+
Patti Page wurde 85 Jahre alt.

"Tennessee Waltz" war ihr größter Hit

US-Sängerin Patti Page gestorben

Nashville - Die mit dem Song „Tennessee Waltz“ bekannt gewordene Pop- und Country-Sängerin Patti Page ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Der „Tennessee Waltz“ machte sie eher zufällig berühmt, war ihr größter Hit und eine der bestverkauften Platten aller Zeiten: Nun ist Sängerin Patti Page tot. Der amerikanische Schlagerstar der 1950er Jahre starb im Alter von 85 Jahren am Neujahrstag im kalifornischen Encinitas, wie eine Sprecherin mitteilte.

Mit mehr als 100 Millionen verkaufter Platten war Page die erfolgreichste amerikanische Sängerin der 1950er Jahre. Sie bekam 15 goldene Schallplatten, drei goldene Alben, landete mit 24 Titeln in den Top Ten der Hitparade und hatte eigene Fernsehshows auf allen drei großen US-Sendern. Daneben trat sie auf der Musicalbühne auf und spielte in Filmen neben Stars wie Burt Lancaster, David Janssen oder James Garner.

Nach einem halben Jahrhundert im Musikgeschäft wurde sie 1999 für die Aufnahme ihres Jubiläumskonzerts in der Carnegie Hall mit ihrem ersten und bislang einzigen Grammy Award ausgezeichnet. Im Februar wollte Page in Los Angeles einen weiteren Grammy für ihr Lebenswerk entgegennehmen. Zu ihren größten Hits zählte neben dem „Tennessee Waltz“, den der US-Staat Tennessee zu seinem offiziellen Lied erkor, auch „(How much ist that) Doggie in the Window“, das auf Deutsch von Lys Assia gecovert wurde („Was kostet das Hündchen dort im Fenster“).

Am 8. November 1927 in Claremore/Oklahoma als Clara Ann Fowler geboren, entlieh Page ihren Künstlernamen der Werbefigur für eine Molkerei, die sie in einer Radiosendung darstellte. Dabei hörte sie 1946 der Bandleader Jack Rael zufällig singen und wurde ihr Manager.

Welterfolg war ein Glückstreffer

Ein Jahr später bekam sie einen Plattenvertrag bei Mercury und trat in großen Nachtklubs auf. 1947 prägte sie auch einen neuen Sound: Als die Plattenfirma der noch relativ unbekannten Künstlerin für die Single „Confess“ keine Background-Sängerinnen bezahlen mochte, nahm sie deren Parts selbst auf und legte sie übereinander. „Confess“ wurde so erfolgreich, dass sie ihren nächsten Titel mit vierstimmigem Overdubbing einsang: „With My Eyes Wide Open I'm Dreaming“ wurde ihr erster größerer Hit.

Ihr berühmtester Welterfolg war ein Glückstreffer. Passend zum Weihnachtsgeschäft 1950 sollte Page für Mercury ein flottes Weihnachtslied aufnehmen. Sie und Rael wurden aber auf den eigentlich als Country-Nummer geschriebenen „Tennessee Waltz“ aufmerksam und brachten ihn als B-Seite unter. „Mercury wollte sich auf ein Weihnachtslied konzentrieren und auf der Rückseite nichts Tolles haben“, erinnerte sich Page später. „Dieses großartige Weihnachtslied hieß 'Boogie Woogie Santa Claus', und kein Mensch kennt es.“ Der „Tennessee Waltz“ dagegen erwies sich als Welterfolg und hielt sich 30 Wochen in den Charts. Mit mehr als zehn Millionen verkauften Scheiben wurde der Liebeskummerwalzer damals nur von Bing Crosbys „White Christmas“ übertroffen.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verschmitzt und zugenäht: Kunstmenschen aus Stoff
Die Textilkünstlerin Alraune hat eine Welt aus Stoff geschaffen: 70 lebensgroße Figuren, Torten, Würste, Blutflecken – alles aus Textil und Leder genäht. In einem …
Verschmitzt und zugenäht: Kunstmenschen aus Stoff
„Goldene Himbeeren“: Wer hat den Spottpreis bekommen?
Los Angeles - Jedes Jahr wird in Hollywood den schlechtesten Filmen die „Goldene Himbeere“ verliehen. Unter den Nominierten: der deutsche Regisseur Roland Emmerich.
„Goldene Himbeeren“: Wer hat den Spottpreis bekommen?
Närrischer Samstag zieht Tausende Jecken auf die Straße
Das närrische Treiben schunkelt seinem Höhepunkt entgegen. Kunterbunte Partystimmung herrscht schon am Wochenende in mehreren Städten.
Närrischer Samstag zieht Tausende Jecken auf die Straße
Pete Doherty raunzt Becher-Werfer an
Der britische Rockmusiker hatte auf seiner Tour am Freitagabend in Hamburg Station gemacht. Bei dem Konzert flog so einiges durch die Luft, Becher zum Beispiel. Das …
Pete Doherty raunzt Becher-Werfer an

Kommentare