Prozess um Tom-Cruise-Film mit Zeugen fortgesetzt

München - Der Prozess gegen die Münchner Firma Arri wegen Schäden an einer Kopie des Stauffenberg-Films “Operation Walküre“ ist am Montag fortgesetzt worden.

Vor dem Landgericht München I sollten drei Zeugen zu der Frage gehört werden, ob der aufwendige Historienstreifen mit Tom Cruise als Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Kopierwerk des Münchner Unternehmens Arri absichtlich manipuliert worden ist. Denn als der Film von dort zurück kam, war ausgerechnet die umstrittene, im Berliner Bendlerblock gedrehte Schlüsselszene komplett mit einem wellenförmigen Schleier überzogen und weitgehend unbrauchbar.

Die US-amerikanische Versicherung Fireman's Fund zog daraufhin vor Gericht und forderte rund 300 000 Euro. Nach Angaben des Gerichts sollte möglicherweise noch am Montag ein Urteil ergehen.

Hintergrund des Streits ist der aufwendige Nachdreh der kaputten Szene: Kulissen mussten wieder aufgebaut und Schauspieler nach Berlin zurückgeholt werden. Die Kosten übernahm die Versicherung der Produktionsfirma - und die wollte das Geld nun von Arri zurück. Arri dagegen pochte auf den in der Branche üblichen Brauch, dass Schäden an Kopien von der Versicherung übernommen werden - ohne dass diese dann Regressforderungen an die Kopierfirma stellt. Ein Gutachten gab Arri darin nach Angaben des Landgerichts auch recht.

Nicht völlig ausgeräumt wurde in der Verhandlung bislang allerdings die Möglichkeit des Vorsatzes. Die Versicherung hatte auch Sabotage nicht ausgeschlossen, wenngleich ein Gutachten keine Verdachtsmomente für eine Manipulation ergeben hatte.

Die betroffene Szene ist die umstrittenste des ganzen Films. Stauffenberg wird darin nach dem missglückten Attentat am 20. Juli 1944 im Bendlerblock - damals Sitz des nationalsozialistischen Heeresamtes - standrechtlich erschossen. Erst nach heftigen Querelen wurden die Dreharbeiten mit dem bekennenden Scientologen Cruise in dem historischen Bendlerblock genehmigt.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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