McCartneys Millionen-Scheidung - Goldener Maulkorb für Heather Mills?

London - Alle wollten an eine märchenhafte Wende zum Guten glauben, als Paul McCartney 2002 - vier Jahre nach dem Krebstod seiner ersten Frau - das Ex-Model Heather Mills heiratete. Sah sie Linda, mit der Paul fast drei Jahrzehnte verheiratet war, nicht recht ähnlich? War sie nicht ebenso sozial engagiert und auch Vegetarierin?

Bald wurde klar, dass es nicht wirklich einen Ersatz für die geliebte Linda geben konnte. Seit fast zwei Jahren liefern sich McCartney und Mills nun schon einen erbitterten Scheidungskrieg. An diesem Montag beginnt die vermutlich letzte Schlacht.

Vor der Anhörung in der Familienkammer des Obersten Gerichtes von England haben britische Reporter noch einmal ihre Informanten befragt und die Taschenrechner zurate gezogen. Ergebnis: Dies könnte die teuerste Scheidung Großbritanniens werden. Die Trennung von Heather Mills, die 1993 bei einem Unfall ihren linken Unterschenkel verlor und sich seitdem für Landminenopfer und andere Bedürftige einsetzt, könnte die Nationalikone McCartney umgerechnet bis zu 80 Millionen Euro kosten - und damit fast so teuer zu stehen kommen wie Tom Cruise der Abschied von Nicole Kidman.

Doch McCartney ist offenbar nicht gewillt, seiner künftigen Ex die Millionen ohne weiteres nachzuwerfen. Sonst hätte es vor Beginn der auf sechs Tage angesetzten Anhörung vor dem High Court in London eine außergerichtliche Einigung gegeben, schreibt die "Times" am Sonntag. Seine Anwälte setzten darauf, dass das Gericht festlegt, wie viel Mills tatsächlich zum Leben brauche. Das wäre wohl erheblich weniger als die 55 Millionen Pfund (74 Millionen Euro), die sie neben den Millionenkosten für Anwälte fordern soll.

Dabei geht es dem Musik-Milliardär wohl kaum um ein paar Millionen mehr oder weniger. Selbst wenn er Mills Wünschen nachkommt, müsste sich der Ex-Beatle nur von einem kleinen Teil seines Vermögens trennen, das auf umgerechnet 1,2 Milliarden Euro geschätzt wird. Viel spricht für eine andere - ebenfalls nicht bestätigte - Theorie der britischen Medien. Danach soll McCartney Mills ausgeprägten Hang zu tränenreichen Fernsehauftritten mit düsteren Andeutungen über "körperliche und seelische Qualen" fürchten, die sie in der Ehe mit ihm erlebt haben will.

Mills solle ein goldener Maulkorb angelegt werden, vermutet auch die Zeitung "Daily Mail". Das McCartney-Lager bestehe darauf, dass sie sich zunächst mit einem Abschlag von 20 Millionen Pfund zufriedengibt und dann jedes Jahr weitere 2,5 Millionen Pfund überwiesen bekommt - bis Tochter Beatrice in 14 Jahren ihren 18. Geburtstag feiert. Die Ratenzahlungen sollten davon abhängig gemacht werden, dass sich Mills an das ihr abverlangte Versprechen hält, über die Ehejahre mit Paul Stillschweigen zu bewahren. Auf diese Weise könnten Heathers öffentliche Äußerungen aus der Sicht der McCartney-Anwälte kontrolliert werden, bis Pauls Tochter aus dieser Ehe volljährig ist. Zudem soll die Ratenzahlung an die Bedingung geknüpft werden, dass Mills nicht dauerhaft mit Beatrice ihren Wohnsitz im Ausland nimmt, was es McCartney erschweren würde, das Kind zu sehen und an den Wochenenden zu sich zu holen.

Dass der Ex-Beatle für eine baldige Einigung auch noch ein paar mehr Millionen hinlegt, schließt niemand aus. Ein Datum, bis zu dem er das Drama seiner verfehlten zweiten Ehe wohl endgültig hinter sich haben will, rückt immer näher: Am 17. April jährt sich der Todestag seiner Frau Linda zum zehnten Mal. McCartney ehrt die passionierte Promifotografin aus diesem Anlass mit einer Ausstellung ihrer besten Bilder. Prominente Gäste sind dazu eingeladen. Heather Mills nicht.

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