+
Roman Polanski sieht sich als Opfer der US-Justiz.

Polanski bricht sein Schweigen

Paris - Erstmals seit seiner Verhaftung vor sieben Monaten in der Schweiz hat Starregisseur Roman Polanski (76) sein Schweigen gebrochen. Er sieht sich als Opfer der US-Justiz.

Lesen Sie dazu auch:

Doppelte Niederlage für Roman Polanski

 Der wegen Sex mit einer 13-Jährigen verfolgte Filmemacher wirft der US-Justiz in dem mehr als 30 Jahre zurückliegenden Fall Rachegelüste vor. Er solle den Medien zum Fraßvorgeworfen werden, klagt der Oscar-Preisträger in einem Text, der im Internet veröffentlicht wurde. Es gehe gar nicht so sehr um das Urteil, über das schon vor langer Zeit eine Übereinkunft erzielt worden sei.

“Seit dem ersten Tag ist dieser Fall nicht richtig verstanden worden“, erläuterte Polanskis Pariser Anwalt Hervé Témime am Montag. Nun liege der Ball bei den Schweizer Behörden, die über das Auslieferungsgesuch der USA entscheiden müssten. Polanski lebt seit rund fünf Monaten in Gstaad unter Hausarrest. Er wird mit Hilfe einer sogenannten elektronischen Fußfessel überwacht.

Polanskis Hausarrest in Gstaad

Roman Polanski in Hausarrest in Gstaad

“Es stimmt, vor dreiunddreißig Jahren habe ich mich schuldig bekannt und im Staatsgefängnis von Chino (Kalifornien), das kein VIP- Gefängnis ist, eine Strafe verbüßt, die eigentlich die Gesamtstrafe darstellen sollte“, schreibt Polanski. Als man ihn dann aus dem Gefängnis entließ, habe der Richter allerdings seine Meinung geändert und erklärt, die dort verbüßte Haft von 42 Tagen sei nicht die Gesamtstrafe. “Wegen dieses Rückziehers verließ ich damals die Vereinigten Staaten.“ Der Richter habe sich auf seine Kosten die Aufmerksamkeit der Medien sichern wollen, meint Polanski.

In dem seit mehr als 30 Jahren laufenden Missbrauchsverfahren in den USA hatte der polnisch-französische Filmemacher (“Der Pianist“) zuletzt eine doppelte Niederlage einstecken müssen. Die Justizbehörden in Los Angeles lehnten den Antrag des 76-Jährigen auf eine Verurteilung in Abwesenheit ab. Zudem wiesen sie auch einen Antrag von Polanskis damaligem Opfer zurück, das Verfahren gegen den Regisseur fallen zu lassen. Die amerikanischen Justizbehörden missachteten alle Argumente und Zeugenaussagen, so Polanski.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Methoden fürs Formen von Augenbrauen
Sie werden mit Farbe verdichtet, mit Öl gepflegt und mit Fäden in Form gezupft: So einen Hype um Augenbrauen wie derzeit gab es lange nicht mehr. Nachdem sie jahrelang …
Neue Methoden fürs Formen von Augenbrauen
Mit Dackel oder Fleischwurst - Narrenkappen mal anders
Schmückt ein Narr den Kopf, muss das nicht unbedingt der altbewährte Cowboyhut, die traditionelle Komiteemütze oder das Glitzerhütchen vom Vorjahr sein. Ob mit Federn, …
Mit Dackel oder Fleischwurst - Narrenkappen mal anders
Angelina Jolie bricht ihr Schweigen: Das sagt sie nach der Trennung
London - Hollywood-Star Angelina Jolie (41) blickt nach der Trennung von Brad Pitt (53) optimistisch in die Zukunft. 
Angelina Jolie bricht ihr Schweigen: Das sagt sie nach der Trennung
König Harald von Norwegen wird 80
Oslo - Mit einem emotionalen Aufruf zu Toleranz hat König Harald die Welt im vergangenen Sommer berührt. Auch sonst zeigt der zurückhaltende Norweger im hohen Alter - am …
König Harald von Norwegen wird 80

Kommentare