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Eine neue Biographie berichtet von erbitterten Intrigen um Prinz Charles.

Neues Enthüllungs-Buch

Biographie: erbitterte Intrigen um Prinz Charles

London - Prinz Charles ist 65 und wartet auf den Thron. Eine neues Buch beschäftigt sich mit dem Innenleben des Prinzen. Charles' Büro pocht auf die Feststellung: Die Biografie ist nicht autorisiert.

Der britische Thronfolger Prinz Charles lebt einer neuen Biografie zufolge in einem Haifischbecken voller Intrigen und Hinterhalte. Die US-Journalistin Catherine Mayer hat die Biografie vorgelegt, von der Auszüge am Samstag online verbreitet wurden und in der Zeitung „The Times“ erschienen. Das Buch mit dem Titel „Charles, The Heart of a King“ („Charles, Herz eines Königs“) erscheint am Donnerstag im Buchhandel in englischer Sprache.

Die Autorin vergleicht Clarence House, das Londoner Büro des 65 Jahre alten Thronfolgers, mit dem Intrigen-Geflecht aus dem Buch „Wolf Hall“ von Hilary Mantel. Die Bestseller-Autorin Mantel hatte in ihrem Werk die Machtspiele am Hof von König Heinrich VIII. beschrieben.

Stark ambivalente Persönlichkeit wird beschrieben

In der Charles-Biografie schildert Mayer ein Beispiel: Der Prinz scheiterte mit seinem Plan, mehrere Wohltätigkeitsorganisationen unter einem Dach zu vereinen. Trotz erheblicher und teurer Vorarbeiten gelang dies nicht, weil sich Charles gegen Widerstände nicht durchsetzen konnte.

Mayer hatte nach eigenen Angaben von Charles für die Recherche Zugang zu seinem Umfeld erhalten. So konnte sie mit Vertrauten und Helfern des Prinzen Gespräche führen. Clarence House erklärte am Samstag jedoch, die Biografie sei nicht autorisiert. Deswegen werde sie von Charles auch nicht kommentiert.

Das Bild, das Mayer vom künftigen König Großbritanniens zeichnet, ist das einer stark ambivalenten Persönlichkeit. Der Umgang mit seinen Bediensteten, die ihn der Biografin zufolge „Boss“ nennen, sei schwierig. Einerseits werde dem überzeugten Bio-Landwirt ein ausgezeichnetes unternehmerisches Gespür attestiert.

Andererseits verursache er Verwirrung, wenn er seinen Gefolgsleuten ständig neue Zuständigkeiten gebe und so Neid und Missgunst schüre. Die Frage der Thronfolge diskutiere Charles nicht öffentlich - unter anderem weil er sich dann mit dem Tod seiner Mutter, Königin Elizabeth II., beschäftigen müsste.

In der Vergangenheit hatten bereits mehrere Biografien über Charles Aufsehen erregt - unter anderem die von BBC-Autor Jonathan Dimbleby im Jahr 1994, in der das schwierige Kindheitsverhältnis von Charles zu seinem Vater Prinz Philip beschrieben wurde. Zuvor hatte der damals noch mit Prinzessin Diana verheiratete Charles in einer Fernsehdokumentation Dimblebys zugegeben, ein außereheliches Verhältnis zu haben.

dpa

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