Prinz Harry: Vom Party-Tiger zum Irak-Krieger?

- London - Prinz Harry kann hart sein. Selbst dass er auf der Elite-Militärakademie Sandhurst zusammengedonnert und richtig runtergemacht wurde, hat ihm nach eigenem Bekunden "einfach gut getan". Dass er jedoch wirklich als glühender Patriot für Großbritannien in den Krieg ziehen würde, wie er schon vor der Ausbildung verkündete, nahmen ihm bisher nicht allzu viele ab. Nun könnten sie eines Besseren belehrt werden.

Aus dem Party-Tiger, der sich einst in Soho mit einem Nachtclub-Paparazzi prügelte und mit einer Hakenkreuzbinde am Arm für die Schlagzeile "Harry the Nazi" sorgte, ist ein disziplinierter Soldat geworden. Selbst die Aussicht auf einen Einsatz im Irak kann den Enkel der Queen nicht schrecken, wie die erstaunte britische Öffentlichkeit am Mittwoch erfuhr.

Das Verteidigungsministerium erfüllte dem Prinz einen Wunsch und teilte den 21-Jährigen den Aufklärungstruppen des traditionsreichen Regiments "Blues and Royals" zu. Es gehört zur Household Cavalry, der Gardetruppe der Königin. Rein theoretisch müsste Harry allein deshalb noch nicht damit rechnen, an eine Front ziehen müssen. Die eine Hälfte der Gardetruppe ist schwer bewaffnet und stets auf militärische Einsätze vorbereitet. Die andere glänzt in London vor Touristen als Paradetruppe.

Nur nicht vor dem Buckingham-Palast Wache schieben

Doch eines war Harry immer klar: Als Wachoffizier mit glänzendem Säbel den Aufmarsch vor dem Buckingham-Palast zu kommandieren - das wäre einfach nicht sein Ding. Harry will - durchaus zur Genugtuung seines Vaters Prinz Charles - das Brett nicht an der dünnsten, sondern an der härtesten Stelle bohren. Von der Elitetruppe, bei der er sich ab April zum Dienst melden darf, sei Prinz Harry "begeistert wegen der herausragenden Operationen der letzten Jahrzehnte, besonders im Falkland-Konflikt, im Golfkrieg, in Bosnien und im Kosovo, in Irak und Nordirland".

In dieser hoch dekorierten Truppe wird Harry alias Leutnant Prinz Henry von Wales zunächst als Kommandeur eines 12 Mann starken Aufklärertrupps geschult. Danach könnte es ernst werden. Allerdings kann oder will niemand im britischen Generalstab sagen, ob tatsächlich genau jenes Geschwader der "Blues and Royals", in dem Harry die Feindaufklärung übt, tatsächlich zum Dienst in den Irak geschickt wird, wo seit Beginn des Krieges zum Sturz Saddam Husseins bereits 98 britische Soldaten getötet wurden.

Die Auskunft des Verteidigungsministeriums klingt eher vage: "Man kann durchaus sagen, dass er dabei sein wird, wenn sein Geschwader nach Irak geschickt wird", sagte ein Sprecher. Das Wörtchen "wenn" steht für den großen Unterschied. Viele Briten glauben wohl nicht ganz zu Unrecht, dass der Dritte in der Thronfolge - gleich hinter Prinz William, der gerade ebenfalls eine Offiziersausbildung begonnen hat - vor allzu großen Gefahren und einem echten Kampfeinsatz dezent geschützt wird.

Der künftige Leutnant will nicht geschont werden

Damit darf man Harry freilich nicht kommen. Das stellte er bereits im vergangenen September in einem Interview aus Anlass seines 21. Geburtstages klar: "Es wäre ja wohl das Allerletzte, wenn ich mich durch Sandhurst quäle und dann zu Hause auf meinem Arsch sitzen bleibe, während meine Jungs draußen sind und für unser Land kämpfen", sagte Harry in aller Entschiedenheit. Und er fügte hinzu: "Das klingt vielleicht ziemlich patriotisch, aber es ist wahr."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein träges Ei aus Japan erobert junge Herzen
Ein Held in Eier-Gestalt verzückt seit einigen Jahren seine Fans in Japan. Nun könnte ein weltweiter Siegeszug folgen.
Ein träges Ei aus Japan erobert junge Herzen
Prinz Harry legt überraschendes Geständnis ab
So offen hat bisher noch kein Angehöriger des Königshauses über das Thema gesprochen: Doch nun legte Prinz Harry in einem Interview ein überraschendes Geständnis ab.
Prinz Harry legt überraschendes Geständnis ab
Kuschel-Diplomatie: Zwei Pandas in Berlin
Es fehlte nur noch der rote Teppich: Berlin hat seinen beiden neuen Pandabären für den Zoo bei ihrer Ankunft aus China einen hochoffiziellen Empfang am Flughafen …
Kuschel-Diplomatie: Zwei Pandas in Berlin
Tilda Swinton wollte nur einen einzigen Film drehen
Sie wollte nur einen Auftritt absolvieren. Aber Tilda Swinton enfindet sich immer wieder neu.
Tilda Swinton wollte nur einen einzigen Film drehen

Kommentare