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"Stalin in Stilettos" - diesen Spitznamen verpasste die "USA Today" der "Vogue"-Chefin Anna Wintour.

Gerüchte um "Vogue"-Chefin reißen nicht ab: Muss Anna Wintour gehen?

New York - Die Gerüchte, dass Anna Wintour, Chefredakteurin des US-Magazins "Vogue", ihren Hut nehmen muss, halten sich weiterhin hartnäckig. Sie selbst sagt jedoch, dass sie nicht beabsichtige, das Mode-Magazin "jetzt oder in absehbarer Zukunft" zu verlassen.

Die Gerüchte um Anna Wintour reißen nicht ab: Muss die mächtige Chefredakteurin des US-Modemagazins "Vogue" ihren Sessel räumen? Britische Klatschblätter und amerikanische Medien- Blogger behaupten seit Tagen, die "Eiskönigin von New York" und Vorbild für den Hollywood-Film "Der Teufel trägt Prada" stehe nach 20 Jahren an der Spitze des einflussreichen Magazins vor dem Aus.

Wintour selbst dementierte vor ein paar Tagen bei einer Podiumsdiskussion im New Yorker Plaza-Hotel erstmals öffentlich ihren angeblich kurz bevorstehenden Rauswurf. "Ich habe keine Pläne, "Vogue" jetzt oder in absehbarer Zukunft zu verlassen", sagte die 59- jährige Britin laut "New York Post". Über die Frage, ob Condé Nast- Chef Samuel Irving ("Si") Newhouse ihren Vertrag verlängert habe, der im kommenden Jahr abläuft, hüllte sie sich jedoch in Schweigen.

Newhouse selbst ließ die Behauptungen mit allem Nachdruck dementieren, Wintour würde durch Carine Roitfeld, die jüngere Chefredakteurin der französischen "Vogue"-Ausgabe ersetzt. "Das ist das dümmste Gerücht, das ich je gehört habe, und es stimmt schlichtweg nicht", ließ er laut "Wall Street Journal" ausrichten.

Wintour hatte die Leitung von "Vogue" im Alter von 38 Jahren übernommen und das Ansehen des Magazins mit gewagten Titelbildern sowie einem Mix aus Prominenten-Storys, Glamour-Mode und witzigen Texten gesteigert. In Spitzenzeiten hatte das Magazin bis zu über 800 Seiten pro Ausgabe - der Großteil davon Anzeigen. Dabei führt Wintour ein strenges Regiment, dem sich selbst die Designer unterwerfen. Keine Modenschau startet, bevor nicht Wintour mit akkurat geschnittenem Pagenkopf und Sonnenbrille in der ersten Reihe sitzt. In Mailand wurden auch schon ganze Modeschauen verschoben, damit Wintour dabei sein konnte.

Ihre Macht setzt "Stalin in Stilettos" ("USA Today") ganz gezielt ein: Wenn sie findet, dass ein Designer finanzielles Backup braucht, kümmert sie sich persönlich darum. "Sie lässt einen wissen, dass es wirklich kein Problem ist, wenn man etwas nicht machen kann, was sie will. Aber sie gibt einem auch zu verstehen, dass sie einen mit ihrem Magazin sehr unterstützen würde. Das macht sie sehr deutlich", sagte François-Henri Pinault, Geschäftsführer der Luxus-Marke PPR, in einem Interview der "New York Times".

Gefeierte Designer wie Marc Jacobs oder John Galliano profitierten davon, dass Wintour ihre frühen Entwürfe mochte. Jacobs designt heute für das französische Luxus-Label Louis Vuitton. Kleider, die in "Vogue" abgebildet werden, setzen weltweit Trends. Models, die sie mag, werden zu Superstars.

Aber der Krise der Printmedien kann auch Condé Nast nicht entkommen. Die Herren-Ausgabe "Men's Vogue" wurde auf zwei Ausgaben pro Jahr reduziert, das Lifestyle-Magazin "Vogue Living" ganz eingestellt. Beides waren Ideen von Wintour. Vielleicht soll jetzt auch ihr angebliches Jahresgehalt von zwei Millionen Dollar eingespart werden.

dpa

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