Michael Jackson verlässt Neverland

- Santa Barbara - Als Michael Jacksons Hitalben "Bad" und "Thriller" noch Millionen einspielten, erfüllte sich der Popstar einen teuren Traum. Für rund 20 Millionen Dollar kaufte er sich 1988 ein riesiges Anwesen im hügeligen Hinterland des kalifornischen Küstenortes Santa Barbara, das er nach dem Nimmerland seiner geliebten Märchenfigur Peter Pan "Neverland"-Ranch taufte.

Dieses Märchen-Paradies soll er verlassen haben. "Er lebt nun dauerhaft in Bahrain", zitierte die "Los Angeles Times" am Freitag den Anwalt des Popstars, Thomas Mesereau. Dorthin hatte sich der von Vorwürfen des Kindesmissbrauchs freigesprochene Sänger im Juli abgesetzt, um sich von den Strapazen des monatelangen Prozesses zu erholen.

Der Wohnsitzwechsel kam ans Licht, weil Jackson eine Aufforderung erhalten hatte, als Geschworener vor Gericht seine Bürgerpflicht zu erfüllen. Um Jackson den Auftritt als Jury-Mitglied zu ersparen, schritten seine Anwälte schnell zur Tat. Er wohne nicht mehr auf Neverland und müsse daher auch nicht in den USA als Juror vor Gericht erscheinen, führten sie als Entschuldigung an. Die Musik-Szene fragt sich unterdessen, ob Jackson bald in einem Plattenstudio erscheint. Anfang September hatte er groß verkündet, innerhalb von zwei Wochen einen Benefiz-Song für die Opfer des Hurrikans "Katrina" aufzunehmen. Doch darum ist es verdächtig ruhig geworden.

"Es tut sich einfach nichts", zitierte die "Los Angeles Times" kürzlich den Manager eines Grammy-Gewinners, der auf Jacksons Liste prominenter Künstler stand, die bei dem Projekt mithelfen wollten. "Eigentlich wollen wir im Moment gar nichts mit Michael zu tun haben", plauderte der Manager bereitwillig aus, allerdings unter der Bedingung, dass er anonym bleibe. Superstars wie Mariah Carey, James Brown, Lenny Kravitz, R. Kelly und viele andere würden bei der Spenden-Platte mitmachen, erklärte Jackson Mitte September auf seiner Webseite. Das Projekt gehe "schnell voran", beschwichtigte Jackson- Sprecherin Raymone Bain vor wenigen Tagen, ohne aber konkrete Termine zu nennen. R. Kelly sei schon abgesprungen, will die "Los Angeles Times" erfahren haben.

Mit dem Song wolle er an den Erfolg seines Benefiz-Liedes "We Are The World" anknüpfen, prophezeite der Popstar. Der 1985 von ihm und Lionel Richie geschriebene Song spielte über 50 Millionen Dollar für Hilfsaktionen in Afrika ein. Damals konnte Jackson Musikgrößen wie Ray Charles, Bruce Springsteen, Tina Turner, Stevie Wonder und Bob Dylan für sein Projekt gewinnen. Inzwischen rätseln viele, ob der einstige Megastar überhaupt noch das nötige Kleingeld hat, um sein Luxusleben zu bestreiten. Allein die 160 Haus- und Sicherheitskräfte, die das 1000 Hektar große Neverland am Laufen halten, kosten jährlich fünf Millionen Dollar.

Hier richtete Jackson 1991 Liz Taylors achte Prunk-Hochzeit aus. Tausende bedürftige und kranke Kinder lud er jährlich in seine Zauberwelt mit Karussells, Tieren und Kinos ein. Großzügig spendierte er Ferienaufenthalte - aus Deutschland flog der Star etwa eine Familie ein, die 2002 von der Flutkatastrophe schwer betroffen war. "Wegen meiner verlorenen Kindheit" wollte er für andere Kinder ein Disneyland schaffen, erklärte der einstige "King of Pop". Dies sei nicht mehr sein Zuhause, klagte Jackson dann im November 2003, nachdem die Polizei bei einer Großrazzia auf Spurensuche ging und Neverland auf den Kopf stellte.

Der nächste Neverland-Besitzer - sollte sich Jackson zum Verkauf entschließen - müsste tief in die Tasche greifen. Ein Häusermakler im Nachbarort Los Olivos schätzt den Wert des Anwesens auf 50 bis 100 Millionen Dollar. Der Zeitschrift "Us Weekly" zufolge gibt es bereits einen Interessenten. Rap-Star Eminem habe genug vom kalten Winter in seiner Heimatstadt Detroit. Freunden zufolge hält er Neverland für den perfekten Zufluchtsort unter einem sonnigem Himmel.

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