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Rapper Bushido (verfilmte sein Leben in Film „Zeiten ändern dich“) mit CSU-Chef Horst Seehofer. Der bayerische Ministerpräsident war Schirmherr des 37. Deutschen Filmballs.

Hip Hop trifft Politik

Promi-Auflauf beim Deutschen Filmball in München

München - Die Filmbranche war in Festlaune: In Smokings und teuren Abendkleidern haben Schauspieler und Filmschaffende am Samstagabend in München beim 37. Deutschen Filmball gefeiert.

“Wir sind in Euphorie“, beschrieb der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), Steffen Kuchenreuther, die Stimmung. Mit gestiegenen Besucherzahlen und dem Erfolg vieler deutscher Filme trotzte die Branche im vergangenen Jahr der Krise. Der Schirmherr, Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), gab in seiner Eröffnungsrede deshalb auch das Motto aus: “Freuen sie sich, vergessen sie die Alltagssorgen für einige Stunden.“ Mit seiner Frau Karin eröffnete er anschließend mit einem Walzer das Tanzparkett, auf dem sich kurz darauf viele der mehr als 1000 Gäste drängten.

Auch wenn einige der üblichen Ballbesucher wie Veronika Ferres oder Til Schweiger fehlten, waren doch viele bekannte Gesichter zu sehen: Hannelore Elsner, Wotan Wilke Möhring, Bernd Eichinger oder Christiane Paul. Auch Gewinner des Bayerischen Filmpreises vom Freitagabend feierten wie der Ehrenpreisträger Joseph Vilsmaier, die besten Darsteller Barbara Sukowa und Mark Waschke oder Simon Verhoeven, geehrt für das Drehbuch der Komödie “Männerherzen“. Der Sohn von Senta Berger war bei seinem ersten Filmball allerdings nicht ganz parkettsicher: “Walzer kann ich schon, aber ich bin auf jeden Fall nicht der Megachecker“, räumte er ein. Nicht blicken ließ sich Publikumsliebling Michael Bully Herbig. Grund zum Feiern hätte er gehabt - hatte “Wickie und die starken Männer“ doch gleich zwei Filmpreise abgeräumt.

Die Promis beim Deutschen Filmball

Die Promis beim Deutschen Filmball

Bushido war kurz vor Ballbeginn vom dicken Kapuzenanorak in einen nagelneuen Smoking geschlüpft. “Es hat mich schon ein bisschen genervt, dass man sich jetzt so in Schale werfen muss, extra, weil ich ja normalerweise gerne leger rumlaufe“, sagte er. “Das schmeiße ich morgen auch wieder weg, wenn ich wieder in Berlin bin.“ Doch Marie-Luise Marjan fand sein Aussehen perfekt. Sie selber trug ein mit Perlen besticktes goldenes Kleid. Es stamme von einem Dreh im russischen Sankt Petersburg, erzählte sie. Mit ihrer Pelzstola war sie wohl als einzige für die eisigen Temperaturen auf dem Roten Teppich gerüstet, weniger dagegen für die Hitze im Ballsaal, die Peter Lohmeyer und Sarah Wiener mit ausgelassenem Tanzen kräftig anheizten.

Viele Fotografen belagerten die Sängerin und Komödiantin Barbara Schöneberger. Ihren Babybauch trug sie stolz vor sich her, von Tipps zur Kindererziehung wollte sie aber nichts wissen: “Ich überhöre gute Ratschläge und versuche einfach, es selber rauszufinden.“ Dankbar für Anregungen war dagegen Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der mit seiner Frau Bettina vergnügt feierte: Er wolle Ideen sammeln und Kontakte mit Filmleuten knüpfen, begründete er seinen Besuch. Auch Regierungssprecher Ulrich Wilhelm (CSU) und seine Frau genossen den Ball in ihrer alten Heimat. Dass es in Berlin Begehrlichkeiten gibt, den Filmball in die Hauptstadt zu holen, sieht Wilhelm zwiespältig. “Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, bekannte er. Berlin gewinne als Filmstadt an Substanz, so dass es sicher irgendwann ein sehr hartes Ringen geben werde. Eine Tatsache, die in Bayern keiner gerne hört. “Da soll sich keiner übertriebene Hoffnungen machen“, warnte denn auch Seehofer.

Zufrieden dürften Staatsregierung und Filmbranche sein, dass München mal wieder eine internationale Filmproduktion anlocken konnte - US-Regisseur Kevin Reynolds saß bei der Bavaria Film am Tisch und plauderte über seine Pläne. Ab Juni will er mit Kevin Costner in Bayern die Action-Komödie “Learning Italian“ drehen. Auf seinen mehrmonatigen Aufenthalt in München während Dreharbeiten und Postproduktion freut er sich besonders: “Ich liebe diese Stadt, sie ist einfach fantastisch.“

Von Cordula Dieckmann

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