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Xavier Naidoo

Konzertveranstalter kritisiert Friedenslied

"Judenstern"-Eklat um Naidoo: Lieberberg distanziert sich

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München - Auf seine Initiative hin hatten sich nach dem ESC-Hickhack 121 deutsche Stars solidarisch mit Xavier Naidoo gezeigt. Doch nach dessen neuestem Lied hat sogar Konzertveranstalter Marek Lieberberg genug.

Xavier Naidoo kommt nicht aus den Schlagzeilen raus: Erst sollte er auf Wunsch des NDR Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm vertreten - nach einem heftigen Shitstorm sowie deutlicher Kritik aus dem Rundfunkrat überlegte es sich der Sender jedoch anders und lud den für diverse rechtspopulistische, angeblich homophobe sowie vermeintlich antisemitische Äußerungen umstrittenen Schmuse-Soulsänger wieder aus.

Auf einer ganzseitigen, angeblich knapp 70.000 Euro teuren Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigten sich daraufhin 121 deutschsprachige Künstler wie Jan Josef Liefers, Andreas Gabalier, Mario Adorf, Tim Bendzko, Jan Delay und Thomas D. mit dem Geschassten solidarisch.

Marek Lieberberg hat Xavier Naidoo verteidigt, jetzt kritisiert er ihn scharf.

Initiator des aufsehenerregenden Protestes unter dem Motto "Menschen für Naidoo" war der legendäre Konzertveranstalter Marek Lieberberg. "Ich war wirklich erschüttert über die Heuchelei, die Hetze und den blinden Hass, die da aufkamen", erklärte der 69-Jährige seine Motivation damals. Doch jetzt reicht es selbst dem Naidoo-Versteher.

Auf den Sänger hagelt es nämlich erneut Kritik von allen Seiten - ausgerechnet wegen eines Friedenslieds. In dem Song "Nie mehr Krieg", den der Publizist Jürgen Todenhöfer vor wenigen Tagen auf seiner Facebook-Seite exklusiv veröffentlichte, deutet Naidoo verschwörerisch an, die Meinungsfreiheit sei in Deutschland abgeschafft, es sei verboten, "Nie mehr Krieg" zu fordern. 

Am meisten diskutiert werden allerdings die Zeilen, in denen der Künstler einen drohenden Genozid gegen Muslime im Westen sieht ("Muslime tragen den neuen Judenstern, alles Terroristen, wir haben sie nicht mehr gern.") Die "Süddeutsche Zeitung" nennt diesen Vergleich "grotesk", laut dem Blog Ruhrbarone.de ist er "an Dummheit, Dreistigkeit und Bösartigkeit kaum zu überbieten".

Lieberberg, der selber Jude ist, empfindet ihn als "ebenso fragwürdig wie unzutreffend und überflüssig", wie er gegenüber der "SZ" sagt. Er fügt hinzu: "Und noch in einem Boot mit dem Isis-Propagandisten Todenhöfer. Bad Company!" Dies provoziere "selbstkritische Fragen nach dem eigenen Engagement", so der 69-jährige Impressario.

Man sei nach 20-jähriger Zusammenarbeit "selbstverständlich" nach wie vor in Planungen für gemeinsame Projekte, lässt uns die Konzertagentur wissen. Die Frage nach der weiteren Zusammenarbeit mit Naidoo wies Lieberberg im "Mannheimer Morgen" zurück: "Im Moment bewegen mich ganz andere Fragen."

hn

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