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Prinzessin Elisabeth von Thurn und Taxis musste einen Shitstorm überstehen.

Missglücktes Posting im Netz

Wegen Obdachloser: Shitstorm gegen von Thurn und Taxis

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München - Mit Mode kennt sie sich aus, und auch was ein Shitstorm ist, weiß Elisabeth, die Tochter von Gloria von Thurn und Taxis, jetzt. Auf Instagram benahm sich die Adelige tadelig.  

Die Prinzessin, die in ihrer Funktion als Autorin der Vogue in Paris bei der Fashion Week weilte, hatte eine obdachlose ältere Frau fotografiert, die, zusammengekauert in einem dicken Wintermantel und mit einer Decke auf ihrem Schoß als Schutz gegen den kalten März-Wind, in einer Ausgabe der Mode-Bibel blätterte. Um die Frau herum stapelten sich Plastiktüten und Kartons. Den Schnappschuss lud die 32-Jährige auf ihren Instagram-Account hoch und versah ihn mit dem Kommentar "Paris ist voller Überraschungen - Leser der 'Vogue' in unerwarteten Ecken."

Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten. "Dumm" sei ihre wohl witzig gemeinte Bildunterschrift, "geschmacklos" und "grausam", wetterten viele ihrer über 16.000 Instagram-Abonnenten. Es hagelte üble, nicht zitierfähige Beschimpfungen. Auch die angesehene Mode-Webseite Fashionista tadelte die 32-Jährige, in einem Artikel, in dem auch ein Screenshot des vieldiskutierten Fotos zu sehen ist: Ihr Post zeige - nicht zum ersten Mal - wie realitätsfremd die Prinzessin sei.

Prinzessin von Thurn und Taxis entschuldigt sich

Zuerst verteidigte sich von Thurn und Taxis noch: "Wieso grausam? Diese Person besitzt in meinen Augen so viel Würde wie jeder andere auch." Nach wenigen Stunden löschte sie den umstrittenen Post jedoch - wohl auch nicht zuletzt, um einen Image-Schaden von ihrem Brötchengeber abzuwenden, der von der Sache Wind bekommen haben musste. Die Fürstentochter ließ sie ihre Instagram-Abonnenten wissen: "Ich wollte mein tiefstes Bedauern über die Aufregung äußern, den mein Post verursacht hat."

Vielleicht war es das an den Post gehängte romantische Bild einer Seine-Brücke, das viele Mitglieder der Online-Community an der Ernsthaftigkeit ihrer Aussage zweifeln ließ: "Du hast keine Ahnung von ihrer Notlage, weil du mit einem Silberlöffel im Mund geboren wurdest", schrieb etwa einer. Andere drückten sich wesentlich direkter aus: "Du denkst, du bist besser als sie, aber du bist nur ein schmutziges menschliches Wesen."

Schützenhilfe bekam die Hochwohlgeborene jedoch auch reichlich. So schrieb ein deutscher User des Fotodienstes: "Sie sind eine geborene von Thurn und Taxis. Da rechtfertigt man sich doch nicht vor dem verlogenen, heuchlerischen Gutmenschen-Pöbel, der nur in der Anonymität des Internets 'ne große Klappe hat." Oder war das etwa ironisch gemeint?

Obdachloses Foto-Opfer: "Das war nicht nett" 

Nicht wenige deuteten an, dass sich Elisabeth nicht bei ihren Followern, sondern bei der Obdachlosen hätte entschuldigen soll, deren Bild sie ohne deren Erlaubnis genommen hatte. Das aber tat die Gescholtene offensichtlich nicht. In der Daily Mail kam das 65-jährige Foto-Opfer selbst zu Wort: Maryse Dumas beschwerte sich: "Das war nicht nett von ihr." Es sei kein Witz, auf der Straße zu leben, fuhr sie fort. "Sehen Sie sich um: Ich bin von Müll umgeben, meine Beine tun weh und ich verliere meine Zähne." In der Vogue habe sie geblättert, weil sie die bunten Bilder mag, erklärte die 65-Jährige die Wahl ihrer Lektüre. Die Frau lebt der Sprecherin einer Pariser Obdachlosen-Hilfsorganisation zufolge schon seit langem auf der Straße von dem, was die Menschen ihr geben. Sie sei ganz alleine und "etwas verwirrt, aber freundlich".

hn

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