Privates ist tabu

- Berlin - Unbändige Lebenslust und ein bisschen Melancholie: Mit dieser Mischung macht Popstar Robbie Williams (31) seine Fans verrückt. In einem Hangar des Berliner Flughafens Tempelhof stellte der Brite am Freitag erstmals sein neues Album "Intensive Care" (etwa: Intensivpflege) vor. Darin spiegelt sich auch musikalisch perfekt "Robbies" Seelenlage zwischen dem Frauenheld und dem einsamen Kämpfer.

"Es ist mein bestes Album", meinte er. "Aber das sage ich von jedem Album." Bestens aufgelegt lud der lustvoll mit seinem Sexappeal spielende Sänger scherzhaft gleich ein Dutzend Reporterinnen in sein Hotelzimmer ein.

Sichtlich amüsiert gab er vor Journalisten unter anderem aus Taiwan, Australien, Island und Kroatien eines seiner Berufsgeheimnisse preis. "Meine ganze Karriere basiert auf diesen drei Bewegungen", meinte er und setzte sich nacheinander als Freddie Mercury, Tina Turner und Mick Jagger in Pose.

Dass er zwar in Europa ein gefeierter Star ist, in seiner neuen Wahlheimat Amerika aber bislang kaum Erfolge hatte, macht ihm nichts aus. "Ich habe noch gar nicht versucht, den US-Markt zu erobern", sagte Williams. "Das ist nicht wichtig für mich." In den vergangenen zehn Jahren sei er insgesamt nur zwei Monate lang auf Werbetour in den USA gewesen. "Ich will nicht allen Leuten dort die Hände schütteln, Radiostationen besuchen und bei unzähligen Barbeque-Partys dabei sein", sagte der Sänger.

Nach Angaben von Emi Music erscheint sein Album vorerst auch nicht in den USA. Dennoch lebt Williams seit einiger Zeit in Los Angeles, wo er es genießt unerkannt von der Öffentlichkeit auf die Straße gehen zu können und auch eine Freundin haben soll. Aber: "Das geht euch nichts an!", sagte der Star.

 Williams verteidigte das wegen angeblichen Kokain-Konsums in die Schlagzeilen geratene britische Model Kate Moss. "Sie ist eine Ikone. Sie hat niemanden verletzt und nichts Falsches getan. Was sie privat macht, das ist ihre eigene Sache", sagte "Rob". Die Medien hätten sehr viel Macht über Prominente, meinte er. "Es ist beängstigend, eine öffentliche Person zu sein." Ihn hätte es nicht gewundert, wenn Moss nach der Hetzjagd einen Selbstmordversuch unternommen hätte. Der Ex-Take-That-Sänger nahm selbst eine Zeit lang Drogen. Heute gehe es ihm besser denn je, sagte er. "Ich habe keine Ängste, ich liebe es, ein Popstar zu sein."

"Mit meinem neuen Album will ich an die Nostalgie der 80er-JahreMusik erinnern", sagte er. "Es bricht mir manchmal das Herz, wenn ich Songs von damals höre. Und ich hoffe, dass meine Lieder den Leuten noch in 15 bis 20 Jahren das Herz brechen werden." Zwölf neue Songs sind auf dem Album, das in Deutschland am 21. Oktober erscheint. Nummern mit aufputschendem Gitarrenrock sind ebenso dabei wie elegische, mit Streichern unterlegte Balladen, in denen "Rob" von der Suche nach der großen Liebe und der Midlife-Krise mit 30 Jahren singt. Synthie-Pop wechselt mit Reggae-Klängen ab, für jeden Musikgeschmack soll etwas dabei sein. Ob einer der Songs das Zeug zum ganz großen Hit hat, das ist offen.

Im nächsten Jahr werde er auf große Tournee gehen, verriet Williams, der bereits an diesem Sonntag im Berliner Velodrom ein erstes Konzert mit den neuen Songs gibt. Auf das Jahr 2006 freut er sich jedoch auch noch aus einem anderem Grund: Der begeisterte Fußballspieler drückt seiner Nation bei der Fußballweltmeisterschaft die Daumen. "Ich hoffe, England gewinnt", meinte er. "Seit 50 Jahren hatten wir nicht mehr so gute Chancen, die WM zu gewinnen. Wir haben zurzeit ausgezeichnete Spieler."

Die dpa wird über das Konzert am Sonntag nicht berichten, weil die Veranstalter Zugangsbeschränkungen für Fotojournalisten verhängt haben. Die Medien werden üblicherweise von den Agenturen mit Texten und Bildern beliefert. Dieses Angebot wird als eine Einheit gesehen. Es ist deshalb unverzichtbar, zu einem Konzertbericht auch die entsprechenden Bilder anzubieten.

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