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Königin Silvia von Schweden.

Neue Vorwürfe um Nazi-Vergangenheit von Silvias Vater

Kopenhagen - Keine Ruhe für das schwedische Königshaus: Nach dem Privatleben von König Carl XVI. Gustaf macht jetzt die Nazi-Vergangenheit von Königin Silvias deutschem Vater Schlagzeilen in Schweden.

Der 1990 gestorbene Walther Sommerlath soll nach Angaben des Privatsenders TV4 1939 in Berlin den “arisierten“ Betrieb eines Juden übernommen und damit angeblich Kriegsausrüstung für die deutsche Luftabwehr produziert haben. Bisher war bekannt, dass der Vater der in Heidelberg geborenen Königin 1934 in die Nazi- Partei NSDAP eingetreten war.

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Kaum hat sich die Aufregung um “Enthüllungen“ über angebliche Stripbar-Besuche und eine angebliche Affäre von König Carl Gustaf (64) in Stockholm gelegt, musste der Hof zum Wochenauftakt schon wieder auf unangenehme Medienberichte reagieren: Silvia sehe “keinen Anlass, den Inhalt der Sendung zu kommentieren“. Zu der seit 2002 bekannten NSDAP-Mitgliedschaft des Vaters hieß es: “Natürlich bedauert die Königin, dass ihr Vater 1934 der nationalsozialistischen Partei beigetreten ist. Davon hat sie erst als Erwachsene erfahren und deshalb nie die Möglichkeit gehabt, darüber mit ihrem Vater zu diskutieren.“

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Allerdings hat die 1943 in Heidelberg geborene und in Brasilien aufgewachsene Regenten-Gattin ihren Vater noch vor einem halben Jahr öffentlich in Schutz genommen. Sie sagte in TV4 über die Beweggründe des Vaters beim Parteieintritt: “Man muss psychologisch verstehen, wie das war, als Deutschland sich plötzlich wieder aus der Asche erhob. Und diese Freude darüber, dass das Vaterland wieder da war. Deshalb stützte mein Vater Deutschland und wurde Parteimitglied.“ Walther Sommerlath war von seinem brasilianischen Domizil in São Paulo aus der Auslandsorganisation der NSDAP beigetreten.

Weiter sagte sie damals in dem Interview, in seiner Berliner Fabrik habe ihr Vater Elektro-Produkte wie Modelleisenbahnen sowie Haartrockner hergestellt. Während des Krieges sei er dann gezwungen worden, Membranen für Gasmasken an die Zivilverteidigung zu liefern. Dazu sagte die Königin damals: “Das war ja eine Maschinerie.

Er war ja nicht politisch aktiv. Und ging man gegen den Strom, war man gegen die gesamte Maschinerie.“ TV4 legte jetzt eine Eintragung ins Handelsregister vom 24. Mai 1939 vor, wonach Walther Sommerlath im Rahmen der “Arisierung“ bei der Judenverfolgung ein Unternehmen übernommen haben soll. Der Sender gab den Namen der Firma mit Wechsler&Hennig an, demnach gehörte sie dem Juden Efim Wechsler. Mit dem nationalsozialistischen Begriff “Arisierung“ ist die Enteignung der Juden und ihre Verdrängung aus dem öffentlichen Leben gemeint. Zur Produktion in dem Betrieb hieß es, Sommerlath habe nach amtlichen Registerkarten im Berliner Bundesarchiv Kriegsausrüstung für die deutsche Luftabwehr, darunter Fahrzeuge, Optik und Sichtgeräte geliefert.

Bitten um eine Stellungnahme für das Dokumentarprogramm “Kalla Fakta“ (“Kalte Tatsachen“) lehnte der Hof ab: “Die Königin hat dazu nichts mehr zu sagen.“ Im Mai, genau einen Monat vor der Traumhochzeit ihrer ältesten Tochter Victorica (33) mit Prinz Daniel (37), war Silvia heftig wie selten kritisiert worden, weil sie die Nazi-Vergangenheit ihres Vaters verharmlost und “naiv gerechtfertigt“ habe.

Die Zeitung “Dagens Nyheter“ schrieb: “In ihrer Heimat Deutschland wäre diese Betrachtung des Nationalsozialismus absolut unmöglich. Ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt hätte danach wahrscheinlich zurücktreten müssen.“

Während die Königin jetzt schweigen will, äußerte sich ihr Bruder Ralf de Toledo Sommerlath zornig. Nach der Ausstrahlung der Sendung sagte er am Montag im Boulevard-Blatt “Expressen“: “Nichts darin stimmt, alles Lügen und Verleumdung. Für unsere Familie ist das äußerst verletzend.“ “Kalla Fakta“ hat eine Fortsetzung der Dokumentation angekündigt.

dpa

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