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Um Abschied von der Queen zu nehmen: Menschen harren in der Nacht aus - Schlangen von Trauernden

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Von: Patrick Freiwah

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Königin Elizabeth II. ist tot, es lebe der König. Ein Windsor-Experte spricht über das Erbe von Charles III. – und das britische Königreich. Der News-Ticker.

Update vom 14. September, 6.17 Uhr: In London haben sich schon viele Stunden vor der Aufbahrung von Königin Elizabeth II. erste Schlangen von Trauernden gebildet, die Abschied von der Queen nehmen wollen. In der Nacht zum Mittwoch harrten britischen Medien zufolge viele Menschen am Parlament aus, um im Laufe des Tages der Monarchin ihren Respekt zu zollen. Hilfsorganisationen versorgten Wartende mit heißen Getränken und Snacks, berichtete der Sender BBC. Es könnte dennoch sehr ungemütlich werden: Meteorologen sagten für den Mittwochmorgen starke Regenfälle in der britischen Hauptstadt voraus.

Der Sarg wird am Nachmittag (Ortszeit) zur Westminster Hall gebracht, dem ältesten Teil des britischen Parlaments. Die Prozession soll um 15.22 Uhr MESZ (14.22 Uhr Ortszeit) den Buckingham-Palast verlassen. Zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie werden dazu erwartet. Ab dem frühen Abend kann die Bevölkerung vier Tage lang an dem Sarg vorbeiziehen, bis am Montag das Staatsbegräbnis stattfindet. Hunderttausende werden erwartet, manche Schätzungen gehen von bis zu zwei Millionen Menschen und extrem langen Wartezeiten aus.

Nach dem Tod von Königin Elizabeth II.
Personen am Anfang der Warteschlange für den aufgebahrten Sarg mit Königin Elizabeth II. in der Westminster Hall. © Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Update vom 13. September, 21.50 Uhr: Der Leichnam von Queen Elizabeth II. ist im Buckingham-Palast angekommen. Der zuvor aus Nordirland zurückgekehrte König Charles III. empfing den Sarg seiner Mutter am Dienstagabend in London. Dabei waren auch Charles‘ Brüder Prinz Andrew und Prinz Edward sowie alle Enkelkinder, darunter auch Prinz William und Prinz Harry. Der Sarg war zuvor - begleitet von Queen-Tochter Prinzessin Anne - mit einer Maschine der Royal Air Force aus Schottland überführt und aus dem Westen Londons zum Palast gebracht worden, wo er über Nacht im sogenannten Bow Room bleiben soll.

Wie bereits in Edinburgh säumten auch in London Tausende Menschen entlang der Route des Leichenwagens und vorm Palast die Straßen, um einen Blick auf den Sarg zu erhaschen. Als der Wagen den Buckingham-Palast erreichte, begrüßten ihn die Menschen mit Applaus. Der Wagen war von innen beleuchtet, sodass der Sarg trotz Dunkelheit durch die Fensterscheiben hindurch zu sehen war. Es handelte sich dabei um einen Staatsleichenwagen, dessen Design die Queen selbst abgenickt hat.

Update vom 13. September, 21.07 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat in der britischen Botschaft in Berlin in einem Kondolenzbuch die verstorbene Queen gewürdigt. „In stillem Gedenken einer großen Europäerin und Förderin der deutsch-britischen Freundschaft“, schrieb der SPD-Politiker am Dienstagabend. Ihr Einsatz für die Völkerverständigung habe den Weg aus der Nachkriegszeit des 21. Jahrhunderts gewiesen. „Sie wird uns unvergessen bleiben.“

Queen auf letzter Reise: Sarg in London angekommen

Update vom 13. September, 20.00 Uhr: Die tote Queen Elizabeth II. ist wieder in London. Eine Transportmaschine der britischen Luftwaffe mit dem Sarg der Königin an Bord landete am Dienstag auf dem Luftwaffenstützpunkt Northolt im Westen der britischen Hauptstadt. Dort wurde er mit militärischen Ehren empfangen. Auch die britische Premierministerin Liz Truss und Verteidigungsminister Ben Wallace nahmen an der Zeremonie teil. Prinzessin Anne begleitete ihre Mutter auf ihrer letzten Flugreise von Edinburgh gemeinsam mit ihrem Ehemann Tim Laurence an Bord des Flugzeugs vom Typ C-17 Globemaster.

Anschließend wurde der Sarg zum Buckingham-Palast gefahren, wo er von Elizabeths Sohn König Charles III. empfangen wird und über Nacht im sogenannten Bow Room bleibt. Trotz Regens warteten zahlreiche Menschen entlang der Strecke Richtung Innenstadt und am Palast darauf, einen Blick auf den Leichenwagen der Queen zu erhaschen. An diesem Mittwoch führt eine Trauerprozession den Sarg ins Parlament, wo er für mehrere Tage aufgebahrt wird.

