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Die britische Sängerin Lianne La Havas performte beim Blueballs Festival in Lucerne (Schweiz).

Newcomerin aus England

Lianne La Havas erobert die Pop-Welt

Berlin - Soul-Sängerin Lianne La Havas entpuppt sich als Gegenentwurf zu stilisierten Diven und überzeugt auf ihrem Debütalbum mit Herz und Soul.

Seit Monaten taucht ihr Name in fast jeder Bestenliste auf, die gerade einmal 22-jährige britische Soulsängerin Lianne La Havas gilt nach Adele und Rumer als das nächste „Fräulein“-Wunder der Popmusik. Das Fachmagain Musikexpress platzierte die Newcomerin ebenso auf die „Hot List 2012“ wie etliche andere Medien. Mitte Juli erschien ihr Debütalbum „Is Your Love Big Enough?“ in Deutschland, und die Vorschusslorbeeren sind mehr als berechtigt.

Wie wird man zum Shooting-Star? „Ich habe mit dem Singen und Klavierspielen angefangen, als ich sieben war“, erzählt die unprätentiöse Londonerin mit griechisch-jamaikanischen Wurzeln im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Ihr Vater, ein versierter Multi-Instrumentalist und Freizeitmusiker, habe sie ermutigt, weiterzumachen. Und ihr ein Keyboard gekauft. Mit 13 sang sie dann im Schulchor, die erste Gitarre gab es mit 18 - die war beim Internetauktionshaus Ebay ersteigert.

Auf Rosen gebettet sieht anders aus. Diese Sängerin hat sich ihren Erfolg hart erarbeitet. „Ich habe mich in einer Secondhand-Gitarre gefunden“ lautet übersetzt eine Songzeile aus dem neuen Album, und man spürt das Glück, das jemand ausstrahlt, der sein eigenes Talent entdeckt hat. Das Lächeln von Lianne La Havas in einem solchen Moment ist einfach umwerfend.

Die natürlichsten Frauen der Welt

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Die Frau mit der strubbeligen Afro-Frisur und dem schlichten weißen Hemd kommt sehr natürlich rüber, wie das Mädchen von nebenan. Das genaue Gegenteil einer mondänen Kunstfigur wie der US-Diva Lana Del Rey, die aus einem Hollywoodfilm der 50er Jahre entsprungen zu sein scheint. Lianne la Havas dagegen scheint gut geerdet zu sein, ein typisches Mädchen aus dem multikulturellen London von heute.

Und so klingt ihr Album auch: keine schwülstigen Streicher, keine dicke Gefühlspampe, sondern authentisch klingende, sparsam instrumentierte Songs über Liebe, Verlust und die Freuden des Alltags: Kinobesuche oder Eisessen. „Heart“ und „Soul“ sind die beiden Fixsterne, an denen alles hängt. Leise ist sie stärker als laut, großartig das intime Duett „No Room For Doubt“ mit dem australischen Songwriter Willy Mason, die Klage über die verflossene Liebe in “Gone“ hallt lange nach.

Die Fotos im Booklet zum Album wirken wie Snapshots, die Songtexte sind in ihrer krakeligen Handschrift abgedruckt - Lianne La Havas ist eben alles andere als ein Kunstprodukt. Wer sie live auf der Konzertbühne erleben will, muss noch bis Ende November 2012 warten.

dpa

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