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Thorsten Otto verlässt Bayern 3.

Viele Fans enttäuscht

Nach zehn Jahren! Radio-Topstar aus Bayern wechselt den Sender - "Oh nein!"

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    Matthias Bieber
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Diese Entscheidung wird viele überraschen: Eine bayerische Radio-Legende wechselt nach zehn Jahren den Sender.

München - Von 2008 an moderierte er die Peronality-Interview-Sendung "Mensch, Otto!" bei Bayern 3, wurde dafür 2014 (siehe Interview unten) mit dem Deutschen Radiopreis ausgezeichnet. Man kann Thorsten Otto guten Gewissens eine bayerische Radiolegende nennen. Und sein Name ist eigentlich untrennbar mit Bayern 3 verknüpft. Bis jetzt.

Denn der 54-Jährige wechselt BR-intern den Sender. Das berichten radiowoche.de und dwdl.de und geht aus verschiedenen Abschiedsnachrichten des Moderators hervor. 

Ab 7. Januar ist Otto bei Bayern 1 unterwegs, moderiert dort im wöchentlichen Wechsel mit Gabi Fischer das abendliche Talkformat "Blaue Couch". Dieses läuft montags bis donnerstags von 19.05 Uhr bis 20 Uhr.

Der Name "Mensch, Otto!" verschwindet künftig aus dem Programm von Bayern 3. Aber das Konzept nicht - im Gegenteil. Bisher hatte Thorsten Otto abwechselnd mit Brigitte Theile getalkt, die Sendungen hießen dann "Mensch, Otto!" und "Mensch, Theile!". Ab 7. Januar wird bei Bayern 3 die Sendung "Mensch, Bayern!" laufen, täglich von 19 bis 21 Uhr. 

Theile bleibt Bayern 3 erhalten. Die Duos Brigitte Theile/Andi Christl und Kadda Gehret/Axel Robert Müller moderieren das erneuerte Talkformat "Mensch, Bayern!" im wöchentlichen Wechsel. Von Montag bis Donnerstag von 19 bis 21 Uhr. 

Heißt: Otto talkt bei Bayern 1 künftig in direkter Konkurrenz zu seiner ehemaligen Bayern-3-Kollegin Theile.

Viele Bayern-3-Hörer bedauern den Otto-Abschied. "Muss ich dann wohl noch Bayern 1 hören. Schade um diese Sendung waren immer tolle Gäste", schreibt ein Nutzer bei Facebook. "Richtig schade" ein anderer. "Oh nein!" eine weitere. Einige wollen ihm folgen. "Alles Gute für den Umzug nach Bayern 1. Das wird eine Völkerwanderung! Danke für 10 Jahre, Vorfreude auf die nächsten 10", mein ein Nutzer. "Ich wechsel mit zu B1. B3 tut sich damit keinen Gefallen", kritisiert ein anderer.

Vom BR-Kollegen André Siems kommt leise Kritik bei Facebook - und zwar daran, dass der Name "Mensch, Otto!" verschwindet. "Warum man nicht den Namen Deiner Sendung dort übernommen hat, ist mit zwar schleierhaft, weil prägnanter und besser ging es nicht, aber eines hab ich in den Jahren in der Anstalt gelernt: Einfach nicht darüber nachdenken, das macht es nicht besser!", schreibt er - und dankt und lobt Thorsten Otto.

Die Münchner Kultur-Szene diskutiert auch über einen Ekel-Eklat: Musical wird wegen Besucherin unterbrochen - sie schämt sich in Grund und Boden.

Bayern-3-Gewinner Otto: "Stand da wie ein Bub"

Unser Artikel vom 5. September 2014:

"Der Otto – ich hör ja nicht viel Radio, aber das ist doch der mit den tollen Interviews?“ – So was hört man immer wieder über den B3-Radiomann Thorsten Otto. Jetzt hat der 50-Jährige den Deutschen Radiopreis für sein Interview mit Gaby Sonnenberg bekommen – jener Frau, die zwei Mal an Leukämie erkrankt ist und dennoch nie ihren Humor und ihre Energie verloren hat. 

Strahlen in Hamburg: Julia Liebing (l.) und ihr Kollege Thorsten Otto von Bayern3 mit ihrem Preis und Laudatorin Christiane Paul.

Unser Gespräch mit Otto:

Herr Otto, Glückwunsch! Einmal gingen Sie schon leer aus – war’s diesmal eine „gmahde Wiesn“?

Thorsten Otto: Ich hab noch weniger damit gerechnet als bei meinem Interview mit Iris Berben. Die Überraschung war riesig – ich hab mich gefühlt wie damals als Zwölfjähriger, als ich die Tennis-Bezirksmeisterschaften in der Oberpfalz gewohnnen hatte. Ich stand wieder da wie ein kleiner Bub und dachte, ich fall gleich um. Großartig!

Wie machen Sie das mit Ihren Gesprächspartnern?

Otto: Gute Vorbereitung und Neugier. Ich interessiere mich für Menschen. Schon als Kind, wenn ich durch die Straßen bin, habe ich mir immer vorgestellt, wie der Mensch so tickt, der gerade vor mir über die Straße geht. Was geht in ihm vor? Das wurde mir wohl in die Wiege gelegt.

Fühlen Sie gleich vorm Interview, ob es ergiebig wird?

Otto: Zum Teil schon – aber das ist ja die Herausforderung, diese Menschen zu knacken. Es gibt Leute, die immer die selben drei Geschichten erzählen. Aber das frustriert mich nicht – ich denke mir: Ich krieg dich schon noch …

Haben Sie ein Beispiel?

Otto: Vor dem Interview mit Herbert Grönemeyer war ich zum Beispiel sehr skeptisch. Hat tausende Interviews geführt, ist ein Topstar. Aber dann haben wir gekichert wie die Schulbuben.

Wissen Sie noch den Auslöser?

Otto: Ja. Wir hatten in der Sendung Peter Neururer angerufen, der damals Trainer des VfL Bochum war. Grönemeyer ist ja großer VfL-Fan. Was wir nicht wussten: Neururer war grad mit der Mannschaft im Bus unterwegs – und auf einmal grölten alle durch die Mikros Grönemeyers Bochum-Lied. Der Herbert ist fast vom Stuhl gefallen vor Lachen und Rührung. Das sind magische Momente für die Ewigkeit.

Das Glück des Tüchtigen …

Otto: Wenn mich junge Radio-Leute fragen, wie ich das mache, dann sage ich nur: keine Ahnung. Ich behandle jeden Gast vom Kaiser bis zur Hausfrau mit demselben Respekt, auf gleicher Ebene.

Wen hätten Sie gern vorm Mikro?

Otto: Die Klassiker. Den Papst etwa. Ich bin wahnsinnig neugierig, ob sich seine Aura so überträgt. Und Beckenbauer – ob er wirklich eine spirituelle Seite hat.

Und was nehmen Sie von Ihren Partnern mit?

Otto: Dass man seine Problemchen nicht so ernst nehmen soll. Etwa im Vergleich zu Gaby Sonnenberg. Ihr Optimismus, ihr Lebensmut sind großartig. Man kann von ihr Demut lernen.

Interview: Matthias Bieber

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