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Otti Fischer besticht immer noch durch seinen einzigartigen Humor.

Fischer fit wie lange nicht

Otti: Das Leben ist ein Skandal!

München - Zu seinem 60. Geburtstag erscheint eine Biographie. In der tz spricht Otti Fischer über seine Parkinson-Erkrankung und wie er damit lebt.

Manchmal sah Otti Fischer in den letzten Jahren so aus, als müsse man sich um ihn Sorgen machen. Er wirkte phasenweise angeschlagen: geschwächt von seiner Parkinson-Erkrankung, gezeichnet von einigen privaten Problemen. Aber jetzt scheinen diese ernsten Zeiten im ­Leben des großen Kabarettisten wieder wie verflogen zu sein. Gestern präsentierte er sich fit, frisch und mit feinem Humor bei einer Info-Veranstaltung zur Zecken-Impfung, sprühte vor Sprüchen und Ideen. Und mehr noch: Otti Fischer scheint mit sich selbst im Reinen zu sein. Sein Rezept: Arbeiten, arbeiten, arbeiten! Gerade hat er seine Autobiografie geschrieben, das 300 Seiten starke Buch mit dem Titel „Das Leben – ein Skandal“ soll im Herbst erscheinen. In der tz erzählt Fischer, wie er sich mit seiner Krankheit arrangiert und was er sich für die Zukunft alles vorgenommen hat.

Vom Jammern hält Otti Fischer überhaupt nichts – und dafür hat er eine simple Begründung parat: „Es bringt nichts!“ Schließlich mache es ja auch keinen Sinn, sich über schlechtes Wetter aufzuregen. „Wenn es regnet, muss man eben einen Hut aufsetzen“, sagt der Münchner Meisterkabarettist der tz. „Ich kann allen Betroffenen nur raten: Lasst euch von eurer Krankheit nicht runterziehen! Hadert nicht mit eurem Schicksal!“

Der 59-Jährige weiß, wovon er spricht. Seit Jahren leidet er an Parkinson – einer schweren Nervenkrankheit, die unter anderem Muskelzittern und Muskelstarre verursachen kann. Trotz aller Symptome hat sich Fischer mit dem Schüttelleiden arrangiert: „Ich versuche, mein Leben so weit wie möglich so zu führen, wie ich es auch früher getan habe. Das bedeutet für mich: Ich arbeite gerne und viel. Ich tue eigentlich immer etwas.“

Klar, er muss körperlich inzwischen etwas kürzer treten. „Ich kann nicht mehr so oft vor der Kamera stehen, das wäre zu anstrengend.“ Und auch daheim in seiner Schwabinger Wohnung hat er ein paar Dinge verändert. „Ich habe mein Bad umgebaut, es ist jetzt sozusagen leicht behindertengerecht. Und ich habe nur Stühle mit Lehen, damit ich mich besser abstützen kann.“

Lauter kleine Hilfsmittel also, um ein aktives Leben führen zu können – privat wie beruflich. Gerade erst hat Fischer seine Autobiografie fertiggschrieben. „Geschichten aus meiner Zeit“, wie Fischer die amüsanten und erhellenden Episoden nennt – auf 300 Seiten. Das Buch soll im Herbst erscheinen, rechzeitig zu Fischers 60. Geburtstag am 7. November.

Aber das ist nicht sein einziges aktuelles Großprojekt. Gemeinsam mit namhaften Kollegen und Freunden arbeitet er derzeit an einem neuen Bühnenprogramm mit Kabarett und Musik. Es heißt „Otti Fischer und die Heimatlosen“ – und einen Termin für die Premiere gibt’s auch schon: Sie steigt am 13. November in Wien.

Angst, dass ihm seine Erkrankung einen Strich durch die Rechnung machen könnte, hat Fischer nicht: „Ich bin medikamentös gut eingestellt – auch wenn ich die Termine beim Arzt immer mal wieder ein bisschen schleifen lasse. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, mir fehlt gar nichts. Aber leider halt auch nicht immer. Dann geh’ ich eben wieder zum Doktor.“

Genausowichtig wie die Medizin ist Fischer allerdings die innere Einstellung: Er will nicht zulassen, dass Parkinson zu viel Macht über sein Leben gewinnt: „Ich bemühe mich, meine Krankheit anzunehmen und sie zu behandeln, wie es ihr gebührt: stiefmütterlich!“

Lebensgefahr durch Zeckenbiss

„Wir haben eine schwere Krankheit, und einen guten Impfstoff dagegen – aber trotzdem gehen viel zu wenige Bayern zur FSME-Impfung“, klagt Dr. Nikolaus Frühwein. Das soll sich möglichst schnell ändern. Deshalb hat der Chef der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen gestern einen prominenten Mitstreiter präsentiert: Ottfried Fischer. Kaum einer wäre besser geeignet gewesen als der „Bulle von Tölz“: Denn auch sein Einsatzgebiet ist jetzt zum FSME-Risikogebiet erklärt worden – der Atlas der Gesundheitsgefahr umfasst damit nun schon 80 Stadt- und Landkreise in Bayern.

FSME steht für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis. Laien können sich mehr unter einer Hirnhautentzündung vorstellen. Damit kann man im Krankenhaus landen – und im schlimmsten Fall sogar auf dem Friedhof. „Auch Kinder können FSME bekommen, und es sind auch schon welche daran gestorben“, warnt der Virologe Dr. Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München.

Also nichts wie hin zum Hausarzt und endlich impfen lassen! „Das tut nicht weh und wird von allen Krankenkassen bezahlt“, betonen Dr. Frühwein und Dr. Dobler.

Andreas Beez

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