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Von Knoblauch bis Tiara: Kuriose Regeln, die britische Royals befolgen müssen

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Von: Anna Lehmer

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Königin Elizabeth II. trifft im schottischen Parlament in Edinburgh ein, um eine Rede im Plenarsaal zu halten, mit der die sechste Sitzungsperiode des Parlaments offiziell eröffnet wird.
Queen Elizabeth II. legt Wert auf Traditionen. Einige davon wirken kurios und veraltet. Das britische Königshaus hält dennoch daran fest. © picture alliance/dpa/PA Wire | Jeff J Mitchell

Queen Elizabeth II. legt Wert auf Traditionen. Einige davon sind schon hunderte Jahre alt und wirken eher kurios als königlich. Die britischen Royals halten dennoch daran fest.

London - Wissen Sie, wann der korrekte Zeitpunkt ist, eine Tiara zu tragen? Oder dass es nach royaler Etikette strengstens untersagt ist, den kleinen Finger während des Teetrinkens zu spreizen? Falls Sie keine Antwort parat haben, sind Sie vermutlich kein Mitglied des britischen Königshauses und somit mit der langen Liste der Do‘s und Dont‘s nicht vertraut. Die britische Zeitung Daily Mail hat einige kuriose Regeln ausgegraben, die für die Royals gelten.

Britische Royals und ihre Traditionen: Von Fingerspreizen bis Kinnhaltung

Unter all den königlichen Familien dieser Welt gelten die britischen Royals rund um Kate und William als recht modern, dennoch haben sie sich an viele seltsame und antiquierte Regeln zu halten, die auf jahrhundertealte Traditionen zurückgehen. Vom adäquaten Fingerspreizen bis zur richtigen Haltung des Kinns: Nicht alle Praktiken machen heutzutage noch Sinn, trotzdem hält das Königshaus daran fest.

Regel 1: Hüte hui, Haare pfui!

Diese Regel scheint an den Haaren herbeigezogen zu sein, denn laut königlichem Protokoll müssen Frauen bei jeglichen königlichen Anlässen Hüte tragen. Die „behaarliche“ Tradition reicht in die 1950er Jahre zurück, als es noch als unschicklich galt, wenn Frauen aus dem Königshaus und der Oberschicht ihr Haar öffentlich zur Schau stellten. Während sich die Queen noch brav an diese Regel hält, trägt die jüngere Generation der Royals bei nicht-offiziellen Anlässen keinen Hut mehr.

Regel 2: Reisen nur mit Sondergenehmigung

Reisen bedeutet Freiheit, das gilt zumindest für den Großteil der königlichen Familie. Möchte Prinz William mit seinen Kindern und seiner Frau Kate einmal den royalen Trubel hinter sich lassen und für wenige Tage dem Palast entfliehen, so darf er das nur mit Zustimmung seiner Oma. Denn um die Thronfolge zu sichern, dürfen die ranghöchsten Mitglieder der königlichen Familie nur mit einer Sondergenehmigung von Queen Elizabeth II. gemeinsam reisen. Wenn Prinz George (8) 12 Jahre alt wird, darf er nur noch getrennt von seinem Vater reisen. Im Falle eines Unglücks kann so die Thronfolge gesichert werden.

Regel 3: Kirche und Königshaus

Katholizismus und die britische Monarchie waren noch nie die besten Freunde. 300 Jahre lang war es den Royals nicht erlaubt, römisch-katholisch zu heiraten, sofern sie den Thron besteigen wollten. Mittlerweile - genauer gesagt seit 2015 - dürfen die Mitglieder der königlichen Familie Katholiken heiraten. Mehr Kirche ist dann aber nicht drin. Da die Königin von England auch das Oberhaupt der Kirche von England ist, dürfen zukünftige Monarchen noch immer nicht zum Katholizismus konvertieren, wenn sie regieren wollen.

Regel 4: No-Go Schalentiere

Schampus statt Schalentiere: Weil das Risiko einer allergischen Reaktion oder einer Lebensmittelvergiftung durch rohe Krustentiere wie Garnelen, Hummer, Jakobsmuscheln oder Austern zu hoch ist, müssen Royals den Genuss von Schalentiere außer Haus und in fremden Ländern meiden.

Regel 5: Kinn hoch?

Kinn hoch, Brust raus, Bauch rein? Nicht für das britische Königshaus. Weiblichen Royals wird eine konkrete Kinnhaltung empfohlen. Stets parallel zum Boden sorgt die Position für eine gute Körperhaltung, insbesondere wenn sie den Raum betreten oder Treppen hinuntergehen. Mit dieser Haltung würden die royalen Damen Aufmerksamkeit und Interesse zeigen. Trägt man das Kinn zu hoch, wirke man hochmütig. Ist es zu tief, so zeige man sich von einer schüchternen Seite.

