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Wim Wenders bekam einen Europäischen Filmpreis für "Pina"

"Melancholia" und "Pina" gewinnen Europäische Filmpreise  

Berlin - Lars von Triers Endzeitdrama “Melancholia“ ist der große Gewinner des Europäischen Filmpreises - in Abwesenheit des dänischen Skandalregisseurs.

Das Werk mit Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg gewann bei der Gala am Samstagabend in Berlin gleich drei Preise, darunter den begehrten Hauptpreis für den besten Film. Von Trier war allerdings nicht angereist, sondern hatte seine Ehefrau geschickt.

Von Triers Ehefrau Bente Frøge sagte der Nachrichtenagentur dpa, sie habe gleich nach der Verleihung mit ihrem Mann telefoniert. “Er ist sehr glücklich.“ Ihr Mann werde allerdings keine Pressekonferenzen mehr absolvieren - da ist sich Frøge sicher. “Es ist eine Erleichterung für ihn.“ So könne er sich auf seine Arbeit konzentrieren. Von Trier hatte im Mai beim Filmfestival in Cannes mit seinen Äußerungen über Hitler und Nazis einen Eklat ausgelöst.

Der deutsche Regisseur Wim Wenders konnte sich über den Preis für die beste Dokumentation freuen. Den erhielt er für “Pina“, seine Hommage an die Wuppertaler Tänzerin und Choreografin Pina Bausch. Ansonsten war der deutsche Film auf der Nominierungsliste diesmal nur schwach vertreten.

Bilder: Die Stars beim Europäischen Filmpreis 2011

Bilder: Die Stars beim Europäischen Filmpreis 2011 

Das britische Historiendrama “The King's Speech“ von Regisseur Tom Hooper gewann ebenfalls drei Preise: für den besten Schnitt und als Publikumsliebling. Außerdem erhielt Colin Firth nach dem Oscar noch die Auszeichnung als bester europäischer Schauspieler. Der 51-Jährige war auch nicht angereist, ließ aber ausrichten: “Innerlich tanze ich gerade!“ Der Preis für die beste Darstellerin ging ebenfalls nach Großbritannien. Tilda Swinton wurde für ihre Leistung als Mutter eines Amokläufers in “We need to talk about Kevin“ geehrt.

Die Dänin Susanne Bier gewann mit ihrem oscarprämierten Drama “In einer besseren Welt“ die Trophäe für die beste Regie. Der 85 Jahre alte französische Schauspieler Michel Piccoli erhielt von der Akademie einen Sonderpreis. Der britische Regisseur Stephen Frears wurde für sein Lebenswerk geehrt, der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen für seinen Beitrag zum Weltkino.

Die Preise werden von der Europäischen Filmakademie (EFA) mit Sitz in Berlin verliehen. In der EFA sind 2300 Filmschaffende aus ganz Europa versammelt. Die Auszeichnungen werden in der Regel abwechselnd in der deutschen Hauptstadt und einer anderen europäischen Metropole vergeben. 2012 wird der Europäische Filmpreis auf Malta verliehen.

dpa

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