"Mensch" Grönemeyer begeistert "Tief im Westen"

- Bochum - Emotionen pur "tief im Westen": Die Fans in Bochum lagen ihm zu Füßen und Herbert Grönemeyer zahlte die Zuneigung mit einer Liebeserklärung an seine Heimatstadt zurück. 28 000 Zuschauer im ausverkauften Ruhrstadion bereiteten dem 47 Jahren alten Deutschrocker am Samstagabend beim "Heimatkonzert" zum Auftakt seiner Open-Air-Tournee einen triumphalen Empfang.

 "Herbie, Herbie" rufen die Fans, als Grönemeyer um 20.25 Uhr in einem schwarz-weißen T-Shirt "seine Bühne" betritt. "Guten Abend, Bochum", entgegnet der charismatische Künstler bei der musikalischen Zeitreise "Das Beste von Gestern bis Mensch". Erst über zweieinhalb Stunden später - nach etlichen Zugaben - entlassen sie ihren erschöpften, aber glücklichen Star, der ein wahres Bühnenfeuerwerk abbrannte. <P>Grönemeyer, dessen Eltern nach wie vor in Bochum leben, ist trotz des immensen Erfolgs "Mensch" geblieben. Das Ruhrgebiet ist seine Heimat. Nie wurde das deutlicher als bei der Rückkehr zu seinen Wurzeln am Samstag. Als er den Titelsong des mehr als 1,5 Millionen Mal verkauften neuen Albums "Mensch" anstimmt, schlagen die Wellen der Begeisterung so hoch wie bei seinen legendären Auftritten 1994 und 1998 an selber Stelle. "Wenn ihr sehen könntet, wie das von hier oben aussieht. Das ist überwältigend", ruft Grönemeyer.</P><P>Wie kaum ein anderer bringt er Gefühle in Einklang mit Text und Musik, vermittelt Spaß und Nachdenklichkeit. Dabei spielt er nicht mit den Emotionen. Er lebt sie aus, ist ehrlich und gerade heraus. Auch und gerade in Bochum, wo er seine ganzes Programm abspult. Von "Curry-Wurst", über "Männer", "Flugzeuge im Bauch", "Was soll das?" bis hin zu "Land unter". Und Tausende zünden Wunderkerzen an, winken mit Leuchtstäben und liegen sich schwärmerisch in den Armen, als Grönemeyer die Hymne seiner Heimatstadt um kurz nach 23 Uhr noch einmal intoniert. Den Text singt jeder mit: "Tief im Westen. Wo die Sonne verstaubt. Ist es besser, viel besser als man glaubt (...) Bochum ich komm' aus dir. Bochum, ich häng' an dir."</P><P>Das Konzert in Bochum war für Grönemeyer, der am Sonntagmorgen übernächtigt und heiser den "1. Ruhr-Marathon" von Wattenscheid nach Dortmund startete, nach der "Generalprobe" am Donnerstag in Ahlen der Auftakt seiner Open-Air-Saison. Er hatte noch kurzfristig dieses spezielle "Heimatkonzert" an den Anfang seine Tour gelegt. Offizieller Auftakt seiner "Mensch"-Tour 2003 war dann am Sonntagabend im Bremer Weserstadion.</P><P>Nur einen Kilometer vom Stadion entfernt hatte Grönemeyer seine einzigartige Karriere am Bochumer Schauspielhaus begonnen. Als Filmschauspieler in Wolfgang Petersens Klassiker "Das Boot" fesselte er ein Millionen-Publikum.</P><P>Seine Passion aber blieb die Musik. Der Durchbruch gelang Grönemeyer 1984 mit dem Album "Bochum". 1998, nach dem tragischen Krebstod seiner Frau Anna, zog er sich von der Bühne zurück. In der Wahlheimat London widmete er sich seinen Kindern, bevor er nach der Phase der Reflexion mit "Mensch" im Vorjahr einen Volltreffer landete. "Neben meinen Kindern ist die Musik mein Lebenselixier. Ich bin auf meinem Weg, von dem ich noch nicht weiß, wohin er führt. Aber ich komme Millimeter für Millimeter voran", sagte er kürzlich.</P><P>Seine Fans sind ihm über die Jahre treu geblieben - und neue kamen hinzu. Die "Mensch"-Tour schlägt alle Rekorde. Die Karten in Bochum waren in nur vier Stunden vergriffen. Über zwei Dutzend Mal wird er bis zum 7. Juli noch auf der Bühne stehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bis zum Abschlusskonzert in Stuttgart erhöht sich die Gesamtbesucherzahl der im vorigen November begonnenen Tournee auf rund 1,5 Millionen. Damit liegt Grönemeyer auch im internationalen Vergleich in den Top Ten des Musikgeschäfts. </P><P>www.mlk.com</P>

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