Miss Lavigne weiß, was sie will

- Das Mädchen ist unglaublich. Und es läuft immer besser für Avril Lavigne, den 18-jährigen Superstar aus Kanada. Letzter Coup des frechen Rock-Girls mit den langen Haaren: Sie stieß Robbie Williams in Großbritannien vom Thron. Sechs Wochen führte Robbie dort mit "Escapology" die Album-Charts an, jetzt steht Avril's Album "Let Go" auf Nummer Eins.

<P>Dabei war die Platte schon fünf Monate auf dem Markt gewesen und hatte mit "Complicated" und "Sk8er Boy" bereits für zwei Hitsingles gesorgt. Und auch in Deutschland redet alles von Miss Lavigne. Ihr Konzert am Mittwoch im Münchner Zenith ist längst ausverkauft.</P><P>Es scheint fast so, als hätten die Kids in den USA und Europa diesmal eine Platte gekauft, die sie wirklich wollten. Speziell in England ließen sie die Scheiben der gecasteten Möchtegerne-Popidole liegen und entschieden sich lieber für eine etwas picklige, gitarrenschwenkende Kanadierin in Baggy Jeans und ausgewaschenen T-Shirts. </P><P>In der Woche, in der Avril's CD nach oben schoss, blieben die Werke der traditionellen Teenie-Acts wie Atomic Kitten und Blue in den Regalen liegen. Ähnlich lief das Jahre zuvor bei David Gray und Coldplay. </P><P>Ob sie es nun darauf angelegt hat, genauso wie Pink das Popgeschäft umzukrempeln, kann man nicht beurteilen. Doch wie das schrille US-Girl wurde sie sofort störrisch, als ihr Label sie auf die Britney Spears-Schiene fahren wollte. Nachdem Avril die ersten Mixe für ihr Album gehört hatte, fuhr sie ihrem Produzenten in die Parade. "Das klingt zu poppig, und dann erst der fade Drumcomputer! Das muss geändert werden", herrschte sie die Bosse an.</P><P>Avril: "Jeder hat mich angeschaut, als wäre ich verrückt". Aber schließlich mischte man die Titel neu ab. Vermutlich dachte der Chef der Plattenfirma noch an die Sache mit Pink. Die hatte ihm erklärt, sie würde sich nicht zur blöden Pop-Tussi machen lassen. Das daraufhin neu produzierte, rockige Album wurde zum Mega-Seller.</P><P>Aus stinknormaler Mittelklasse-Familie</P><P>Und so steht diese temperamentvolle 18-Jährige nun für einen neuen Trend in der Popmusik: Die singenden Prinzesschen aus der Tanzmaus-Abteilung haben mittelfristig abgewirtschaftet, die kessen Frechdaxe mit dem Rock-Feeling sind gefragt. Pink, Kelly Osbourne und eben Avril Lavigne treten die Nachfolge der Rockladies wie Alanis Morissette an. Anders als ihre männlichen Kollegen aus der Zunft der neuen Wilden mit dem 70er-Retro-Sound haben sie sich aber unter Kontrolle.</P><P>Avril ist kein Skateboarder, kein Punk, sie kommt nicht von der Straße, sondern aus einer stinknormalen Mittelklassen-Familie. Ihre Idee von Punk ist Blink 182, und nicht die Sex Pistols. Sie ist einfach eine Rock'n'Rollerin, die mitten in den Haufen gecasteter Plastik-Stars reinhaut. Wie schön.<BR><BR></P>

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