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Oscar Pistorius (rechts) mit seinem Bruder Carl und seiner Schwester Aimee bei der Gerichtsverhandlung.

Handy-Daten gelöscht

Hat Pistorius-Bruder Beweismittel vernichtet?

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Johannesburg - Der Bruder des wegen fahrlässiger Tötung verurteilten Oscar Pistorius könnte Beweismittel im Verfahren gegen den Paralympics-Star vernichtet haben. Und es gibt ein weiteres brisantes Detail.

Carl Pistorius (29) soll nach Angaben von Gerichtsreportern Daten vom Mobiltelefon des 27-Jährigen gelöscht haben, nachdem dieser in der Valentinsnacht 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen hatte. Ermittler seien diesem Verdacht nachgegangen, berichten Barry Bateman and Mandy Wiener in ihrem am Donnerstag erschienenen Recherchebuch „Behind The Door“. Sie hatten für südafrikanische Medien über das Verfahren berichtet und gelten als Kenner des Falls. Zudem habe er sämtliche Nachrichten entfernt, die über den Dienst Whatsapp versandt und empfangen worden seien, berichtete der südafrikanische Radiosender Eyewitness News (EWN) am Donnerstag.

Nach Angaben der Buchautoren gingen Ermittler davon aus, dass Pistorius' Bruder Carl von dessen Handy bei der Synchronisierung mit einem Computer Verbindungsdaten und Textbotschaften aus den Tagen vor der Tötung Steenkamps gelöscht hat. Die Polizei habe die Hilfe des iPhone-Herstellers Apple in den USA anfordern müssen, um die Historie des Telefons zu rekonstruieren, hieß es in dem Bericht weiter.

Eine Datenlöschung hatten Experten bestätigt, jedoch blieb unklar, wer dies tat. Es sei erwogen worden, Carl Pistorius ebenfalls anzuklagen, schließlich habe die Polizei aber darauf verzichtet.

Die Familie des Verurteilten erklärte, ihr seien keine Löschungen von Daten bekannt, „die für den Prozess relevant gewesen wären oder den Prozess hätten beeinflussen können“.

Pistorius-Freundin Reeva Steenkamp

Pistorius-Freundin Reeva Steenkamp (†): Juristin, Model und Fernsehstar

Laut dem britischen Mirror, der sich auf Bateman und Wiener beruft, hat Pistorius in der Tatnacht neun Minuten lang mit seiner Ex-Freundin Jenna Edkins telefoniert, kurz bevor er Steenkamp erschoss. Dieses Detail war den Ermittlern offenbar entgangen, denn vor Gericht hatten sie es nie erwähnt. Die 25-Jährige war bei dem Prozess auch nicht als Zeugin geladen gewesen. Eine andere Ex-Freundin des beinamputierten Athleten hatte über Pistorius' Aggressionen und seinem angeblich unachtsamen Umgang mit Waffen berichtet. Edkins jedoch bestritt, dass der Sportler jemals im Laufe der fünf Jahre, in denen sie immer wieder einmal mit ihm zusammen war, gegen sie tätlich geworden sei oder sie um ihr Leben hatte fürchten lassen, wie sie in einem Tweet schrieb.

Richterin Thokozile Masipa hatte den beinamputierten Sportler am 12. September in einem Aufsehen erregenden Prozess nicht des Mordes, aber der fahrlässigen Tötung seiner 29-jährigen Freundin für schuldig befunden. Das Strafmaß soll bei einer Anhörung vom 13. Oktober an festgelegt werden.

dpa/hn/afp

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