+
Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Alechina alias Pussy Riot.

"I Can't Breathe"

Pussy Riot: Protestlied über Polizeigewalt

  • schließen

Los Angeles - In ihrer Heimat litten sie unter Polizeigewalt. Die prangern Pussy Riot jetzt musikalisch an. Inspiriert hat das erste englischsprachige Lied der russischen Punk-Aktivistinnen ein Vorfall aus den USA.

Die kremlkritische Punkband Pussy Riot hat erstmals ein Protestlied mit englischem Text veröffentlicht. Die Akivistinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Alechina widmeten den Song "I Can't Breathe" ("Ich kriege keine Luft") Eric Garner. Der Afroamerikaner, der an Asthma litt, war im vergangenen Sommer in New York bei einer Festnahme von einem weißen Polizisten in den Würgegriff genommen wurde und dabei starb. Der Songtitel bezieht sich auf die letzten Worte Garners, dessen Tod in den USA zu massiven Protesten geführt hatte.

In dem verstörenden Video werden die beiden lebendig begraben. Dabei tragen sie Uniformen der Sonderpolizei OMON, die die russischen Proteste gegen den Kreml brutal unterbanden. In dem Text heißt es: "Er wurde zum Funke, der die Aufstände entzündete. Auf diese Weise ist er gesegnet, am Leben zu bleiben. Es führt nie zu einem Ende, es wird nie ruhig, es ist ungerecht, mein Freund, entscheide dich." 

Pussy Riot erklärten, sie sähen Ähnlichkeiten zwischen dem autoritären Auftreten Putins und der US-Polizeigewalt gegen Afroamerikaner. "Dieser Song ist für Eric und für alle von Russland bis nach Amerika und rund um die Welt, die unter Staatsterror leiden", schrieben Tolokonnikowa und Alechina in einer Widmung, die auch auf ihrem Youtube-Kanal zu lesen ist. Das Lied sei außerdem für "politische Gefangene und jene, die auf den Straßen für einen Wandel kämpfen. Wir sind solidarisch."

Die beiden Frauen hatten im Februar 2012 ein sogenanntes Punkgebet in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale aufgeführt, das sich gegen Russlands Staatschef Wladimir Putin richtete. Sie wurden daraufhin wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Ende 2013 kamen sie vorzeitig frei.

afp/hn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schweizer Modeschöpferin de Carouge gestorben
Christa de Carouge, die bekannteste Modedesignerin der Schweiz, ist im Alter von 81 Jahren gestorben.
Schweizer Modeschöpferin de Carouge gestorben
Veronica Ferres: Selbst-Präsentation hat Grenzen
Wer beeinflusst wem im Internet? Für Schaupielerin Veronica Ferres ist die Privatsphäre tabu.
Veronica Ferres: Selbst-Präsentation hat Grenzen
Zu dick für einen Job? Topmodel postet Oben-ohne-Foto, um das Gegenteil zu beweisen
Nina Agdal, Ex-Freundin von Hollywood-Superstar Leonardo di Caprio, bekam eine Absage von einem Modemagazin und reagierte darauf souverän.
Zu dick für einen Job? Topmodel postet Oben-ohne-Foto, um das Gegenteil zu beweisen
Imagewandel der Jogginghose: Auf dem Weg in jede Lebenslage
Auf dem Modemarkt tummeln sich immer mehr Jogginghosen, die mit weitem Schlabberlook und billigem Material nichts mehr zu tun haben. Stilexperten bleiben aber weiter …
Imagewandel der Jogginghose: Auf dem Weg in jede Lebenslage

Kommentare