Petra Schürmann: Ein Abschied voller Schmerz

Aufkirchen - Nach dem tragischen Tod ihrer Tochter Alexandra hat Petra Schürmann jetzt auch ihren Mann verloren: Gerhard Freund (86) starb an Krebs. Er wurde am Mittwochnachmittag auf dem Friedhof von Aufkirchen (Kreis Starnberg) im kleinen Kreis beigesetzt.

Kurz vor 16 Uhr begannen die Kirchenglocken zu läuten. Dann erklang die Orgel. "Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh' mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu", sang die Trauergemeinde.

Es waren knapp 30 Gäste ­ und mittendrin: Petra Schürmann. Sie saß im Rollstuhl, sie war blass. Schwarze Kleidung, schwarzer Schleier, schwarze Brille. Immer wieder schluchzte sie. Der Pfarrer sprach: "Der Tod ist nicht das Ende." Neben ihm stand das Porträt von Gerhard Freund. Vor dem Altar lag ein Kranz aus roten Rosen. "In Liebe, Deine Petra", stand darauf.

Petra Schürmann und Gerhard Freund waren seit 1973 verheiratet. Es war die große Liebe. Sie hatten eine Tochter: Alexandra. Die Tochter starb vor sieben Jahren bei einem Autounfall auf der A 8 ­ ein Geisterfahrer war in ihren Wagen gerast. Sie war 34 Jahre alt. Sie wollte heiraten.

Petra Schürmann hat den Tod ihres einzigen Kindes nie verkraftet. Die ehemalige Fernsehmoderatorin zog sich zurück, wurde schwerkrank: eine psychoreaktive Sprachstörung ­ Petra Schürmann konnte sich plötzlich kaum noch artikulieren. Sie versuchte, ihren Schmerz in einem Buch zu verarbeiten. Es heißt: "Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr." Doch: "Die Zeit heilt keine Wunden, der Tod des eigenen Kindes ist die Hölle."

Gestern wurde Gerhard Freund im Grab der gemeinsamen Tochter beigesetzt. Als "eine seelische Amputation" hatte er stets den Verlust von Alexandra bezeichnet ­ und sich in der Zeit danach aufgegeben. Die Ehe begann zu kriseln. Petra Schürmann versuchte, ihrem Mann Kraft zu geben ­ die sie selbst nicht hatte. Das Ehetief ging vorüber, aber der Schmerz über Alexandras Tod blieb.

"So nimm' denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich", sang eine Frau beim Trauergottesdienst von Gerhard Freund. Es war dieselbe Frau, die bei der Beerdigung von Alexandra gesungen hatte. Die Trauergemeinde betete das Vaterunser. Viele weinten. Das Schluchzen von Petra Schürmann war nicht zu überhören.

Am Ende der Messe ertönte der Auferstehungschor aus dem Messias. Die Menschen verließen die Kirche, gingen zur Aussegnungshalle. Dort stand der Sarg von Gerhard Freund ­ geschmückt mit roten Rosen. Es waren die gleichen Rosen wie an dem Kranz von Petra Schürmann für ihren verstorbenen Mann.

Der Pfarrer betete. Dann gingen sie alle ans Grab. Asche zu Asche, Staub zu Staub.

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