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Nach der Krönung: Neben der frisch gebackenen Queen zeigen sich der kleine Charles, Schwesterchen Anne und Prinz Philip dem Volk.

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Queen feiert 90. Geburtstag: Wie Elizabeth zur Königin wurde

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London - Am 21. April feiert Queen Elizabeth II. ihren 90. Geburtstag. In der tz-Serie zum Jubiläum geht es heute um die ersten Stunden Elizabeths als Königin - und die rührenden Worten von Queen Mum.

Königin – das ist „ein Job fürs Leben“. So hat die Queen einmal den Beruf ohne Aussicht auf ein beschauliches Rentendasein beschrieben. Dabei durfte sie ihn sich noch nicht einmal selbst aussuchen. Er ist ihr am 6. Februar 1952 im Alter von 25 Jahren zugefallen. Lesen Sie hier, wie die Queen ihre Kindheit und Jugend erlebt hat.

An diesem Morgen findet ein Diener auf Schloss Sandringham in Norfolk den lungenkranken König George VI. im Alter von nur 56 Jahren tot im Bett vor. Während die traurige Nachricht in Großbritannien die Runde macht, ahnt Elizabeth – 6500 Kilometer entfernt – noch nichts vom Ableben des geliebten Vaters. Zusammen mit ihrem Ehemann Philip befindet sich die Herzogin von Edinburgh – so lautet ihr Titel nach der Eheschließung 1947 – auf Staatsbesuch in Kenia. In den Jahren nach Kriegsende war es dem König immer schlechter gegangen. Der lebenslange Kettenraucher hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, und immer mehr offizielle Termine muss er seiner Tochter Elizabeth überlassen, die mittlerweile selbst Mutter von Sohn Charles und Tochter Anne ist.

Die Nachricht vom Tod des Königs erreicht zuerst den Ehemann der künftigen Königin. Sein langjähriger Sekretär Michael Parker erzählte später, Philip habe angesichts der traurigen Neuigkeiten ein Gesicht gemacht, „als habe man die ganze Welt auf seine Schultern fallen lassen“. Nicht nur das junge, unbeschwerte Familienglück ist auf einen Schlag beendet – auch die Marinekarriere des schneidigen Herzogs. Seine Aufgabe heißt fortan, „mit in der Welt herumzustapfen“, wie er es Jahrzehnte später in einem Interview unumwunden auf den Punkt bringen sollte.

Elizabeth erfährt auf einem langen Spaziergang von ihrem Mann, dass sie Königin ist. Die Pflicht steht ab sofort vor den Gefühlen. „Welche Formalitäten muss ich in dieser Stunde erfüllen?“, lautet ihre erste Frage im Moment der größten Trauer. Sofort macht sich das Paar auf die Heimreise nach Großbritannien. An Bord des Fliegers überreicht der Kapitän der Maschine Elizabeth ein rührendes Telegramm ihrer Mutter, die mit dem Tod ihres Mannes Queen Mum wird. In der Nachricht an die Tochter benutzt die Witwe erstmals deren offiziellen Titel: „An:Ihre Majestät die Königin. All meine Gedanken und Gebete sind bei Dir. Mummie. Buckingham Palast.“

Krönungszeremonie für Queen Elizabeth II. am 2. Juni 1953

Die feierliche Krönungszeremonie für Elizabeth II. findet nach einer Trauerzeit von 16 Monaten am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey statt. 8000 Gäste sind geladen, rund 30 Millionen Menschen verfolgen an den TV-Bildschirmen, wie die zierliche junge Königin die Krone und damit die Bürde ihres lebenslangen Amtes auf sich nimmt. Prinz Charles – damals ein vierjähriger Knirps – erinnert sich später, wie seine Mutter in den Wochen vor dem Ereignis zu Übungszwecken mit der schweren Krone durch den Palast lief und damit im Bad auftauchte, während der kleine Prinz gerade in der Wanne saß.

Königin der Rekorde: Queen Elizabeth II.

