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„Weihnachten ist die einzige Zeit, wo ich entschleunige“, sagt Monika Gruber.

Monika Gruber: „Man muss sich selbst lieben“

München - Weihnachtsstress? Den kennt Monika Gruber (38) nicht. Das hat viele Gründe. Im Adventsgespräch erklärt uns die Kabarettistin warum sie nach wie vor Weihnachten liebt – und wie sie die Feiertage verbringt.

Frau Gruber, zu den Weihnachtsmuffeln gehören Sie nicht gerade …

Monika Gruber: Stimmt. Ich liebe Weihnachten! Das ist bei uns ein großes Familienfest, und ich freue mich schon Wochen vorher darauf. Seit Ende November höre ich Weihnachtsmusik im Auto. Und seit Oktober kann ich keinen Besuch mehr übernachten lassen. Weil das Gästebett voller Geschenke ist. Die werden eine Woche vor Heiligabend verpackt, dazu schreibe ich 50 Karten. Per Hand.

Ist Schenken für Sie wichtig?

Gruber: Sehr wichtig. Wissen Sie, viele sagen: Ich schenke dann, wenn ich will, und nicht, weil Weihnachten ist. Aber wann schenkt man denn sonst schon mal etwas? Und wenn nicht an Weihnachten, wann dann? Außerdem ­beschenke ich mich selbst gerne. Man muss sich auch selbst verwöhnen, sich selbst loben. Sich selbst lieben zu lernen, war bei mir ja ein längerer Prozess. Jetzt genieße ich es umso mehr, mich zu beschenken. Zumal dieses Jahr bei mir sehr anstrengend war. Ich hab heuer Federn gelassen.

Beruflich?

Gruber: Gar nicht mal so, ich reduziere seit Jahren meine Auftritte. Von 130 auf 80 in diesem Jahr, und nächstes Jahr werden es 70 sein. Ich will schließlich nicht, dass die Menschen sagen: „Muss die Gruberin schon wieder ihre Lätschn in den Fernseher halten? Haben die keinen anderen mehr?“ Man darf sich nicht abnutzen und auch nicht fürs Publikum abnutzen. Wenn man Zeit für sich und andere hat, dann erhält man auch Inspiration und den Blick für Neues.

Also haben Sie privat Federn gelassen?

Gruber: Meine beste Freundin hatte im Frühherbst die Diagnose Krebs. Gott sei Dank ist der Tumor jetzt weg, und das ohne Chemotherapie. Aber ihr zwölf Jahre alter Hund ist auch noch gestorben. Da denkt man sich schon irgendwann: Für heuer g’langt’s!

Wie läuft Heiligabend bei Ihnen ab?

Gruber: Die ganze Familie trifft sich bei Papa und Mama – also meine zwei Brüder mit Frauen und Kindern. Mein Freund kommt später, der muss am Flughafen arbeiten. Und ich bin so ziemlich für alles zuständig. Baum schmücken, Tisch dekorieren, alle Geschenke einpacken, Musik aussuchen, mit der Mama Kochrezepte raussuchen.

Was war das schönste Geschenk, das Sie je bekommen haben?

Gruber: Schwierig … Ich kann mich nicht entscheiden. Es waren zwei: Das eine war erst kürzlich, als mein Freund mir eine Konzertkarte für ein Konzert von Tony Bennett geschenkt hat. In Chicago. Tony ist nach Frank Sinatra mein Lieblingssänger. Ich wäre auch nach Bottrop gefahren, aber der tritt in Europa ja nicht mehr auf. Zweite Reihe, ich hätte ihn fast berühren können. Ich habe zwei Stunden lang durchgeheult.

Und das andere Geschenk?

Gruber: Das war auch tränenreich. Allerdings war ich vier und hatte hohes Fieber und Erkältung. Ich habe eine Puppenküche geschenkt bekommen und mich tausend mal bedankt: „Du liabes, braves Christkindl!“

Außer Familie – was bedeutet Ihnen Weihnachten noch?

Gruber: Es ist die einzige Zeit im Jahr, wo ich entschleunige. Wo ich mich ganz entspannt vom Bett zum Fernseher schleppe, drei DVDs mit Al-Pacino-Filmen anschauen kann, Freunde treffe oder mit meiner Familie über Dinge rede, über die man sonst nie ratscht. Einfach sandeln und es sich gutgehen lassen.

Matthias Bieber

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