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"Top Gear"-Moderator Jeremy Clarkson

Fans starten Online-Petition

Nach Prügel-Vorwürfen: "Top Gear"-Moderator suspendiert

London - Eine "letzte Warnung" hatte Jeremy Clarkson schon bekommen, jetzt wurde es der BBC zu bunt. Der Moderator der Kult-Sendung "Top Gear" ist freigestellt. Beliebt macht sich sein Arbeitgeber damit nicht.

Die BBC hat den scharfzüngigen „Top Gear“-Moderator Jeremy Clarkson vorerst vom Dienst freigestellt. Der Sender entfachte damit einen Proteststurm unter Fans der Kult-Autosendung. Der 54-Jährige hatte mit seinem derben Humor und politisch unkorrekten Sprüchen schon oft Ärger gemacht. Nun soll er einen Produzenten geschlagen haben, wie unter anderem BBC News berichtete. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst aber nicht. Dass die britische BBC sich am Dienstagabend erst einmal kaltstellte, löste eine Welle der Solidarität aus. Rund 350.000 Fans unterschrieben bis zum Mittwochnachmittag eine Petition, die Clarksons Rückkehr forderte. Die Sendung läuft im deutschen Fernsehen bei RTL Nitro und DMAX. Auch auf der deutschen Facebook-Seite der Sendung "Top Gear" formiert sich eine breite Unterstützung für den Moderator.

Besonders ärgerten sich „Top Gear“-Freunde, dass die Show vorerst nicht mehr ausgestrahlt werden sollte. „Wie kann die BBC die verbleibenden „Top Gear“-Folgen nicht zeigen, kann man das nicht lösen, ohne dass die Fans leiden?“, fragte ein Twitter-Nutzer erbost. Jeremy Clarkson leitete die Nachricht an seine eigenen knapp 4,6 Millionen Follower in dem Sozialen Netzwerk weiter. Im vergangenen Mai hatte er von der BBC eine „letzte Warnung“ bekommen und sich entschuldigen müssen, weil er in einer nicht ausgestrahlten Aufzeichnung einen rassistischen Ausdruck genutzt hatte.

Angesichts des neuen Ärgers verhielt der Autokenner sich - für seine Verhältnisse - ruhig. Das Boulevardblatt „Sun“, für das Clarkson eine Kolumne schreibt, zitierte ihn am Mittwoch mit den Worten: „Ich trinke ein schönes, kaltes Pint und warte, bis das vorübergeht.“ Auf Twitter scherzte er mit seinen Co-Moderatoren James May und Richard Hammond über Alternativen zur „Top Gear“-Ausstrahlung am Sonntag: „Ich habe ein paar ziemlich gute Kriegs-Dokus gemacht. Sie könnten ein paar von denen zeigen.“

Auch Clarksons Familie scheint die Aufregung mit Humor zu nehmen. „Oh Gott BBC, bitte nimm ihn zurück... Er hat angefangen zu kochen...“, schrieb Tochter Em Clarkson auf Twitter. Fans und Medienjournalisten warfen die Frage auf, ob „Top Gear“ ohne den Starmoderator noch populär wäre. Oder ob die Show zu einem anderen Sender umziehen könnte.

„Top Gear“ ist einer der international erfolgreichen Kassenschlager für die BBC. Zum Start der aktuellen Staffel wurde eine Folge in mehr als 50 Ländern gleichzeitig ausgestrahlt. Neben in Großbritannien prominenten TV-Stars und -Sternchen stellte sich auch die Autobranche hinter Clarkson. „„Top Gear“ war bisher enorm erfolgreich darin, die Automobilindustrie prominent zu machen, und wir würden uns freuen, wenn das so weitergeht“, sagte Mike Hawes, Chef des Branchenverbands Society of Motor Manufacturers and Traders.

dpa

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