No-Name-Sängerin lockt 8000 Fans in Olympiahalle

- München - Es war das größtmögliche Kontrastprogramm: Vor einem Monat trat Barbara Clear vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt in Erding auf, und gerade einmal 20 Zuhörer verloren sich in der dortigen Stadthalle.

<P>Am Samstagabend hatte sich die nahezu unbekannte niederbayerische Sängerin im Alleingang die Olympiahalle in München gemietet - und fast 8000 begeisterte Fans stürmten die Arena. Mit einer beispiellosen Aktion hatte es die Singer-Songwriterin aus Hutthurm (Landkreis Passau) geschafft, Bayerns größte Halle nahezu vollständig zu füllen.</P><P>Die Idee von Clear, sich als Sängerin ohne Management und ohne Plattenfirma ausgerechnet die legendäre Olympiahalle zu mieten, ist in der 32-jährigen Geschichte des Münchner Olympiaparks einmalig. Rund 60 000 Euro ließ sich Clear das Ereignis kosten. Die Folk-Rock-Sängerin, die noch nie einen Hit in den Charts hatte und deren Songs nicht im Radio gespielt werden, wollte beweisen, dass es auch heute noch für ihre Art Musik einen Markt gibt. Dafür buchte sie sich bereits im Sommer 2001 den Termin in diesem Frühjahr, obwohl Clear bis dahin selbst noch nie in der Olympiahalle war.</P><P>Mehr als zweieinhalb Jahre lang verkaufte die Power-Frau bei ihren Konzerten quer durch die Republik an die Besucher nicht nur die selbst produzierten CDs, sondern auch die zehn Euro teuren Olympiahallen-Tickets. Die Fans von Clear fuhren schließlich bis zu Hunderte von Kilometern, um dabei sein zu können. So konnte die Liedermacherin am Samstag Gäste aus Düsseldorf und Berlin begrüßen.</P><P>"Diese Halle, das ist der Wahnsinn", rief sie zu Beginn des Konzertes. "Das ist reine Energie, das tut so gut." Anschließend spielte sie rund drei Stunden lang ihre selbst komponierten Lieder und Coverversionen von Klassikern wie "Stairway to Heaven" von Led Zeppelin. Wie bei den üblicherweise in der Olympiahalle auftretenden Weltstars wurde das Konzert der zierlichen Sängerin auf zwei riesige Video-Leinwände übertragen. Auf der schlicht gestalteten Bühne war allerdings statt einer großen Band nur Clear und ihr halbes Dutzend Gitarren. Zwischendurch gab es von den Besuchern ein spontanes "Happy Birthday"-Ständchen für die Künstlerin, schließlich war Clear am Vortag gerade 40 Jahre alt geworden.</P><P>Auf jeden Fall hat sie es geschafft, mit ihrem Projekt Olympiahalle auf sich aufmerksam zu machen. Der "little crazy dream" (verrückte kleine Traum), wie Clear es selbst in einem Song bezeichnet, hat ihr in den vergangenen Monaten eine enorme Medienpräsenz beschert. Auch eine Reihe von Konzertveranstaltern sei aufmerksam geworden, berichtet die 40-Jährige. Für die Musikindustrie scheint allerdings trotz des Münchner Coups die Künstlerin Barbara Clear nicht lukrativ genug zu sein. "Die großen Plattenfirmen halten sich weiterhin verdeckt", sagt sie.</P><P>Für die aus dem hessischen Bad Homburg stammende Sängerin beginnt nun nach der Erfüllung ihres Lebenstraumes wieder der Alltag. Am 6. Mai steht ihr nächstes Konzert im württembergischen Aalen auf dem Programm - wieder eine Stadthalle in einer kleineren Stadt.</P>

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