Update vom 13. September, 19.08 Uhr: Der Sarg von Queen Elizabeth II. ist auf dem Weg nach London. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon und der britische Schottland-Minister Alister Jack standen am Dienstag dabei, als eine Ehrengarde am Flughafen der schottischen Hauptstadt Edinburgh der toten Queen einen letzten Gruß entbot. Träger brachten den Sarg an Bord einer Transportmaschine der britischen Luftwaffe. Die britische Nationalhymne wurde gespielt, dann hob das Flugzeug vom Typ C-17 Globemaster ab. An Bord waren auch Queen-Tochter Prinzessin Anne und ihr Ehemann, Admiral Tim Laurence.

Die Maschine sollte knapp eine Stunde später auf der Luftwaffenbasis RAF Northolt im Westen von London landen. Von dort wird der Sarg dann zum Buckingham-Palast gefahren, wo er von König Charles III. empfangen wird und über Nacht im sogenannten Bow Room bleibt. Am Mittwoch führt eine Trauerprozession den Sarg ins Parlament, wo die Queen für mehrere Tage aufgebahrt wird.

Abschied von Queen Elizabeth II.: Merkel nimmt Abschied

Update vom 13. September, 18.27 Uhr: Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in der britischen Botschaft in Berlin in das Kondolenzbuch für die Queen eingetragen. Dabei wurde sie am Dienstag von Botschafterin Jill Gallard empfangen. Auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey drückte ihre Trauer aus. Sie legte vor der Botschaft Blumen nieder und trug sich ebenfalls in das Buch ein. Elizabeth II. war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf ihrem Landsitz Schloss Balmoral in Schottland gestorben.

Angela Merkel, ehemalige Bundeskanzlerin, kondoliert der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. in der britischen Botschaft.
Angela Merkel, ehemalige Bundeskanzlerin, kondoliert der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. in der britischen Botschaft. © Jörg Carstensen/dpa

Update vom 13. September, 18.06 Uhr: Der Sarg von Queen Elizabeth II. hat die erste Etappe seiner Reise nach London angetreten. Er verließ am Dienstagnachmittag auf den Schultern mehrerer Sargträger die St.-Giles-Kathedrale in der schottischen Hauptstadt Edinburgh und wurde in einem Leichenwagen zum Flughafen gebracht.

Entlang der Route säumten erneut Massen von Schaulustigen die Straßen, um einen Blick auf den geschmückten Sarg durch die Fensterscheiben des Autos zu erhaschen. Um 19.00 Uhr MESZ sollte der Sarg in einer Maschine der Royal Air Force in Begleitung von Queen-Tochter Prinzessin Anne und ihrem Mann nach London geflogen werden und knapp eine Stunde später landen.

Von einem Militärflughafen im Westen der Hauptstadt aus wird der Sarg dann zum Buckingham-Palast gefahren, wo er über Nacht im sogenannten Bow Room bleibt. Am Mittwoch führt eine Trauerprozession den Sarg ins Parlament, wo die Queen für mehrere Tage aufgebahrt wird.

Abschied von der Queen: „Außergewöhnliches Zeichen von Respekt“

Update vom 13. September, 16.01 Uhr: Die Warteschlange für die Totenwache von Queen Elizabeth II. in Edinburgh ist geschlossen. Die schottische Regionalregierung rief die Bevölkerung auf, nicht mehr zur St.-Giles-Kathedrale zu kommen, wo der geschlossene Sarg der Königin aufgebahrt ist. Bisher hätten mehr als 26.000 Menschen der Queen ihren Respekt erwiesen. Sie standen teilweise viele Stunden an, auch über Nacht. Die Regierung betonte, es werde versucht, allen Trauernden, die noch in der Schlange anstehen, einen Blick auf den Sarg zu ermöglichen.

Der stellvertretende Sprecher des britischen Oberhauses, Ian Duncan, sagte, Zehntausende oder sogar Hunderttausende Menschen seien nach Edinburgh geströmt. „Das ist ein außergewöhnliches Zeichen von Respekt, Trauer, Ehrung einer außergewöhnlichen Frau“, sagte Duncan dem australischen Sender Radio National.

Update vom 13. September, 14.31 Uhr: Beim Staatsbegräbnis für Queen Elizabeth II. sind einem Medienbericht zufolge Vertreter einiger Staaten unerwünscht. Russland und Belarus, gegen die Großbritannien wegen des Ukraine-Kriegs zahlreiche Sanktionen erlassen hat, sowie Myanmar (Südostasien) haben keine Einladung zu der Zeremonie erhalten, wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Londoner Regierungskreise meldete. Der Iran, zu dem die diplomatischen Beziehungen belastet sind, werde lediglich auf Botschafterebene vertreten sein.

