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Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und seine Gattin Carla vor dem Elysee Palast in Paris.

Papierhochzeit von Nicolas Sarkozy und Carla Bruni

Paris - Dreizehn Jahre, zehn Zentimeter und ihre politische Grundüberzeugung trennen sie - und doch hält die dritte Ehe des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (54) mit der Sängerin Carla Bruni (41) bereits ein ganzes Jahr.

Die Franzosen haben sich mittlerweile an ihre aus Italien stammende Première Dame gewöhnt. Heute steht im Élysée die Papierhochzeit des Präsidenten an. Mit einer Feier ist nicht zu rechnen - schließlich hatten die beiden schon ihre Hochzeit in größter Heimlichkeit zelebriert.

"Es bestehen gute Chancen, dass Sie es erst erfahren, wenn es schon passiert ist", hatte Sarkozy auf seiner ersten großen Pressekonferenz gesagt - und damit Recht behalten. Der Bürgermeister des 8. Arrondissements, in dem der Élysée liegt, hatte die beiden an einem sonnigen Samstag im Februar so diskret getraut, dass er später dafür mit der Aufnahme in die Ehrenlegion belohnt wurde - wie übrigens auch Sarkozys Scheidungsanwalt, der nur wenige Wochen zuvor die Trennung von seiner zweiten Frau Cécilia juristisch begleitet hatte. "Die Braut trug weiß. Sie war sehr hübsch", lautete der schlichte Kommentar des Bürgermeisters.

Mit Ehebeginn zog Sarkozy einen Schlussstrich unter die öffentliche Turtelphase, die Frankreich halb amüsiert, halb schockiert hatte. Vom Disneyland bis zu den Pyramiden waren den beiden Horden von Paparazzi hinterher gereist, um das inszenierte Privatleben des Staatschefs festzuhalten. Endlich konnte Sarkozy seine "Carlita", wie er sie nennt, auch auf Staatsbesuche mitnehmen, ohne seinen Gastgebern protokollarisches Kopfzerbrechen zu bereiten.

Auf ihrer ersten Reise nach Südafrika kündigte die neue Première Dame an, sich künftig karitativ engagieren zu wollen - eine Aussage, die lange folgenlos blieb. Mittlerweile ist Carla immerhin offizielle Aidsbotschafterin, auch im Andenken an ihren Bruder Virgilio, der an der Immunschwäche starb. Ein Festmahl für die Klatschpresse war der Londonbesuch des Präsidentenpaares. Carla - im Jackie-Kennedy-Stil mit Pillenschachtel auf dem Kopf, neben Prinz Philip in der Pferdekutsche - stahl ihrem Gatten schlichtweg die Schau.

Wenige Monate später brachte die Sängerin ihr neues Album heraus. "Als ob nichts gewesen wäre" lautete der programmatische Titel, denn das Ex-Model wollte sich keineswegs von ihrer zweiten Karriere als Sängerin abbringen lassen. Aufsehen erregte vor allem die Anspielung auf einen Liebhaber, dessen Suchtfaktor sie mit kolumbianischen Kokain verglich. War damit Sarkozy gemeint? Und was hielt dieser wiederum davon, dass Carla ihre "30 Liebhaber" besang und damit drohte "Achtung, ich bin Italienerin"? Bruni gab dem Medienrummel außerdem weiter Nahrung, in dem sie öffentlich erklärte, dass sie sich ein Kind von Sarkozy wünsche.

Auf politischer Ebene hielt sich die Präsidentengattin, die mittlerweile auch die französische Staatsangehörigkeit hat, weitgehend zurück. Sarkozy schickte sie lediglich zu einem Treffen mit dem Dalai Lama, das er selbst aus Rücksicht auf China lieber vermeiden wollte. "Ich bin links, aber ich bekenne mich nicht aus Provokation dazu und bin auch keine Parteisoldatin", betont Carla. Die Klatschpresse notierte zudem wohlwollend, dass sie einen besänftigenden Einfluss auf ihren Gatten hat und ihm seine neureichen "Bling-Bling"-Allüren wenigstens zum Teil ausgetrieben hat.

dpa

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