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„Anmut und Stil“ bescheinigte Regisseur Billy Wilder der Schauspielerin Audrey Hepburn.

Heute vor 80 Jahren wurde Audrey Hepburn geboren

Ein Cocktailkleid für arme Kinder

Ihre Anziehungskraft als Filmstar, Mode-Ikone und Wohltäterin ist lange nach Audrey Hepburns Tod ungebrochen.

Die grazile Schauspielerin, die heute 80 Jahre alt geworden wäre, leistet nach ihrem Krebstod im Jahr 1993 weiterhin Gutes für bedürftige Kinder in aller Welt. Der Erlös der Ausstellung „timeless audrey“, die noch bis zum 10. Mai im Berliner Hauptbahnhof läuft, ist für misshandelte Kinder bestimmt. Unter den mehr als 1200 Exponaten sind ihre Oscars, ihre Vespa, Hochzeitskleider, persönliche Briefe und Heimvideos zu sehen.

Nach einer Reise in den Sudan änderte die Schauspielerin ihr Leben radikal.

Die Söhne der Unicef- Sonderbotschafterin, Sean H. Ferrer und Luca Dotti, hatten nach dem Tod ihrer Mutter im Januar 1993 den „Audrey Hepburn Children’s Fund“ gegründet, um ihre soziale Arbeit fortzusetzen. Das berühmte schwarze Cocktailkleid, das Hepburn in dem Filmklassiker „Frühstück bei Tiffany“ trug, hilft armen Kindern in Indien. Als das teuerste Kleidungsstück der Filmgeschichte es vor drei Jahren für fast 700 000 Euro versteigert worden. Mit dem Erlös wurden 15 Armenschulen in dem asiatischen Land finanziert. Eine Briefmarke mit dem Konterfei der Aktrice kam 2005 als teuerste deutsche Marke der Nachkriegszeit für 135 000 Euro unter den Hammer. Eine weitere der seltenen Marken, die Hepburn mit langer Zigarettenspitze zeigt, wird Ende Mai in Berlin versteigert.

Hepburn ist in Mode wie kaum ein anderer Star. Die Rolle einer Prinzessin, die sich in Rom in einen amerikanischen Journalisten verliebt, war für die grazile und elegante Frau maßgeschneidert. Über 55 Jahre ist es her, dass die zuvor fast unbekannte Schauspielerin in der romantischen Komödie „Ein Herz und eine Krone“ an der Seite von Gregory Peck quasi über Nacht zum Star wurde. Ihren letzten kurzen Auftritt – als Engel – verschaffte ihr Steven Spielberg im Jahr 1989 in dem Film „Always“.

Zu diesem Zeitpunkt ging der publikumsscheue Hollywoodstar bereits in seiner Rolle als Unicef-Botschafterin auf. 45 Jahre habe sie eine solche Aufgabe gesucht und endlich gefunden, sagte die Schauspielerin über ihre Arbeit mit bedürftigen Kindern in Kriegs- und Hungergebieten. Auf ihrer ersten Reise in den Sudan im Jahr 1989 sah sie einen ausgemergelten 14-jährigen Jungen mit akuter Anämie und meinte: „Genau so sah ich am Ende des Krieges in diesem Alter aus.“

Die Schauspielerin wurde als Tochter einer niederländischen Baronin und eines britisch Bankiers im Jahr 1929 in Brüssel geboren. Nach der Scheidung der Eltern kam die Zehnjährige in London aufs Internat, wo sie ihre Liebe zum Tanz entdeckte. Die entbehrungsreichen Kriegsjahre verbrachte sie bei der Mutter in den Niederlanden, wo sie als Tänzerin Geld für den Widerstand gegen die deutsche Besatzung verdiente.

Nach dem Krieg setzte sie den Ballettunterricht in England fort, arbeitete als Model und erhielt kleine Filmrollen. Die Schriftstellerin Colette entdeckte die zierliche Darstellerin bei Dreharbeiten an der französischen Riviera und engagierte sie 1951 für die Hauptrolle in dem Broadwaymusical „Gigi“. Nach ihrem Oscar für „Ein Herz und eine Krone“ riss sich Hollywood um die zarte dunkle Schönheit, die so gar nicht den Sexappeal der damals populären Marilyn Monroe und Jane Mansfield hatte. „Audrey hatte Anmut und Stil – Dinge, die man nicht lernen kann“, bescheinigte ihr Regisseur Billy Wilder. Und er verpflichtete sie neben Humphrey Bogart für den Film „Sabrina“, was ihr eine weitere von insgesamt vier Oscar-Nominierungen einbrachte. Die anderen holte sie sich als belgische Ordensschwester in „Geschichte einer Nonne“, als charmantes Model auf Männersuche in „Frühstück bei Tiffany“ und als bedrohte Blinde in dem Thriller „Warte bis es dunkel ist“ von Terence Young.

Großen Erfolg hatte die Schauspielerin auch als das Blumenmädchen Eliza Doolittle in dem Musical „My Fair Lady“. Doch mit Ende 30 zog sich Hepburn fast ganz aus dem Filmgeschäft zurück. Ihre Ehe mit dem Schauspieler Mel Ferrer, Vater von Sohn Sean, ging 1968 in die Brüche. Auch die Ehe mit dem italienischen Psychologen Andrea Dotti, Vater von Sohn Luca, wurde geschieden.

An der Seite von Sean Connery kehrte Hepburn 1976 in „Robin und Marian“ noch einmal auf die Leinwand zurück. Ihre letzte Auszeichnung, die sie aber nicht mehr persönlich in Empfang nehmen konnte, erhielt Hepburn für ihr soziales Engagement. Bei der Oscar-Verleihung im März 1993, zwei Monate nach ihrem Tod, wurde sie postum mit dem „Jean Hersholt Humanitarian Award“ geehrt.

Barbara Munker

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