die Diskografie der Schlagersängerin Mary Roos darf als umfangreich bezeichnet werden. Sie umfasst 25 Alben und 130 Singles. Keines ihrer Alben schaffte es unter die ersten 100 der Verkaufscharts – mit Ausnahme des letzten Albums „Abenteuer Unvernunft“. Der im Mai 2018 publizierte Longplayer erreichte Platz 46 der deutschen Hitparade. Es war ein gutes Jahr für Mary Roos, denn die ebenfalls 2018 veröffentlichten Alben „Das Beste“ und „Mary (Meine Songs)“ konnten sich ebenso unter den Top 100 platzieren. Ob weiteres Material folgt, bleibt abzuwarten, da die inzwischen 73-Jährige ihre Karriere (in)offiziell für beendet erklärt hat.

Schlagersängerin Mary Roos: Ihre Familie

Der familiäre Umfang der Schlagersängerin Mary Roos besitzt übersichtliches Ausmaß. Roos lebt allein im Hamburger Stadtteil Wandsbek. Da alle Männer beständig versuchten, sie „zu ändern“, hat sich Mary Roos für ein Dasein als Single entschieden. Roos war zweimal verheiratet. Beide Ehen scheiterten. Erster Ehemann war der gebürtige Franzose Pierre Scardin. Das Paar lebte von 1969 bis 1977 zusammen, wobei Scardin während dieser Zeit das Management von Mary Roos übernahm. Zweiter Ehemann war der mittlerweile verstorbene Werner Böhm. Böhm reüssierte als Sänger und Musiker und hatte zu Beginn der 80er-Jahre eine Erfolgssträhne. Unter dem Pseudonym Gottlieb Wendehals gelangen Böhm zwei kapitale Hits: „Herbert“ und „Polonäse Blankenese“. Letztgenannter Titel belegte im Jahr 1981 neun Wochen lang Platz 1 der Hitparade. Aus der Verbindung mit Werner Böhm resultiert ein gemeinsamer Sohn.

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