Prinz Harry soll nach Skandal-Auftritt Auschwitz besuchen

- London - Prinz Harry (20), Nummer drei der britischen Thronfolge, steht wegen seines skandalösen Erscheinens in einem Nazi- Kostum in seiner Heimat in der Kritik. "Komm raus und entschuldige Dich anständig!" titelte die "Daily Mail" am Freitag und gab damit den Tenor der Stimmung auf der Insel wieder.

<P>Harrys Vater Prinz Charles (56) will den "königlichen Dummkopf", wie ihn die "Times" bezeichnete, laut Medienberichten zu einem privaten Besuch zu der Gedenkstätte des Vernichtungslagers Auschwitz schicken. So solle er für die schrecklichen Verbrechen der Nazis sensibilisiert werden.</P><P>Thronfolger Charles habe "vor Wut geschäumt", als er davon erfahren habe, dass sein jüngerer Sohn mit einer Hakenkreuzbinde zu einer Kostümparty gegangen war, berichtete die "Sun" unter Berufung auf Insider im Königshaus. Auch Harrys Bruder William (22) trage Mitschuld an dem "völlig inakzeptablen Verhalten", weil er Harry zu dem Fest begleitet und nicht versucht habe, ihn in dem Aufzug zu stoppen, wurde Charles nach den Angaben zitiert. Königin Elizabeth II. sei zutiefst besorgt über die Tat ihres Enkels, schrieb die "Times".</P><P>Gleichwohl will es das Königshaus trotz harscher Kritik aus dem In- und Ausland bei Harrys schriftlicher Entschuldigung belassen, in der es lediglich geheißen hatte: "Es tut mir sehr leid, wenn ich jemanden verletzt oder in Verlegenheit gebracht habe." Eine weitere öffentliche Entschuldigung etwa im Fernsehen oder eine offizielle Teilnahme etwa an den Gedenkfeierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz komme nicht in Frage, hieß es. Dies hatte das Simon-Wiesenthal-Zentrum empfohlen.</P><P>In dem Skandal stellte sich Harrys Tante Sarah Ferguson (45) hinter den 20-Jährigen. "Harry ist ein ausgezeichneter junger Mann. Ich hoffe, die Welt nimmt seine Entschuldigung an", sagte die Herzogin von York dem US-Sender CNN. "Er hat eine Pause verdient, wirklich", sagte die geschiedene Frau des britischen Prinzen Andrew.</P><P>Auch Premierminister Tony Blair hielt sich mit Kritik zurück: "Prinz Harry hat klargestellt, dass es ihm sehr Leid tut und ich glaube, es sollte dem Buckingham Palast überlassen werden, das zu kommentieren. Ich ziehe es vor, es dabei zu belassen." Andere Politiker hatten eine persönliche öffentliche Entschuldigung gefordert.</P>

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