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Chrissie Hynde , die Sängerin und Gitarristin der Rockband "The Pretenders", spielt am Sonntag beim Deutschland-Tourauftakt in Stuttgart .

Jubel beim Pretenders-Tourstart

Stuttgart - Ein Griff in den Schritt, ein kerniges “Yeah“, ein kurzer Flirt mit dem Gitarristen - Chrissie Hynde beherrscht auch mit 57 Jahren die Standardgesten eines Rockstars.

Kein Wunder, dass es beim Auftakt der Minitour der britischen Rockband The Pretenders am Sonntagabend in Stuttgart kräftigen Jubel gab. Rund anderthalb Stunden lang präsentierte die fünfköpfige Band um die Gitarristin, Mundharmonikaspielerin und Sängerin eine Mischung aus kraftvollem 80er-Jahre-Rock und großen Balladen wie dem Schmachtfetzen “I'll stand by you“.

“Chrissie ist einfach “forever young““ hatte Konzertbesucher Felipe Gonzalez kurz vor Konzertbeginn das Erfolgsrezept des herben Sexsymbols auf den Punkt gebracht. Er sei seit den Anfängen der Band Ende der 70er Jahre ein Fan und feiere nun seinen 47. Geburtstag bei dem Live-Konzert, erklärt er. Felipes Freundin Constanze hat keine Angst, dass die Bandleaderin ihr den Rang abläuft - sie hat ihm die Karten geschenkt. “Und ein bisschen habe ich mich ja auch so zurecht gemacht“, erklärt die Konzertbesucherin am Sonntagabend im Halbdunkel des Stuttgarter Clubs Longhorn lachend.

Forever Young, für immer jung? Es scheint vor allem beim kraftvollen Konzertbeginn mit kurzen, schnellen Rocksongs fast, als wolle Hynde genau das beweisen. Bekleidet mit weißer Frackjacke und schwarzer Weste mit breiter Krawatte beginnen die britischen Musiker die Zeitreise in die 80er und wieder zurück. Neben den neuen Liedern der Band vom aktuellen Album “Break up the Concrete“ sorgen die größten Hits der Band - darunter “Don't get me wrong“ und “Brass in Pocket“ - für den meisten Applaus. Ohnehin lenkt auf der reduzierten Bühne vor schwarzer Wand kaum etwas von der Musik ab.

Die Spielfreude wundert kaum, denn die Pretenders sind laut Plattenfirma zum ersten Mal “seit Jahren“ wieder auf deutschen Tourbühnen zu sehen. Genaugenommen ist es überhaupt die erste Tour der Band, denn für das neue Album hatte Hynde alle Musiker ausgetauscht. Kritiker monierten daher, dass The Pretenders in erster Linie ein Etikett für Hynde seien, unter dem sie mit ständig wechselnden Musikern zusammenarbeitet.

Dem Publikum ist das beim Start der Minitour - nach Stuttgart folgen bis Donnerstag Konzerte in Berlin , Hamburg und Freiburg - nach zwei rockigen Zugaben egal. “Eine richtig schöne Stimmung“, zieht ein Konzertbesucher Bilanz. Und auch Constanze und Felipe sind begeistert: “Superschön war's“, sind sie sich einig - aber eine Konkurrenz zu seiner Freundin sei Hynde trotzdem nicht, grinst Gonzalez. 

dpa

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