Popstar Wyclef Jean will Präsident von Haiti werden

Washington - Der aus Haiti stammende Popstar Wyclef Jean will Präsident seines Heimatlandes werden. Mit Video.

Er habe die Formalitäten erledigt und kandidiere bei den Wahlen am 28. November, sagte Jean dem US-Nachrichtensender CNN am Donnerstagabend in einem Interview aus der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Der 37- Jährige hatte in den 90er Jahren als Hip-Hop-Sänger international Karriere gemacht, insbesondere mit der Sängerin Lauryn Hill und seinem Cousin Pras Michel als “The Fugees“.

Neben Jean sind nach Angaben der provisorischen Wahlkommission bisher rund zehn Bewerber eingeschrieben. Die bekanntesten sind der Unternehmer Charles Baker und die Politiker Michel Martelly und Gerard Blot. Nach Angaben des Senders “Radio Metropole“ wird erwartet, dass insgesamt rund 30 Personen ihre Bewerbungsunterlagen einreichen.

Jean ist politisch engagiert und hat sich zum Beispiel nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti für den Wiederaufbau seines Heimatlandes stark gemacht. Im Januar waren bei der Naturkatastrophe mehr als 220 000 Menschen ums Leben gekommen, die Hauptstadt Port-au- Prince wurde in weiten Teilen zerstört. Jean versprach, er wolle die Lebensbedingungen der Haitianer verändern.

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Er organisierte Benefizkonzerte und warb Spendengelder ein. Mit seiner Organisation Yéle Haiti unterstützt er schon seit Jahren Jugendprojekte im ärmsten Land Amerikas. Der 37-Jährige hatte sich immer wieder in politische Debatten eingemischt und zum Beispiel das Krisenmanagement von Präsident René Préval scharf kritisiert.

Wyclef Jean wurde 1972 in Haiti geboren, seine Familie wanderte aber wenige Jahre später in die USA aus. Die “Fugees“-Songs “Killing me softly“ und “Ready or Not“ landeten 1996 weltweit auf den vorderen Plätzen der Hitparaden. Jean war anschließend allein erfolgreich und arbeitete zudem für Michael Jackson, Carlos Santana, Mick Jagger, Destiny's Child, Whitney Houston, die Black Eyed Peas und andere Stars.

Jean wäre nicht der erste Musiker, der in Lateinamerika in die Politik strebt. Salsastar Ruben Blades war von 2004 bis 2009 Tourismusminister seines Heimatlandes Panama. Dort hatte er 1994 schon für das Präsidentenamt kandidiert und den dritten Platz belegt. Der Musiker Gilbert Gil war von 2003 bis 2008 brasilianischer Kulturminister.

dpa

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