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Pooths Pleite größer als angenommen

Düsseldorf - Wortlos und mit finsteren Mienen eilen die Gläubiger aus Saal L 111 des Düsseldorfer Landgerichts. Was ihnen Insolvenzverwalter Michael Bremen soeben eröffnet hat, kann sie nicht zufrieden stimmen.

Das Ausmaß der Pleite von Franjo Pooths Firma Maxfield ist größer als bislang angenommen. Von jeweils 100 Euro Forderungen werden die Gläubiger nach derzeitigem Stand gerade einmal 37 Cent wiedersehen. Eine marginale Quote, wie Bremen einräumt.

Der einst gefeierte Jungunternehmer und Ehemann von TV-Star Verona Pooth hat außer einem Schuldenberg in Höhe von mindestens 19 Millionen Euro nicht viel übrig gelassen. Insgesamt 461 Gläubiger fordern zusammen sogar 27 Millionen Euro. Eine Chance, das Unternehmen zu retten, sieht der Insolvenzverwalter nicht.

Gerade einmal 15 Gläubiger sind gekommen. Darunter der ehemalige Vertriebsleiter von Maxfield. "Fast vier Jahre" habe er für Maxfield gearbeitet und "das Geschäft mit aufgebaut", sagt er. Nun wartet er auf "einen sechsstelligen Betrag" ausstehender Provisionen und Spesen - wahrscheinlich vergeblich. Das alles nur ein großer Bluff war, bestreitet er: "Am Anfang lief es ja gut."

Eine Dame, die sich als Designerin vorstellt, will ebenfalls Geld von Maxfield für Produktentwürfe. "Natürlich bin ich wütend. Es tut weh und war sehr viel Arbeit - ich bin aber nicht die Einzige", sagt sie. Mit Vorwürfen in Richtung Franjo Pooth hält man sich am Dienstag allgemein zurück: "Ich glaube, der ist in die Geschichte selber reingeschlittert", sagt die Gläubigerin.

Insolvenzverwalter Bremen berichtet von der reibungslosen und guten Zusammenarbeit mit Pooth - zu der dieser allerdings auch rechtlich verpflichtet sei. Dass der 38-Jährige ungeschoren davonkommt, glaubt er aber offensichtlich nicht: "Es gibt Anhaltspunkte für verschiedene Ansprüche gegen Herrn Pooth." Zwei Banken haben bereits Millionenklagen gegen ihn eingereicht. Ob auch Verona Pooth in den Sog der Insolvenz gerät, bleibt am Dienstag unklar. Sie habe zumindest "keine Verpflichtungserklärungen" gegenüber den Gläubigern abgegeben, sagt Bremen.

Nach den Erkenntnissen Bremens war Maxfield bereits Mitte 2007 reif für die Insolvenz. Der Insolvenzantrag war aber erst im Januar 2008 gestellt worden. Dies könnte den Vorwurf der Insolvenzverschleppung erhärten. Dabei hat offenbar besonders die Düsseldorfer Sparkasse versucht, ihre Scherflein im letzten Moment ins Trockene zu bringen. Gegen ihre erst im vergangenen September vereinbarten Sicherheiten will Bremen nun vorgehen, um auch den anderen Gläubigern etwas mehr als die Fahrtkosten ersetzen zu können.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Franjo Pooth weiterhin wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung. Er soll die Kredite mit teuren Geschenken an Bankmanager erschlichen haben. Der Chef und ein Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse waren deswegen fristlos entlassen worden.

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