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Die Münchner Band Blumentopf kommt mit ihrem neuen Album auf den Markt und sagt der GbR adé.

Blumentopf, das Siebte: "Nieder mit der GbR"

München - Die Münchner Band Blumentopf bringt mit „Nieder mit der GbR“ ihre siebtes Album heraus. In eine Schublade wollen sich die Deutschrapper auch nach 20 Jahren nicht stecken lassen.

Nach 20 Jahren Bandgeschichte und 600 Konzerten haben sie noch lange nicht genug. Die Münchner Band Blumentopf hat gerade ihr siebtes Album herausgebracht. „Nieder mit der GbR“ ist von den typischen Wortspielen der Hip-Hop-Band geprägt - und von DJ Sepalots frischen Soul-und Funksamples. „Unsere Musik ist locker und humorvoll. Wir sind die Gegenwelle zur überernsten Hardcore-Hip-Hop-Szene“, sagte Roger Manglus, einer der Rapper der Band. Und nach den E-Gitarren-Sounds des Vorgängeralbums heißt es nun: Der Beat der 1990er Jahre ist zurück.

Auch geschäftlich haben die Jungs eine andere Richtung eingeschlagen: Als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), als fünf gleichberechtigte Chefs führten Manglus, Cajus Heinzmann, Bernhard Wunderlich, Florian Schuster und Sebastian Weiß jahrelang gemeinsam die Geschäfte der Band. Jetzt ist Schluss damit. Nach dem Wechsel von Four Music zu dem Label EMI beim Vorgängeralbum haben sich die fünf auch ein Management zugelegt. Jetzt soll es nur noch um Musik gehen, nicht mehr um Terminplanung.

Seit 20 Jahren spielen die Jungs in Originalbesetzung. Ihre erste Platte nahmen die Deutschrapper auf dem Dachboden bei Sebastians Eltern in Freising auf. Sebastian alias DJ Sepalot scratcht die Sounds der Band, gleichzeitig ist er der Produzent. Roger, Cajus, Bernhard alias Wunder und Florian alias Schu feilen an den Texten.

Inzwischen haben die Münchner, die 2010 bei Stefan Raabs „Bundesvision Songcontest“ den vierten Platz belegten, mehr als 600 Konzerte gegeben - und das, obwohl sie gerade einmal Mitte 30 sind. Ein Grund, abzuheben ist die Erfolgsgeschichte für sie aber noch lange nicht. Das drücken die fünf Künstler auch in ihrem Song „Antihelden“ aus. „Das steht irgendwie für uns, die "Jungs aus dem Reihenhaus“, erklärte Schu. „Keiner von uns hält sich für was Besonderes nur weil er ein Mikro halten kann.“

Diese Bodenständigkeit zeigt sich auch in ihrem Lebensstil: Wunder ist Vater geworden und schreibt an seiner Doktorarbeit in Biophysik. Termindruck gibt es trotzdem keinen: „Zeit für's Privatleben muss man sich einfach nehmen.“ Auch DJ Sepalot ist inzwischen Vater; trotzdem hat er im August sein Soloprojekt „Chasing Beats“ herausgebracht. Und Roger tourt gerade mit seinem Soloalbum „4S Punks“, nebenbei arbeitet er als Grafiker - auch für Blumentopf. Die Webseite gestaltet die Band selbst.

Mit ihrer neuen Platte wollen Blumentopf zeigen, dass sie in keine Schublade gehören: „Wir sind schwer zu definieren“, meint Roger. „Bei uns gibt es Widersprüche auf derselben Platte“. Der Ernst findet genauso Platz wie die Komik. Die Albumsingle „Ich bin dann mal weg“ beschreibt den Alltagstrott - Gefühle, die jeder kennt. Und in „Schwarzes Gold“ geht es darum, wofür die Jungs Geld ausgeben - viel Kaffee - aber eben auch um Fairtradeplantagen, Coffeeshops und den Labelwechsel. So ist das ganze Album: Ein buntes Potpourri, eben Blumentopf.

dpa

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