Dass sie der Bürde ihres Amtes gewachsen ist, hat Elizabeth II. in den folgenden Jahrzehnten mehr als einmal bewiesen. Im Laufe ihrer Amtszeit hat sie 13 Premierminister kommen und gehen sehen, sie hat Tausende und Abertausende Hände geschüttelt, Länder bereist, Krankenhäuser und Bahnhöfe eröffnet und sich nie über ihr Los beschwert – getreu der bereits zitierten eisernen Maxime der Royals. „Never complain, never explain.“ („Beschwere dich nicht, erkläre dich nicht.“). Beinahe unwirklich perfekt, wäre da nicht die Familie. Zur Firma – wie sich die Königsfamilie selbst gerne bezeichnet – gehören neben Prinz Philip und den vier gemeinsamen Kindern Charles, Anne, Andrew und Edward mittlerweile acht Enkel und fünf Urenkel. Und bei so vielen „Mitarbeitern“ kann das Betriebsklima schon mal gestört sein …

Und sie thront immer noch

Prinz Charles (l.) und Prinz William stehen bei den Feierlichkeiten zum 60. Thronjubiläum der Königin auf dem Balkon des Buckingham Palace.

„I’m still standing“ (Übertragen: „Ich bin immer noch da“) sang der geadelte Pop-Titan Elton John zum Diamantenen Thronjubiläum der Queen vor dem Buckingham Palast und brachte die Größe der 1,63 Meter kleinen Monarchin auf den Punkt: „Sie ist stoisch, brillant, weise, lustig, und wir freuen uns alle, dabei zu sein.“ 60 Jahre im Dienste des Volkes – die Briten ließen ihre Monarchin im Juni 2012 mit Glanz und Gloria hochleben, und ein gerührter Prinz Charles begrüßte seine Mutter bei der Megaparty in London mit den Worten: „Eure Majestät – Mummy!“ Rekordkönigin wurde die Queen am 9. September 2015 um 18.30 Uhr. Da überholte sie ihre Ururgroßmutter Victoria (1819 – 1901) und wurde zur Königin mit der längsten Regentschaft in der Geschichte Großbritanniens. Nur wenige Tage danach hatte es Gerüchte gegeben, die Queen würde im Jahr 2016 abdanken.

Mit Earl Grey in den Tag

Die Krönungszeremonie dauerte Stunden – und so ein Marathon will gut vorbereitet sein: Zum Frühstück gab es demnach im Juni 1953 hart gekochte Eier und wenig Flüssigkeit, um unvorhergesehene Regungen der Hauptpersonen zu vermeiden. Normalerweise frühstückt die Queen ausgedehnter, wie ihr früherer Diener Paul Burrell einmal verriet. Nach einer Tasse Earl-Grey-Tee im Schlafzimmer wird Punkt 9 Uhr im Speisezimmer aufgedeckt: eine Scheibe Toast mit Butter und Marmelade, Tee und dazu die wichtigen britischen Tageszeitungen, wobei die Queen laut Burrell als Erstes zu Sporting Life greift. Die Publikation widmet sich dem Pferderennsport – der großen Leidenschaft der Monarchin.

Eine Krönung für die Massen

Die Krönung von Elizabeth II. am 2. Juni 1953 war das erste europäische TV-Ereignis. In ganz Europa sollen 30 Millionen Menschen die BBC-Übertragung verfolgt haben, Unmengen Werbeprodukte wurden verkauft. Premier Winston Churchill war gegen eine Live-Show im Fernsehen, die Queen selbst sprach sich aber dafür aus. Allerdings blieb ein Moment der Zeremonie, in der Elizabeth II. ihre lebenslange Pflichterfüllung öffentlich besiegelte, privat: Als der Erzbischof von Canterbury ihr Hände, Brust und Kopf mit geweihtem Öl salbte, wurde ein Baldachin über die Königin gebreitet. Auch Fotos von diesem Moment existieren nicht.

Sabine Schwinde

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