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Nachdem die britische Polizei Cliff Richards Haus im August durchsucht hatte, steht sie nun selbst in der Kritik.

Undichte Stelle bei Polizei

Kritik nach Hausdurchsuchung bei Cliff Richard

London - Nach einer Hausdurchsuchung bei Cliff Richard im August wegen des Verdachts auf ein Sexualdelikt muss sich die britische Polizei vor dem Parlament für ihre Vorgehensweise rechtfertigen.

Nach der Hausdurchsuchung bei Cliff Richard (73) hat die britische Polizei sich bei dem Popstar dafür entschuldigt, wie die Aktion abgelaufen ist. "Wir hatten einen Job zu erledigen, aber ich entschuldige mich bei Sir Cliff, wenn wir dabei etwas heftig vorgegangen sind", sagte der Polizeipräsident der Region South Yorkshire, David Crompton, am Dienstag in London.

BBC ging live auf Sendung

Polizei und BBC waren nach der Durchsuchung in der englischen Grafschaft Berkshire im August in die Kritik geraten, weil Reporter vor der Polizei am Einsatzort waren, live berichteten und die Arbeit der Ermittler im Haus aus einem Hubschrauber filmten.

Die Ermittler hatten Hinweise auf ein Vergehen an einem Jungen in den 80er Jahren erhalten. Der Musiker ("Spanish Harlem", "Living Doll") weist die Vorwürfe zurück. Über seinen Anwalt ließ er am Dienstag mitteilen, er wolle sich nicht in den Streit zwischen BBC und Polizei verwickeln lassen. Richard hat inzwischen bei der Polizei ausgesagt, es wurde keine Anklage gegen ihn erhoben. Trotzdem hat er einige öffentliche Auftritte, etwa beim Tennisturnier US Open, abgesagt.

Mitarbeiter von Scotland Yard informierte BBC

Die Ermittlungen zu dem Fall seien von Anfang an gefährdet gewesen durch eine angebliche undichte Stelle bei Scotland Yard, die Informationen an die BBC weitergegeben habe, sagte Crompton in einer Anhörung vor britischen Parlamentariern. Die Polizei habe den Sender 18 Stunden im voraus über die Hausdurchsuchung informieren müssen, um zu verhindern, dass die BBC schon früher über den Verdacht gegen Richard berichte. Von Erpressung wollte Crompton aber nicht sprechen. Cliff Richard selbst wurde nicht vorher informiert.

Polizei handelte naiv

Die Berichterstattung nannte der Polizeipräsident unangemessen. "Ich dachte, die BBC wird wahrscheinlich an der Straße stehen und Fotos von meinen Leuten machen, wie sie rein und raus gehen." Er habe keine Ahnung gehabt, dass die Reporter mit einem Hubschrauber zu dem Haus fliegen würden. "Das war vielleicht ein bisschen naiv", sagte Crompton.

BBC-Generaldirektor Tony Hall verteidigte den Sender. Sie hätten die Geschichte nie veröffentlicht, wenn die Polizei sich an ihn oder seine Kollegen gewandt hätte mit der Befürchtung, dass die Ermittlungen dadurch behindert würden. Sein Reporter habe Tipps zum Fall Richard von einer Quelle bekommen, die er nicht nennen wolle.

dpa

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