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Unter Beschuss: Prinz Andrew

Prinz Andrew: Trotz Skandal kein Rücktritt

München - Zu seinem Freundeskreis gehören Diktatoren und verurteilte Kinderschänder. Aber Großbritanniens Prinz Andrew denkt gar nicht daran, von seinen Ämtern zurückzutreten.

Solche Fragen musste sich seine Hoheit wohl noch nicht oft vor laufenden Kameras gefallen lassen: “Sind Sie eine Peinlichkeit, Sir?“, fragten Journalisten am Montag Prinz Andrew, den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II, als er zu einem Meeting schritt. Der 51-Jährige blieb die Antwort erwartungsgemäß schuldig - die Diskussion um seine Zukunft als Handelsattachée der britischen Regierung dürfte damit aber nicht verstummen.

In der Affäre, die den Prinzen seinen Job kosten könnte, geht es um seine Kontakte zu höchst dubiosen Personen. Die Familie von Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi gehört ebenso dazu wie der Schwiegersohn des verjagten tunesischen Präsidenten Ben Ali und kasachische Oligarchen sowie libysche Waffenschmuggler.

Vor allem aber die Freundschaft zu dem verurteilten pädophilen US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein erregt in Großbritannien die Gemüter. Andrew hatte nachweislich Kontakt zu Epstein, obwohl er bereits von dessen Verurteilung wegen Missbrauchs Minderjähriger gewusst hatte.

Andrews Weigerung, als Handelsbeauftragter der Regierung zurückzutreten, bringt auch die Downing Street in die Bredouille. Noch am Wochenende hatten Quellen aus dem Umfeld von Premierminister David Cameron die britische Presse mit Einzelheiten über die Affäre geradezu gefüttert. Die Sache schien klar: Die Regierung munitioniert die Presse, der Abgang seiner Hoheit ist beschlossene Sache.

Der Ex-Mann von “Fergie“ aber weigert sich, seinen Posten als Profi-Reisender in nationaler Mission aufzugeben. Und rauswerfen kann ihn keiner. “Die Royals machen immer weiter und weiter. Sie sind nicht feuerbar“, sagte ein Regierungsmitglied der “Daily Mail“.

Abgesehen davon, dass man einen Royal in Großbritannien ohnehin nicht zum Rücktritt auffordern würde: Das Ganze ist ein Ehrenamt. Dennoch kostet den Steuerzahler die Arbeit des Prinzen jährlich ein Vermögen - allein für Reisen 500 000 Euro im vergangenen Jahr.

dpa

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