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Hier schreibt er's an die Tafel: Mathias Kellners neues Album "Zeitmaschin'" erscheint bei alpinrecords.

"Kloana Bua"

Mathias Kellner: Interview und exklusive Video-Premiere

München - Mathias Kellner hat ein bayerisches Konzeptalbum aufgenommen. Wir sprachen mit dem Singer-Songwriter - und präsentieren die exklusive Premiere des Videos "Kloana Bua"

Mathias Kellner (l.) beim Interview-Termin mit Antonio Seidemann.

Mathias Kellner bleibt bei seiner Muttersprache. Auf zwölf Liedern zwischen Folk, Pop und Blues hat der Musiker auf Zeitmaschin' seine Jugend auf dem Land verarbeitet. Am Samstag geht er im Lustspielhaus live auf Zeitreise.

Gab es schon einmal ein bayerisches Konzeptalbum?

Mathias Kellner: Ich glaube nicht, deshalb ist es längst Zeit geworden. Es war aber nicht von Anfang an so geplant. Als ich die Songs geschrieben habe, war das Thema grundsätzlich immer das gleiche: Meine Kindheit und Jugend in Niederbayern. Das wollte ich mit dem Albumtitel herausstellen.

Und mit gezeigten Fotos …

Kellner: Die Fotos waren mit der Auslöser. Als mein Sohn auf die Welt kam, habe ich alte Fotoalben durchgeblättert, um zu sehen, wie ähnlich wir uns sind. Dabei sind viele Erinnerungen hochgekommen. Zum Beispiel gibt es ein Foto von mir, wo ich vier Jahre alt bin und eine Gitarre umhängen habe. Das hatte ich vergessen. Je mehr ich im Album geblättert habe, umso mehr wurde mir klar, dass es da eine Menge Geschichten gibt, über die ich nicht mehr nachgedacht und über die ich noch nie geschrieben habe.

Auch Schmerzliches?

Kellner: Da ist natürlich auch der Liebeskummer dabei, und die erste Beziehung, die nur zweieinhalb Stunden gedauert hat.

Inwiefern hat das Schreiben in der eigenen Sprache zur Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit beigetragen?

Kellner: Sehr. Beim Album Hädidadiwari ging es um Sachen, über die ich schon seit Jahren philosophiert habe. Es war erschreckend, wie viel ich über mich verraten habe. Der sinnigste Schritt war dann, zu zeigen, woher das kommt.

Viele Ihrer Einflüsse kommen aus dem amerikanischen Folk und Rock. Wie sieht es mit den bayerischen Einflüssen aus? Zum Beispiel Fredl Fesl?

Kellner: Auf jeden Fall. Die ersten Sachen, die ich mir bewusst angehört habe, waren Platten von Fredl Fesl. EAV war ganz wichtig, STS, Danzer, Ambros, Ludwig Hirsch.

Das Album ist ein Kopfkino über Jugend auf dem Land. Ähnlich wie Dietls Irgendwo und Sowieso.

Kellner: Ich habe die DVD-Sammlung und schaue es mir jedes Jahr an. Mein Vater hatte auch so ein Moped wie Sir Quickly. Und es ist alles so nah dran, an dem, was ich auf dem Land erlebt habe.

Martina Schwarzmann, die gerne über das Landleben schreibt, hat einen Text geliefert, oder?

Kellner: Sie hat mir ein Gedicht geschickt, Der seidne Fadn. Das passte textlich sehr gut rein. Es geht ja um Vergänglichkeit, und die hat mich als 16-Jähriger sehr beschäftigt. Lustigerweise hatte ich ein Gitarrenstück, das total gut dazu passte. Jetzt ist es für mich einer der wichtigsten Songs auf der Platte. Der Text von der Martina sagt in einfachen Worten das, was mir noch abgegangen ist. Es ist erstaunlich, dass wir so weit voneinander entfernt das Gleiche gefühlt und gedacht haben.

Es gibt eine kollektive Erinnerung auf dem Land …

Kellner: Ja, als wären wir alle ein Jugendlicher gewesen, der sich dann in tausend andere aufsplittet.

Wird ein Lied erst gut, wenn es diese Erinnerung erreicht?

Kellner: Ein Lied muss mit einem Instrument und einer Stimme funktionieren. Und du musst textlich irgendetwas treffen. Manchmal ist es der Humor, ein bestimmtes Gefühl. Aber die Erinnerung ist der Ursprung von alledem. Da merke ich bei den neuen Liedern, dass dies sehr intensiv ist. Da sind Leute im Publikum, die bei einem Lied grinsen und beim anderen eine Träne im Auge haben, weil sie selbst ihre Jugend noch einmal durchleben.

Antonio Seidemann

"Kloana Bua": Exklusive Videopremiere

Mathias Kellner hat in seinen Erinnerungen gegraben und die Gefühle zum Vorschein gebracht, die seine Jugend auf dem Land bestimmt haben. Oft mit feinem Humor, manchmal auch traurig singt er auf Bairisch aber in bester amerikanischer Singer-Songwriter-Manier über all diese Dinge, die wir auch erlebt haben – übrigens auch in der Stadt. Das Video zum Lied Kloana Bua ist seit Donnerstag, 16 Uhr exklusiv oben auf unserem Portal zu sehen.

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