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Günther Jauch löste seine Wettschuld ein und trug einen Anzug von Thomas Gottschalk. Er war eine Nummer zu groß.

Wetten, dass..?: Fans sauer auf Jauch - Kommt Schöneberger?

München - Es passiert wirklich nicht häufig, dass Menschen sauer sind auf Günther Jauch. Die Hinhaltetaktik bezüglich Wetten, dass..? ist aber vielen Zuschauern sauer aufgestoßen.

Die meisten Zuschauer lieben ihn, egal, was er macht. Sie mögen seine seriöse, nette, immer noch schwiegersohnmäßige Art. Manche würden ihn, das haben Umfragen ergeben, gar zum Bundespräsidenten wählen. Kurzum: Der 55-Jährige hat ein Stein im Brett bei den Menschen. Jetzt aber hat Jauch viele Fans verärgert. Weil er die Diskussion um die Wetten, dass..?-Nachfolge genutzt hat, um die Quote seines RTL-Jahresrückblicks in die Höhe zu treiben.

Dieses Manöver war durchschaubar. Deswegen sind die Menschen sauer. Und das zu Recht. „War diese Hinhalterei denn echt nötig?“, fragt Silke M. auf ­Facebook. Und weiter: „Hätte Jauch mehr Format zugetraut.“ Ein tz-Leser meinte außerdem: „Ich fühle mich total veräppelt.“

Die ganze Geschichte: Am Samstagabend hatte Thomas Gottschalk seinen Weggefährten Günther Jauch bei Wetten, dass..? zu Gast. Im Laufe der Show meinte Thommy: „Dieses Sofa ist ab nächster Sendung zu haben“, und wollte dann von Jauch wissen, ob der nicht Lust hätte, die Sendung zu übernehmen. Anstatt sofort zu verneinen, erbat sich der ARD- und RTL-Moderator Bedenkzeit und kündigte an, seine Entscheidung am gestrigen Sonntag in 2011! Menschen, Bilder, Emotionen mitzuteilen. Beim Kölner Privatsender.

Und dort sagte Jauch dann ab. „Ich glaube, dass ich das nicht gut kann.“ Raunen im Publikum. Ein paar traurige „Ohhhhs“. Die Enttäuschung war groß – und das aus zwei Gründen. Erstens hätten sich viele Zuschauer Jauch tatsächlich als Wetten, dass..?-Nachfolger gewünscht.

So war Gottschalks letzte "Wetten, dass..?"-Show

So war Gottschalks letzte "Wetten, dass..?"-Show

Er ist (neben Thomas Gottschalk) der beliebteste Moderator, den wir in Deutschland haben. Und zweitens war im Moment der Absage klar, dass Jauch sich nur aus einem Grund Bedenkzeit erbeten hatte: Er wollte noch ein paar Zuschauer mehr in seine RTL-Sendung locken. Eine wirklich ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Wetten, dass..? hat – so viel darf man unterstellen – nie stattgefunden.

Jauch ist bei RTL unter Vertrag, wo er Wer wird Millionär? moderiert. Außerdem ist er Gastgeber der politischen Gesprächssendung im Ersten, die gerne als die wichtigste von allen beschrieben wird (dass die ARD die Sendung am Sonntag ausfallen ließ, damit Günther Jauch bei RTL den Jahresrückblick moderieren durfte, ist eine Geschichte für sich und im Grunde auch ein Skandal …). Jauch hätte all diese Verpflichtungen über Bord schmeißen müssen für Wetten, dass..?. Die Wahrscheinlichkeit, dass er die ZDF-Show übernimmt, war also minimal.

Thomas Gottschalk hat das Spiel seines guten Freundes mitgespielt und konnte sich auf diese Weise noch mal für über 20 Jahre Wetten, dass..? beklatschen lassen. Eine Win-win-Situation für Gottschalk und Jauch, der immerhin fast neun Millionen Menschen vor die Fernseher lockte. „Zwei Lausbuben und ein Streich“, schrieb die dpa gestern. Der Zuschauer blieb dabei leider auf der Strecke.

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Macht es doch die Schöneberger?

Blond, gelockt, nicht auf den Mund gefallen: Die Beschreibung passt sowohl zu Thomas Gottschalk als auch zu Barbara Schöneberger. Die 37-Jährige hatte zwar vor drei Wochen erklärt, Wetten, dass..? nicht moderieren zu wollen (tz berichtete). Doch für Gottschalk ist sie die Wunschkandidatin für seine Nachfolge, wie er in Günther Jauchs RTL-Jahresrückblick deutlich machte: „Barbara ist eine, die mir sehr nahe kommt in ihrer Art. Sie ist furchtlos und schnell.“ Dazu könnte das ZDF ein Zeichen setzen, wenn eine Frau den Showklassiker weiterführen würde. Nicht mal Gottschalk wusste, ob das ZDF Schöneberger offiziell gefragt hatte. Ob das der Fall war, wollten gestern weder der Sender noch das Management der gebürtigen Münchnerin sagen – auch nicht, wie ernst die Absage damals gemeint war. „Kein Kommentar“ hieß es von beiden Seiten. Meist ein sicheres Zeichen, dass da doch etwas im Busch ist.

EH

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