Parzinger zum neuen Präsidenten der Preußenstiftung gewählt

Berlin: - Berlin - Der Historiker und Archäologe Hermann Parzinger ist in Berlin zum neuen Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gewählt worden.

Der Stiftungsrat wählte einstimmig den 48-jährigen Präsidenten des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) zum Nachfolger von Klaus-Dieter Lehmann (67), der Ende Februar 2008 nach rund einem Jahrzehnt aus dem Amt scheidet. Gleichzeitig kündigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) als Stiftungsratsvorsitzender die Suche nach einem Nachfolger für den Generaldirektor der Staatlichen Museen Berlin, Peter-Klaus Schuster, an, der im Oktober nächsten Jahres 65 Jahre alt wird.

Neumann würdigte Parzinger, der als einer der führenden Archäologen Deutschlands gilt, als "weltweit renommierten Wissenschaftler und zugleich großen Kommunikator und Moderator". Anders als bei der Wahl Lehmanns vor neun Jahren sei diesmal die Entscheidung reibungslos zwischen Bund und Ländern gefallen. Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz sagte, Berlin sei "außerordentlich zufrieden mit dieser Wahl". Schmitz war Mitglied der Findungskommission, die Parzinger für das Amt vorgeschlagen hatte.

Parzinger kündigte an, dass er die wissenschaftliche Arbeit, die Außendarstellung und die internationale Wirkung der Stiftung stärken wolle. "Es gibt ein unglaubliches Potenzial an Wissenschaft in der Stiftung". Er wolle seine Erfahrungen beim Umbau des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in die Arbeit der Stiftung einbringen.

Zu den Herausforderungen Parzingers gehört die Fortsetzung der milliardenschweren Renovierung der Museumsinsel sowie der Neubau auf dem Berliner Schlossplatz. Nach dem bisherigen, von Lehmann erarbeiteten Konzept soll das künftige Humboldt-Forum auf dem Schlossplatz ein Zentrum für die Wissenschaft und die Darstellung außereuropäischen Kulturen werden. So sollen die ethnologischen Sammlungen, die bisher in Berlin-Dahlem ausgestellt werden, in das Humboldt-Forum ziehen, das die Fassade des einstigen Berliner Stadtschlosses bekommen soll.

Bekannt wurde der in München geborene Historiker und Archäologe vor allem durch die Entdeckung eines Fürstengrabes mit tausenden Goldobjekten der Skythen in Südrussland. Parzinger wird die Ausstellung "Königsgräber der Skythen" begleiten, die am 6. Juli in Berlin unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eröffnet wird. Es ist die weltweit erste Ausstellung, die die gesamte Geschichte und Verbreitung dieser indoeuropäischen Kultur darstellt.

Parzinger war von 1986 bis 1990 Assistent am Institut für Vor- und Frühgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität-München, bevor er 1992 Privatdozent an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt wurde. 1995 wurde er als Gründungsdirektor der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts nach Berlin berufen. In dieser Position unternahm er zahlreiche Ausgrabungen, darunter im Iran, in Russland, der Türkei und Spanien. 1998 wurde er mit dem Leibniz- Preis, dem höchstdotierten deutschen Förderpreis, ausgezeichnet.

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