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Die britische Comedytruppe Monty Python (l-r): Eric Idle, John Cleese, Terry Gilliam, Michael Palin und Terry Jones.

Karten nach 44 Sekunden ausverkauft

Erste Monty-Python-Liveshow seit 30 Jahren

London - Knapp 44 Sekunden hat es gedauert, bis alle Karten für die erste Monty-Python-Liveshow seit über 30 Jahren verkauft waren. 14 000 Fans pilgern zum ersten Auftritt - und sind begeistert.

Bands haben auf der Bühne oft ein Problem: Die Fans warten nur auf die alten Hits, die Musiker wollen etwas Neues probieren. Monty Python und ihr Publikum sind sich in dieser Hinsicht vollkommen einig. Ob toter Papagei oder Käsekauf, Holzfäller-Lied oder die Speisekarte voller „Spam“, die englischen Kult-Komiker erfüllen dem Publikum ungefragt jeden Wunsch.

„Es wäre merkwürdig, in diesem Alter zu versuchen, bessere Dinge als unser Bestes zu schreiben“, hatte Eric Idle vor Beginn der Live-Shows in der Londoner O2-Arena gesagt. Und so wird der erste von zehn Abenden am Dienstag zu einer ausgedehnten Bühnenversion der TV-Sendung „Flying Circus“, die Monty Python ab 1969 zu Stars gemacht hat: Scheinbar beliebig reihen sich Sketche aneinander, unterbrochen von ebenso ästhetischen wie unsinnigen Animationen.

Zwar ist der „Silly Walks Song“ neu, zwar gab es in den 70ern keine Witze über vibrierende Handys, zwar sind die Schritte der Tanzgruppe eigens für diese Bühne erdacht worden. Die Physiker Stephen Hawking und Brian Cox sorgen genau so für Überraschungsmomente wie Komiker Stephen Fry. Doch zu viel Ungewohntes mutet die Kult-Gruppe ihren Anhängern nicht zu, die auf den Sitzen mit leuchtenden Augen mitsprechen, -klatschen und -singen. „Deswegen sind wir ja hier“, sagt Zuschauerin Sue aus Leeds, 68 Jahre alt. „Um in Erinnerungen zu schwelgen und uns wieder jung zu fühlen.“

John Cleese, Eric Idle, Terry Jones, Terry Gilliam und Michael Palin können sich an diesem Abend sowieso alles erlauben. Cleese vergisst beim Aufzählen von Käsesorten erst den Text und kann sich dann das Lachen nicht verkneifen? Egal, das Publikum johlt. Die Herren zwischen 71 und 74 gönnen sich so viele Verschnaufpausen, dass sie netto eigentlich recht wenig Zeit auf der Bühne verbringen. Auch egal, schließlich sind Video-Einspielungen der fußballspielenden Philosophen und die alberne Olympiade (genau, der Wettlauf der Menschen ohne Richtungssinn) auch großartig.

So ist auch Graham Chapman immer wieder zu sehen, der einst im „Leben des Brian“ die Titelrolle spielte und 1989 an Krebs starb. Den verbleibenden Pythons scheint das Alter bislang nicht viel anzuhaben. Schon gar nicht macht es sie weniger komisch. In Frauenkleidern, mit Lippenstift und Pieps-Stimme sind sie mit Anfang 70 vielleicht sogar noch lustiger. Am Ende stehen fünf verschwitzte, etwas kurzatmige Männer auf der Bühne und Singen mit leuchtenden Augen „Always Look on the Bright Side of Life“. Und verabschieden sich mit einem gepflegten „Verpisst euch“. Ganz wie in alten Tagen.

dpa

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