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Die Schweiz will Roman Polanksi nicht an die USA ausliefern.

Polanski ist frei und wird nicht ausgeliefert

Bern - Starregisseur Roman Polanski ist frei. Die Schweiz entließ Polanski aus dem Hausarrest und entschied, ihn nicht an die USA auszuliefern.

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Roman Polanski ist ein freier Mann: Die Schweiz wird den Star-Regisseur nicht an die Vereinigten Staaten ausliefern, wie die Regierung in Bern am Montag mitteilte. Die US-Justiz verfolgt den 76-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs eines Mädchens im Jahr 1977. Der Regisseur legte damals ein Schuldbekenntnis ab und saß 42 Tage in Haft, entzog sich 1978 aber dem weiteren Verfahren durch Flucht ins Ausland. Die Schweizer Regierung erklärte, die amerikanischen Behörden hätten die vertraulichen Zeugenaussagen in Polanskis Verfahren nicht vorgelegt. Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf sagte laut einem Bericht der Schweizer Nachrichtenagentur SDA, neben Zweifeln an der Darstellung des Sachverhalts im Auslieferungsgesuch spiele auch das Vertrauen eine Rolle, das Polanski in die Schweiz setzten durfte.

Der Regisseur sei seit 2006 Chaletbesitzer in Gstaad und sei in der Schweiz nie behelligt worden. Er sei im begründeten Vertrauen in die Schweiz gereist, keine rechtlichen Nachteile erwarten zu müssen. Polanski war am 26. September 2009 aufgrund eines US-Haftbefehls überraschend bei der Einreise in die Schweiz verhaftet. Gegen Zahlung einer hohen Kaution und weitere Auflagen wurde er am 4. Dezember aus der Auslieferungshaft in einen elektronisch überwachten Hausarrest in seinem Chalet in Gstaad überführt. Während Polanski in Haft saß und später unter Hausarrest stand, forderten zahlreiche Prominente öffentlich seine Freilassung. Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy initiierte sogar eine Petition gegen die Auslieferung Polanskis.

Nie wieder in die USA gereist

Seit 1978 lebte Polanski unbehelligt in Frankreich und reiste nie mehr in die USA - auch nicht im Jahr 2003, als er mit dem Oscar für die beste Regie im Holocaust-Drama “Der Pianist“ ausgezeichnet wurde. Vor dem Großerfolg mit “Der Pianist“ hatte Polanski bereits andere bekannte Kinofilme gedreht, so etwa “Ekel“ (1965 mit Catherine Deneuve), “Tanz der Vampire“ (1967), “Rosemary's Baby“ (1968) bis hin zu “Chinatown“ (1974) und “Frantic“ (1988). 1933 als Sohn jüdischer Eltern in Paris geboren, zog er mit diesen 1936 ins polnische Krakau.

Die Mutter verlor Polanski in Auschwitz, er überlebte im Versteck bei Kleinbauern. Ausgebildet wurde Polanski an der Filmhochschule in Lodz. Schon sein 1961 noch in Polen produziertes Kinodebüt “Das Messer im Wasser“ war eine Sensation und ebnete ihm den Weg in den Westen. Zunächst arbeitete der Regisseur in England, dann in Hollywood. Sharon Tate, Hauptdarstellerin der Horror-Komödie “Tanz der Vampire“, wurde 1968 dort Polanskis zweite Frau. Hochschwanger wurde Tate im folgenden Jahr von Anhängern des Sektenführers Charles Manson ermordet.

dapd

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