Regel 6: Strumpfhosen statt Beinfreiheit

Eine weitere Regel, die einzig die weiblichen Mitglieder des Königshauses betrifft, ist die Strumpfhosen-Vorgabe. Als Kate Middleton Herzogin wurde, wunderte man sich stark über die Outfits der sonst so modebewussten Frau. Selbst bei strahlendem Sonnenschein trug Kate enge beige Strumpfhosen. Das tat sie, da sie eine wichtige Regel befolgen musste. Nach der Royal-Expertin Victoria Arbiter zufolge ist es „wirklich die einzige strenge, unerschütterliche Regel in Bezug auf das, was die Königin fordert“, schreibt die Daily Mail. Nackte Beine seien für die Queen ein absolutes Unding, weshalb die weiblichen Royals unter Röcken und Kleidern immer Strumpfhosen tragen müssten.

Herzogin Kate steht im tannengrünen Mantel neben Prinz William vor grünen Tannenzweigen (Symbolbild).
Für Herzogin Kate und Prinz William steht die Familie im Vordergrund (Symbolbild). © i-Images/Imago

Regel 7: Deutsche Weihnachten

Im Gegensatz zum Rest des Landes öffnet die königliche Familie alle Weihnachtsgeschenke an Heiligabend und nicht am ersten Weihnachtsfeiertag. Diese Regel entstand in Anlehnung an die deutschen Vorfahren des britischen Königshauses. Queen Elizabeths II. Vater, King Georg VI., der deutsche Wurzeln hatte, soll diese Tradition eingeführt haben.

Regel 8: Hochzeiten nur in einer Kirche

Für die Queen soll eine Hochzeit, die nicht in einer Kirche abgehalten wird, ein absolutes No-Go sein. Beweis für diese Einstellung könnte das Fernbleiben der Queen bei der Trauung ihres Sohnes Prinz Charles sein. In einer „zivilen Zeremonie“ in der Windsor Guildhall trat dieser 2005 mit seiner Camilla vor den Altar. Nicht mit dabei war die Queen. Erst beim anschließenden Gottesdienst in der St.-Georgs-Kapelle beehrte sie die Gesellschaft mit ihrer Anwesenheit.

Regel 9: Königliche Knie

Im britischen Königshaus tragen die Jungen maßgeschneiderte Shorts, bis sie acht Jahre alt sind, dann können sie zu langen Hosen wechseln. Diese kuriose Tradition soll schon im 16. Jahrhundert entstanden sein. Das Zurschaustellen der königlichen Knie wird heutzutage nur noch als eine Sache der Klasse verstanden. George, Louis und all die anderen royalen Sprösslinge dürfen schon vor Erreichen des offiziellen Hosenalters ihre Knie bedecken.

Regel 10: Vorsicht mit dem kleinen Finger

Gemütlich Tee trinken wird im britischen Königshaus zur Mammutaufgabe. Entgegen des Klischees werden nämlich beim Trinken aus Teetassen nicht der kleine Finger in die Luft gehalten. Vielmehr besteht die vornehme Art, Tee zu trinken, darin, den oberen Teil des Henkels zwischen Daumen und Zeigefinger einzuklemmen und dann den Boden der Tasse mit dem Mittel- und den übrigen Fingern abzustützen. Die königlichen Frauen müssen, sofern sie Lippenstift tragen, von der gleichen Stelle trinken, um Lippenstiftabdrücke zu vermeiden.

Regel 11: Knoblauch nicht erlaubt

Laut Daily Mail sollen die britischen Royals bei offiziellen Anlässen keinen Knoblauch oder Zwiebeln essen dürfen. Es sei unhöflich, Menschen mit Knobi-Atem zu begrüßen. Zudem soll die Queen das Gemüse nicht mögen. Kartoffeln und Spaghetti Bolognese sind aus diesem Grund ebenfalls am königlichen Tisch verpönt.

Regel 12: It‘s Tiara Time

Wie Regel 1 eingangs schon besagte, müssen die weiblichen Royals bei königlichen Veranstaltungen Hüte tragen. Zumindest tagsüber, denn sobald die Uhr auf 17 Uhr steht, müssen die Hüte gegen die diamantenen Diademe ausgetauscht werden. Nur am Hochzeitstag dürfen die Tiaras schon am Morgen getragen werden, da royale Hochzeiten meist um 11 Uhr abgehalten werden.

Regel 13: Geiselnahmen werden geübt

Diese Tradition wirkt besonders kurios: Jedes Jahr, wenn die Queen ihre Rede bei der Parlamentseröffnung hält, wird ein Mitglied des Unterhauses als „Geisel“ im Buckingham Palace festgehalten. Auf diese Weise will man die sichere Rückkehr des Monarchen gewährleisten. Die ganze Prozedur geht auf die Ermordung Karls I. 1649 zurück, der mit dem Vorschlag, ohne Parlament regieren zu wollen, den englischen Bürgerkrieg auslöste. Den „Geiseln“ passiert während der Rede nichts, sie dürfen sich frei im Buck House bewegen. Dennoch stehen sie unter Beobachtung, denn wenn Ihrer Majestät etwas passiert, sieht es auch für die Geisel nicht gerade rosig aus.

Prinz William und Herzogin Kate sind das Vorzeigepaar des britischen Königshauses. Ein Queen-Enkel machte nun eine vielsagende Andeutung über ein viertes Kind für die beiden. (ale)

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