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Prinz Ferfried hatte wohl auch finanzielle Sorgen.

War es ein Selbstmordversuch?

Alkohol-Drama um Hohenzollern-Prinz

Es hat ja immer lustig ausgesehen, so wie sich Ferfried Prinz von Hohenzollern (65) als Prinz „Foffi" mit Tatjana Gsell öffentlich vor den Kameras auslebte und langsam, aber sicher seinen Ruf ruinierte – als Spross des deutschen Hochadels.

Doch ganz weit drinnen im Herzen des Wirtschaftsjuristen muss es dann doch sehr einsam geworden sein: Prinz Ferfried ist am Sonntagabend bewusstlos in seinem Ferienapartment am Huberhof in Suben in Oberösterreich aufgefunden worden – von Apartment-Nachbar Gerhard H., der die Rettung und die Polizei verständigte. Angeblich befanden sich neben dem „trockenen" Alkoholiker am Boden sieben leere Flaschen Whisky und Medikamentenschachteln.

Die Polizei in Suben bestätigte gegenüber der tz, dass Prinz Ferfried bewusstlos und schwerst alkoholisiert aufgefunden und sofort ins Landeskrankenhaus nach Schärding gebracht wurde. Der Zustand sei zunächst kritisch gewesen. Inzwischen sei „Pfaff", wie ihn seine echten Freunde nennen, mit dem Hubschrauber nach München ins Klinikum Großhadern verlegt worden.

Sein Lebensretter und Freund Gerhard H. war einige Tage zuvor noch mit Ferfried unterwegs, sie besuchten das Seehotel Huberhof. Als der Prinz dann aber sein Auto nicht abgeholt und nicht an sein Handy gegangen sei, habe sich Gerhard H. auf den Weg in Ferfrieds Apartment gemacht, wo ihm ein „seltsamer Geruch" auffiel. In der Küche lag Ferfried regungslos auf dem Steinboden. Wie lange – das ist noch völlig unklar.

Ferfrieds erste Frau, Angela Wepper (geborene von Morgen), mit der er zwischen 1968 und 1973 verheiratet war und die zwei Töchter Valerie-Alexandra (39) und Stefanie Michaela (37) hat, heute aber keinerlei Beziehung mehr zu ihm pflegt, bestätigte, dass die Töchter informiert seien, sie selbst aber nichts dazu sagen könne und völlig schockiert sei.

Prinz Ferfried hatte wohl auch finanzielle Sorgen. Weil er Anwaltsrechnungen in Höhe von 3500 Euro nicht bezahlen konnte, wurde er vergangenes Jahr vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verknackt. Dazu soll er hohe Schulden haben.

Zum Jahreswechsel ist er dann in eine 45-Quadratmeter-Junggesellen-Bude im oberösterreichischen Schärding gezogen und meinte: „Die Mieten sind billiger als in Berlin, und der Lebensstandard ist der gleiche." Er wollte dort einen Zigarren-Import aufziehen.

Wie es aussieht, hatte Ferfried von Hohenzollern auch schon einmal ein größeres Alkoholproblem. Er erzählte in Interviews von einer siebenwöchigen Therapie. Dem „Stern" sagte Ferfried 2007: „Ich bin seit 14 Jahren trocken." Wie auch immer: Sieben Flaschen Whisky können tödlich sein. Vermutlich war ihm das auch bewusst. Jetzt kämpft er um sein Leben ...

US, MZ

Prinz Ferfried: vom Hochadel zur Witzfigur


Der Mann hat allein acht Vornamen: Ferfried Maximilian Pius ­Meinrad ­Maria Hubert Michael Justinus Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen ist – trotz seines Images als Party-Prinz – von blauem Blut, er gehört sogar dem deutschen Hochadel an. Geboren wurde er am ­14. April 1943 auf Schloss Umkirch bei Freiburg im Breisgau. Seine Mutter war königlicher Abstammung: ­Margarete ­Carola Wilhelmine († 1962) war eine Tochter des letzten sächsischen Königs ­Friedrich August III. Ferfrieds Vater war Friedrich Viktor Prinz von ­Hohenzollern-Sigmaringen (†1965), sein Taufpate Papst Pius XII.

Zuerst sah alles nach einer standesgemäßen Laufbahn aus. Ferfried wurde ins Edel-Internat Salem am Bodensee geschickt, studierte Jura, wurde Wirtschaftsjurist. Schon damals bekam er einen Spitznamen: Pfaff. „Weil man mich immer mit den Worten ,Du wirst nie ein Pfaffe‘ aus dem Unterricht geschmissen hat“, gestand er in einem Interview.

Pfarrer werden? Niemals. Ferfried hatten es schnelle Autos angetan. 1971, mit 28 Jahren, gewann er das zweite 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring als BMW-Fahrer. Er liebt den Rennsport – fast so sehr wie Frauen. 1968 heiratete er zum ersten Mal, standesgemäß auf Schloss Sigmaringen: ­Angela von ­Morgen, die spätere Angela Wepper. Die Ehe hielt knapp fünf Jahre, die zweite Ehe schloss er mit der bürgerlichen Eliane Etter, diesmal dauerte die Verbindung zehn Jahre.

1999 dann machte er aus ­Maja Synke Meinert Maja ­Prinzessin von Hohenzollern. Vier Kinder, drei Töchter und zwei Söhne hatte Ferfried bis dato gezeugt. Erst ab 2004, als er die Beziehung zu Schönheitschirurgen-Witwe Tatjana Gsell öffentlich macht, wird er zu „Foffi“ und damit zur adeligen Witzfigur. Er zeigt sich mit dem blondierten Busenwunder in eindeutigen Posen, lässt keine Peinlichkeit aus, ein Privatsender zeigt die Doku-Soap Tatjana & Foffi – Aschenputtel wird Prinzessin.

Daraus wurde nichts. Maja verzögerte die Scheidung, „Foffi“ und Tatjana trennten sich im November 2006. Was bleibt sind Schulden, nicht bezahlte Anwaltsrechnungen und der gesellschaftliche Absturz. Der Hochadel hat ihn nicht wieder aufgenommen.

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