Michael Jackson soll um Karriere gebangt haben

- Santa Maria - Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte US- Sänger Michael Jackson soll im Frühjahr 2003 fast pleite gewesen sein. Dies gab ein Finanzexperte als Zeuge der Anklage vor der Jury in Santa Maria zu Protokoll.

<P>Seinen Angaben zufolge hatte Jackson im Februar 2003 nur 38 000 Dollar Bargeld und gleichzeitig offene Rechnungen über 10 Millionen Dollar, berichtete die "Los Angeles Times". Die Finanzprobleme hätten Jackson darin bestärkt, der Familie seines vermeintlichen Opfers in einem Entlastungsvideo zu einer positiven Aussage zu drängen und dadurch einer Schädigung seiner Karriere vorzubeugen, argumentiert die Anklage.</P><P>Die Aussage des Buchhalters John Duross O'Bryan gab Einblick in die Konten und das Vermögen des Entertainers. Danach soll Jackson von 1999 bis 2003 jährlich 20 bis 30 Millionen Dollar mehr ausgegeben haben, als er verdiente. Alleine die jährlichen Kosten für Anwälte und Berater würden 5 Millionen Dollar verschlingen. Die gleiche Summe soll der Popstar für die Überwachung und den Unterhalt seines Neverland-Anwesens ausgeben. Im Kreuzverhör machte Jacksons Anwalt Thomas Mesereau aber deutlich, dass der Popstar noch nie Konkurs anmelden musste und dass seine Rechte an dem Sony-Musikkatalog mit zahlreichen Beatles-Titeln und den Werken anderer Künstler mehrere Milliarden Dollar wert seien.</P><P>Ursprünglich wollte die Staatsanwaltschaft am Dienstag ihre Beweisführung abschließen. Doch wie der Sender FoxNews berichtete, wurde nun am Mittwoch ein früherer Geschäftspartner Jacksons als letzter Zeuge der Anklage erwartet, bevor der Fall an die Verteidigung gehen sollte.</P><P>Am Dienstag war auch die Glaubwürdigkeit von Michael Jacksons Ex- Frau Debbie Rowe in Frage gestellt worden. Ein Polizeiermittler gab vor der Jury zu Protokoll, dass Rowe den wegen Missbrauch angeklagten Popstar vor einem Jahr als "Soziopathen" bezeichnet habe, der seine Kinder als "Eigentum" betrachten würde. In der vergangenen Woche hatte Rowe als Zeugin der Anklage für Wirbel gesorgt, als sie Jackson überraschend als "guten Vater", der "großartig" mit Kindern umgeht, pries.</P><P>Die 46-jährige Mutter der gemeinsamen Kinder Paris und Prince Michael hatte auch versichert, dass sie von Jacksons Helfern in keiner Weise dazu genötigt worden war, sich in einem Entlastungsvideo positiv über den Popstar zu äußern. Das habe sie aus freien Stücken getan.</P><P>Polizist Steve Robel zitierte aus einem Gespräch mit Rowe aus dem letzten Jahr, dass ihre Aussagen in dem Video falsch waren und dass sie nach der Scheidung von Jackson einem "Plan" folgte, in der Öffentlichkeit immer nett über ihre Beziehung mit dem Popstar zu sprechen.</P><P>Der 46-jährige Sänger muss sich wegen sexuellen Missbrauchs eines heute 15 Jahre alten Jungen im Frühjahr 2003 auf seiner Neverland- Ranch verantworten. Er soll den Jungen und dessen Familie auch gegen deren Willen auf dem Anwesen festgehalten haben.</P><P>Nach Informationen des Senders MSNBC könnte die Verteidigung bereits in der kommenden Woche den früheren Kinderstar Macaulay Culkin in den Zeugenstand rufen. Die Anklage hatte Culkin als ein weiteres Belästigungs-Opfer des Sängers dargestellt. Der Schauspieler hatte dagegen in früheren Interviews versichert, dass seine enge Beziehung zu Jackson rein freundschaftlicher Natur gewesen sei.</P>

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