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Dieter Nuhr begeisterte seine Fans im Circus Krone.

„Was bin ich?“ für Fortgeschrittene

„Nuhr die Ruhe“ im vollen Circus Krone

München - Er macht ja eigentlich gar nichts. Dieter Nuhr hat nur seine Zettel auf dem Pult – in die er ausgiebig schaut. Schließlich ist das Bühnenprogramm „Nuhr die Ruhe“ noch ganz frisch.

Er hat Labbershirt und Turnschuhe an, und dann turnt er mit Mut und Mikro durch die elementaren Fragen der Menschheit. Was bin ich? für Fortgeschrittene. Der vollbesetzte Circus Krone tobt. Nuhr spricht allen aus der Seele, weil er uns den Spiegel vorhält. „Ich gehe davon aus, dass Gott männlich ist. Ansonsten würde er mit uns sprechen“, sagt er wie nebenbei.

Tenor des neuen Programms: Einfach mal entspannen und sich nicht unnötig stressen. So schlecht geht es uns schließlich wirklich nicht. Die Geschichte der BRD, erläutert Nuhr, ist die Geschichte von Friede, Wohlstand und schlechter Laune. Von den ersten zehn Jahren nach dem Krieg mal abgesehen. Denn: Je schlechter es uns geht, desto weniger jammern wir rum. „Wir haben zu wenig Trümmer“, sagt Nuhr.

Er trifft den Nagel der deutschen Unzufriedenheits-Befindlichkeit auf den Kopf. Da trifft Politisches auf Sportives („Lothar Matthäus wird leider doch nicht Trainer bei Hertha – schade, ganz Grunewald hätte gebrüllt: Sperrt die Töchter weg! – Nun gut, ich übertreibe: nur die minderjährigen“).

Darwinismus auf Paradies, Rentner im Straßenverkehr auf Lebenshilfe: Stets geht es um unseren alltäglichen Kampf, glücklich zu sein – ohne zu wissen, dass Glück nicht erzwungen werden kann. Schon gar nicht durch blinde Aktivität, die doch nur davon ablenkt, dass wir Angst haben vor uns und unserer Einsamkeit. „Wellness“, doziert Nuhr, „ist, wenn Sie am Ende des ­Urlaubs nicht wissen, ob Sie den Obstsalat essen oder einmassieren sollen.“ So geht’s. Immer zwischen Weisheit und Schenkelklopfer, zwischen Wucht und Witz. Nu(h)r das Leben ist schöner.

Matthias Bieber

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