Queen Elizabeth II.: Trauerfeier mit zahlreichen Regierungspolitikern - mit drei Ausnahmen

Aus den meisten Ländern ist das Staatsoberhaupt mit einer Begleitperson eingeladen. Insgesamt werden zur Trauerfeier am Montag (19. September) etwa 500 Staats- und Regierungschefs, Angehörige von Königshäusern und andere Würdenträger in der britischen Hauptstadt erwartet. Angekündigt sind unter anderem US-Präsident Joe Biden und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Dies ist das größte internationale Ereignis, das wir in den vergangenen Jahrzehnten organisiert haben“, zitiert die Plattform eine britische Quelle. Die Herausforderung sei mit der Planung Hunderter Staatsbesuche innerhalb weniger Tage vergleichbar.

Update vom 13. September, 12.57 Uhr: König Charles III. sitzt erst seit wenigen Tagen auf dem britischen Thron. Nach dem Tod seiner Mutter Queen Elizabeth II. am 8. September ist die Krone an den ewigen Thronfolger übergangen, der schon jetzt Kritik über sich ergehen lassen muss. Seine royale Beförderung war auch bei der Emmy-Verleihung 2022 Gesprächsthema – und das nicht im positiven Sinn.

Queen Elizabeth II. gestorben: Debatte um Kolonialismus und Commonwealth

Ursprungsartikel vom 13. September 2022:

London – Andrew Morton gilt als Insider mit Beziehungen zum britischen Königshaus. Einst verfasste er sogar die aufsehenerregende Autobiografie der verstorbenen Lady Diana. Gegenüber dem Stern nimmt der britische Royals-Experte Stellung zum Tod von Queen Elizabeth II. sowie deren Thronfolger König Charles III. 

Dabei erzählt der 69-Jährige eine Anekdote über die Betroffenheit von König Charles III. in den Tagen nach dem Ableben seiner Mutter in Schottland: „Nur Charles und Prinzessin Anne waren rechtzeitig nach Balmoral gefahren, um an der Königin Sterbebett zu sitzen.“ In Englands Hauptstadt London habe Mortons Tochter jedoch Prinz Charles bei einem Rundgang getroffen: „Sie sah seine roten Augen und dass er eindeutig geweint hatte“, führt Morton aus.

Nach dem Tod der Monarchin, Queen Elizabeth II., steht das „British Empire“ möglicherweise vor einem gewaltigen Umbruch. Das sieht auch Andrew Morton so: „Es ist klar, dass Königin Elizabeths Tod nun Debatten auslösen wird (…). In Australien, Kanada und einigen karibischen Ländern wird diskutiert werden, ob Charles Staatsoberhaupt bleiben sollte.“ Der Einfluss im Hinblick auf das Commonwealth of Nations könnte also schwinden.

Britisches Königshaus: Beschimpfungen wegen Kolonialzeit – Royals-Experte verteidigt Queen

Im Zuge des Machtwechsels in Großbritannien rückt die finstere Zeit der Kolonialisierung zurück in den Vordergrund: „Die Briten waren beileibe kein perfektes Imperium“, so Morton. Militärische Handlungen „mit wahllosen Bombardements der Bevölkerung, würden nach heutigen Maßstäben als Kriegsverbrechen angesehen werden“. Das rechtfertige seiner Meinung jedoch nicht die zahlreichen Beschimpfungen postkolonialer Aktivisten, die nach dem Tod von Königin Elizabeth II. auf das britische Königshaus einprasselten.

Den Rassismus-Vorwurf an die Königsfamilie hält der 69-Jährige ebenfalls für ungerechtfertigt: „Es deutet nichts darauf hin, es gibt nicht einmal einen konkreten Hinweis“, erklärt Morton und wirft TV-Moderatorin Oprah Winfrey vor, im Interview mit Herzogin Meghan den Vorwurf nicht hinterfragt zu haben: „Ich finde, es war ein Versäumnis Oprah. Jeder, der die Königin persönlich kannte, sagt ganz klar, dass für sie Hautfarbe nie eine Rolle gespielt habe.“ Als Grund führt der Royals-Insider aus, dass es schließlich die Pflicht der Queen gewesen sei, „als Oberhaupt des Commonwealth über den Ethnien und Klassen zu stehen.“

Tausende Menschen werden in den kommenden Tagen in London erwartet, um Queen Elizabeth II. die letzte Ehre zu erweisen. Wie wirkt sich die Staatstrauer für Touristen aus?

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