Michael Jackson vor Gericht

- Santa Maria - Im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson hat der Richter am Donnerstag (Ortszeit) mehreren Anträgen der Verteidigung stattgegeben. Nach Anordnung von Richter Rodney Melville darf sich ein früherer Neverland-Mitarbeiter nicht über einen angeblichen, zwölf Jahre zurückliegenden Vorfall äußern, berichtete der US-Sender MSNBC. Die Staatsanwaltschaft wollte ihn dazu befragen.

<P>Der ehemalige Mitarbeiter des Sängers hatte in früheren Interviews behauptet, ein "erregter" Jackson habe ihn damals darum gebeten, Vaseline zu bringen, als sich der Sänger alleine mit einem Jungen in seinem Schlafzimmer aufhielt.<BR><BR>Der Richter gab der Staatsanwaltschaft aber grünes Licht, den Mann über andere Beobachtungen zu befragen. Prozessbeobachter rechnen damit, dass der Zeuge über Umarmungen und Küsse zwischen Jackson und einem Jungen, der später eine Millionenabfindung von dem Sänger erhielt, aussagen wird. Mit den früheren Fällen angeblichen Missbrauchs will Staatsanwalt Tom Sneddon Jacksons "Neigung" zur sexuellen Belästigungen Minderjähriger aufzeigen.<BR><BR>Jackson (46) ist in dem laufenden Verfahren angeklagt, einen heute 15 Jahre alten Jungen im Frühjahr 2003 auf seiner Neverland Ranch sexuell missbraucht zu haben. Zudem muss er sich wegen Verschwörung zur Entführung und Freiheitsberaubung verantworten.<BR><BR>Melville lehnte einen weiteren Antrag der Staatsanwaltschaft ab, einen Spezialisten für häusliche Gewalt in den Zeugenstand zu rufen. Die Anklage hatte sich von der Aussage eines Experten erhofft, Ungereimtheiten im Verhalten der Mutter des jugendlichen Beschuldigers zu erklären. Die Frau, deren Glaubwürdigkeit von Jacksons Anwälten im Kreuzverhör stark in Zweifel gezogen wurde, soll von ihrem früheren Ehemann misshandelt worden sein.<BR><BR>Der Richter will dagegen einen früheren Leibwächter des Popstars in den Zeugenstand lassen, der derzeit im US-Staat Nevada wegen Raubes angeklagt ist. Die Aussage des ehemaligen Mitarbeiters könnte den Vorwurf der Anklage untermauern, dass Jackson seinem jugendlichen Beschuldiger Alkohol zu trinken gab. Der Leibwächter hatte bereits im vergangenen Jahr vor einer Grand Jury ausgesagt, dass er den Popstar und den Jungen mit Alkohol sah und dass der Teenager einmal betrunken wirkte.</P>

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