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Michael Stenger.

Verleihung mit Top-Stars in Berlin

Warum dieser Münchner einen Bambi bekam

Berlin - Abseits der Top-Stars ging ein Bambi am Donnerstagabend auch an einen Münchner, der nur den wenigsten ein Begriff sein dürfte.

Der wohl bewegendste Moment der 66. Bambi-Gala gehörte einem, der selbst nicht dabei sein konnte. Der verunglückte Rennfahrer Michael Schumacher wurde am Donnerstag - auf den Tag genau 20 Jahre nach seinem ersten Weltmeister-Titel - mit einem Millennium-Bambi ausgezeichnet. Ergriffen lauschten die Zuschauer auch Kronprinzessin Mary von Dänemark. Sie bekam den Bambi in der Kategorie Charity für ein Projekt ihrer Stiftung, das sich gegen häusliche Gewalt engagiert. Den ganzen Abend schwang neben all dem Glamour und der Freude über die Preise etwas Wehmut mit.

Mit den Worten „lieber Michael“ begann Sebastian Vettel seine Laudatio auf sein großes Vorbild und guten Freund Schumacher. „„Diese Freundschaft ist es, die mich heute Abend so glücklich, stolz und gleichzeitig auch ein bisschen traurig sein lässt. Wie sehr hätte ich mir gewünscht, Dir diesen Preis persönlich zu überreichen.“ Doch nicht Schumacher selbst, sondern seine Managerin Sabine Kehm und sein langjähriger Teamchef Ross Brawn nahmen das goldenen Rehkitz für ihn entgegen. „Er kämpft jetzt einen neuen Kampf und den wird er auch auf seine eigene Art bestehen“, sagte Brawn. Fast ein Jahr nach seinem schweren Ski-Unfall befindet sich Schumacher in der Rehabilitation.

Die dänische Kronprinzessin Mary schritt etwas nervös in ihrer dunkelblauen glitzernden Robe auf die Bühne, um ihren Bambi entgegenzunehmen. Da zückte selbst Moderator Kai Pflaume eine Kamera und machte ein Foto von der Königlichen Hoheit.

Nach einem freundlichen „Guten Abend“ auf Deutsch trug die gebürtige Australierin eindringlich ihr Anliegen vor: Geschlechtlich motivierte Gewalt - physisch oder sexuell - durchdringe noch immer alle Schichten der Gesellschaft in allen Ländern der Welt, sagte Mary. „Ich nehme diesen Bambi entgegen als eine Fackel der Hoffnung für jede Frau und jedes Mädchen, die mit Gewalt oder in Angst vor Gewalt leben.“

Michael Stenger aus München bekommt Bambi

Auch die eher unbekannten Preisträger, die für ihr Engagement ausgezeichnet wurden, werden wohl vielen in Erinnerung bleiben. Wie der Münchner Michael Stenger, der den Bambi in der Kategorie Integration bekam. Er leitet eine Privatschule, in der junge Flüchtlinge eine Schulausbildung bekommen. Stenger schlug dem im Publikum sitzenden Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor, mal bei einem gemeinsamen Bier über die Flüchtlings-Situation zu sprechen. Und zum Abschluss seiner Dankesrede zitierte Stenger Johann Wolfgang von Goethe: „Ein Volk, das seine Fremden nicht ehrt, ist dem Untergang geweiht.“

Bei all den ernsten Themen gingen die Auftritte von Newcomerin Ariana Grande, U2 und den Fantastischen Vier, die alle Bambis für ihre Musik bekamen, fast etwas unter. US-Schauspielerin Uma Thurman versprühte allerdings reichlich Hollywood-Glamour - und sagte sogar, sie würde gerne einmal wiederkommen. Schließlich verabschiedete sie sich mit einem kleinen Knicks.

Einen fröhlichen Höhepunkt erlebte das Publikum ganz zu Beginn der Bambi-Verleihung. Nach dem Auftritt von Helene Fischer in goldglitzernden Hotpants, bekamen die Fußballer Philipp Lahm und Miroslav Klose ihre Bambis überreicht. „Lieber Miro, wenn ich es könnte, würde ich deinen Salto machen - aber ich lasse es lieber“, begann Bastian Schweinsteiger schmunzelnd seine Laudatio auf seine ehemaligen Kollegen aus der DFB-Auswahl. Später hatte dann aber auch Schweinsteiger noch eine ernste Aufgabe: Er lud neun Kinder, die ihre Eltern bei einem Unfall verloren hatten, und ihren Unterstützer Wolfgang Sell, der den Bambi in der Kategorie Stille Helden bekam, zu einem Spiel der Fußball-Nationalmannschaft ein.

dpa

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